Lokalsport | 03.02.2017

Neuwieder am Start bei den 24 Stunden von Daytona Beach (USA)

„Wir haben alles gegeben und bis zum Ende gekämpft“

Mike Rockenfeller und seine Corvette-Teamkollegen belegten Rang vier in ihrer Klasse

Rang vier in der GTLM-Klasse und Position acht im Gesamtklassement – das war das Ergebnis nach 24 Stunden für Mike Rockenfeller (v. l.), Antonio Garcia und Jan Magnussen.  DEB

Daytona/Neuwied. Die 55. Auflage des berühmtesten Langstreckenrennens in den USA war geprägt von vielen Safety-Car-Phasen und sintflutartigen Regenfällen in den letzten Stunden des Klassikers, es wurde aber auch dramatischer Motorsport geboten mit knappen Ausgängen nach der Zieldurchfahrt.

Auf dem 5,730 Kilometer langen Speedway mit seinen langen Geraden und den Steilkurven, die mit Tempo 300 gefahren werden, gab es vom Start des Rennens bis zur Zieldurchfahrt Motorsport auf höchstem Level.

In diesem Jahr war das Rennen ein ganz besonderes, denn erstmals traten die modernen Prototypen der Klasse LMP2 im Wettbewerb gegeneinander an. Außerdem waren die GTLM-Klasse sowie die GTD(GT3)-Klasse am Start. Der Neuwieder Audi-Werkspilot Mike Rockenfeller sowie die Teamkollegen Antonio Garcia aus Spanien und Jan Magnussen aus Dänemark fuhren eine Corvette C7.R in der mit elf Boliden stark besetzten Klasse GTLM (Grand Tourismo Le Mans). In der gleichen Kategorie kämpften das Ford-Werksteam, die Ferrari 488 GT und die neuen Porsche 911 RSR um die Siegeslorbeeren bei einem der schwierigsten Langstreckenrennen über 24 Stunden. In Training eins zeigten die Corvette-Piloten, wer Herr im Hause war, und erzielten die Bestzeit vor der Ford-Armada.

Doch das Ford-Werksteam zeigte schon im vergangenen Jahr beim legendären 24-Stunden-Rennen von Le Mans mit einem Dreifachsieg, dass auch in Daytona 2017 mit ihm zu rechnen sein würde. Außerdem geigten die Zuffenhausener Porsche-Rennwagen mächtig auf und fuhren vorne mit. In den Abschlusstrainings dominierte das Ford Werksteam, und auch Porsche und Ferrari waren stark. Aber auch die Corvettes waren von der Trainingszeit her in Sichtweite.

„Es ist das erste richtig schwere Rennen unter starken Wettbewerbsbedingungen. Daytona ist für die Rennwagenschmieden der Gradmesser für die übrige Saison. Außerdem sind die besten Sportwagenpiloten sowie Fahrer aus der amerikanischen NASCAR und Indycar auf dem Circuit unterwegs. Ich bin mir sicher, dass wir ein siegfähiges Auto für das Rennen haben.“

Bei nasser Strecke wechselten sich die Gelbphasen ab

Vom Start weg entbrannte ein Kampf zwischen Corvette Racing, Ford Chip Ganassi Racing und Porsche Racing. Mal führten die Corvette-Piloten, dann wechselte die Führung zu Ford, und auch Porsche durfte an der Spitze mitfahren. Die vielen Gelbphasen im Rennen bewirkten, dass das Feld geschlossen hinter dem Safety Car fuhr und so der Vorsprung des Führenden zunichtegemacht wurde. Insgesamt gab es sage und schreibe 20 Gelbphasen, die besonders in der Nacht bei nassen Pistenverhältnissen stattfanden.

Doch Rockenfeller, Garcia und Magnussen steckten nie auf und führten nach 462 gefahrenen Umläufen das Feld der GTLM-Kategorie an. Vor allen Dingen machte Rockenfeller die Pace, aber auch die langjährigen Corvette-Werksfahrer Magnussen und Garcia holten alles aus sich heraus. Nach gut 18 anstrengenden Stunden im 600 PS starken GT-Rennwagen lag die Mannschaft auf einem guten dritten Rang in der Klasse. Als dann der große Regen in Daytona aufkam und den Speedway in einen Wasserpark verwandelte, waren die Fahrzeuge kaum auf der Piste zu halten. Am Ende kamen die „Corvette-Boys“ Rockenfeller, Magnussen und Garcia auf den vierten Platz. Doch wenn man bedenkt, dass der Sieger-Ford nur knapp fünf Sekunden Vorsprung auf die Corvette C7.R von Rockenfeller, Garcia und Magnussen im Ziel hatte und das nach 24 Stunden Renndauer, dann muss man feststellen, dass die vier Hersteller (Ford, Corvette, Porsche, Ferrari) fast auf dem gleichen Level waren.

Ergebnis entsprach den Erwartungen

Dazu Mike Rockenfeller: „Wir haben alles getan, um das 24-Stunden-Rennen für Corvette zu gewinnen. Das Ergebnis ist ziemlich genau das, was wir nach der Praxis im Rennen erwartet haben, wenn man auf die reine Geschwindigkeit schaut, die wir hatten.

Auch wenn wir am Ende eine gute Chance hatten, wussten wir, dass wir an den führenden Ford GT nicht herankommen konnten. Bei den extrem schwierigen Wetterbedingungen fehlte uns die Geschwindigkeit, die man braucht, um vor der Konkurrenz zu bleiben.

Es war ein guter Spaß beim diesjährigen Klassiker, den ich ja 2010 gewinnen konnte. Der Dank gilt meinen Fahrerkollegen und dem ganzen Team Corvette-Racing. Wir haben alles gegeben und bis zum Ende gekämpft. Wir waren wieder bei der Musik, aber nicht so nah wie noch im Vorjahr mit Platz zwei und nur 0,034 Sekunden Rückstand auf das Schwesterauto von Corvette. Jetzt freue ich mich auf die neue Motorsportsaison und auf die Deutsche Tourenwagen Masters.“

Es war ein toller Kampf an der Spitze in Daytona 2017 und das bei schwierigen Bedingungen über 24 Stunden, zu dem Mike Rockenfeller und seine Teamkollegen in diesem Jahr beitrugen.

Gesamtsieger der 24 Stunden von Daytona Beach 2017 wurde ein Prototyp der neuen Generation, ein Cadillac-DP1 mit den Fahrern Philipe Albuquerque, Joao Barbosa und Christian Fittipaldi. DEB

„Wir haben alles gegeben und bis zum Ende gekämpft“

„Wir haben alles gegeben und bis zum Ende gekämpft“

Rang vier in der GTLM-Klasse und Position acht im Gesamtklassement – das war das Ergebnis nach 24 Stunden für Mike Rockenfeller (v. l.), Antonio Garcia und Jan Magnussen. Fotos: DEB

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