Fünfter Lauf der VLN Langstreckenmeisterschaft am Nürburgring
Zweiter Sieg für Frikadelli-Racing
Ausgezeichnete Saisonstatistik untermauert - bei bescheidenem Wetter kam es zu erheblichen Verzögerungen
Nürburg. Mit einem Fünffach-Erfolg der am Nürburgring beheimateten Porsche Teams endete bei regnerischem Eifelwetter der fünfte Lauf zur VLN Langstreckenmeisterschaft. Nach einer auf 165 Minuten verkürzten Renndistanz überquerten Sabine Schmitz, Klaus Abbelen (beide Barweiler), Frank Stippler (Bad Münstereifel) und Patrick Huisman (Niederlande) im Porsche 911 GT3 R von Frikadelli Racing als Sieger die Ziellinie. Mit ihrem zweiten Sieg im fünften Rennen untermauerte das Team aus Barweiler seine ausgezeichnete Saisonstatistik in der VLN. Nachdem nur wenige der leistungsstarken GT3 Boliden zum fünften VLN Lauf den Weg an den Ring gefunden hatten, nutzten die Fahrer der Teams von Getspeed Performance (Meuspath) und raceunion Teichmann Racing (Adenau) die Gunst der Stunde und sicherten sich mit ihren Porsche Cup Fahrzeugen die weiteren Podiumsplätze.
Die beiden 911er Porsche waren es auch, die mit ihren ständigen Positionskämpfen während des gesamten Rennverlaufes für viel Spannung bei den Zuschauern sorgten. Am Ende war es das Getspeed Fahrertrio mit Adam Osieka (Meuspath), Christopher Mies (Heiligenhaus) und Steve Jans (Luxemburg), die sich neben dem zweiten Gesamtrang auch den Klassensieg für Porsche Cup Fahrzeuge sicherten. Auf Rang drei folgten die RTR Porsche Piloten Felipe Laser (Hamburg), Markus Palttala (Belgien) und Dominik Brinkmann (Dortmund).
Spannung auch im Kampf um die vierte Position, die Christopher Brück (Köln), sich und seinen Teamkollegen Frank Kräling (Winterberg) und Marc Gindorf (Monaco) mit dem Manthy Porsche 911 GT3 Cup in den letzten Kurven noch sicherte und damit den Porsche vom BLACK FALCON Team (Meuspath) mit Andreas Weishaupt (Ulm) und Tim Scheerbarth (Dormagen) auf Rang fünf verwies. Mit dem vierten und fünften Gesamtrang freuten sich die beiden Teams zugleich über die Positionen eins und zwei in der SP7. Ein weiterer Porsche-Erfolg auch in der SP6. Hier konnten Andreas Patzelt (Troisdorf), Marko Stipp (Herford), Jörg Viebahn (Engelskirchen) und Moritz Kranz (Wimbach) im Porsche Cayman R vom Team Prosport Performance (Herschbroich) für den Zuffenhausener Sportwagenhersteller den Sieg einfahren. Mit dem dritten Platz in dieser Klasse belegten Stefan Manheller (Meuspath), Uwe Krumscheid (Adenau) und Jens Nöske (Lauterbach) mit ihrem BMW M3 ebenfalls eine Podiumsplatzierung. Eine nicht optimale Punkteausbeute beim fünften Lauf für die Tabellendritten in der BMW M235i Cup-Wertung, Max Partl (Pyrbaum) und Jörg Weidinger (Happurg) von Scheid-Partl Motorsport (Kottenborn). Die Besatzung des Eifelblitz BMW erreichte diesmal nur als Fünfte in ihrer Wertungsklasse das Ziel. Mit dem Sieg in dieser Klasse konnten Emin Akata (Friedrichshafen) und Michael Schrey (Wallenhorst) im Walkenhorst Motorsport BMW den 1500. Klassensieg für die bayrische Marke seit 1990 einfahren.
Strafen sorgen für verspäteten Rennbeginn
Große Konfusion dann vor dem Start des Rennens, als das Team rund um Rennleiter Andreas Thamm (Wuppertal) immer wieder die Freigabe zur Startaufstellung verschob. „Nach einem Unfall im Streckenabschnitt Flugplatz gab es dort eine Doppel-gelb-Phase, um das Fahrzeug zu bergen“, sagte Andreas Thamm. „Dabei hielten sich ungewöhnlich viele Fahrer nicht an die vorgeschriebene Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h. Wir haben jeden Verstoß individuell und gewissenhaft bearbeitet - dabei konnten wir den Zeitplan leider nicht einhalten.“ Was der Rennleiter mit diesen Worten beschrieb, bedeute in der Realität, dass es über drei Stunden benötigte, um alle Strafen auszusprechen, wodurch das Rennen erst mit über zwei Stunden Verspätung gestartet werden konnte, und bereits nach 165 Minuten (ursprünglich 240 Minuten) beendet wurde.
Gegen mehr als fünfzig Fahrzeuge wurden von der Rennleitung Strafen verhängt. Auch der zunächst auf Platz vier qualifizierte Frikadelli-Porsche wurde ans Ende der ersten Startgruppe versetzt, allerdings kam Startfahrerin Sabine Schmitz bereits als Vierte aus der ersten Runde zurück, womit sie bereits die Strafe legalisiert hatte. Sicherlich ist es längst überfällig, dass der Rennleiter bei solchen Verstößen hart durchgreift, aber wie das Beispiel des Sieger-Porsches zeigt, blieb diese für die Siegermannschaft ebenso wie auch für viele andere Teams ohne wirkliche Folgen. Hier ist sicherlich Handlungsbedarf für die Zukunft, um mit entsprechendem Reglement die Verstöße aus dem Training auch während des Rennverlaufes ahnden zu können. Wie zum Beispiel mit drastischen Zwangsstopps, den sogenannten Stop-and-go-Strafen, ohne, dass es zulasten von vielen Unbeteiligten geht. Denn die wirklich bestraften waren an diesem Tag die Teams, deren Fahrer aufgrund der verkürzten Distanz nicht zum Einsatz kamen, ebenso die Zuschauer, die bei nicht gerade freundlichem Eifelwetter eine extreme Wartezeit auf den Start des mit 139 Fahrzeugen ohnehin schon recht überschaubaren Starterfeldes in Kauf nehmen mussten.
Aufgrund dieser Vorkommnisse wurden das Ergebnis und der Tabellenstand wegen laufender Proteste auch nur als vorläufig erklärt. Der sechste Lauf des Jahres, das 37. RCM DMV Grenzlandrennen, startet am 2. August dann hoffentlich wieder über die Distanz von vier Stunden.
