Stadtarchiv Rheinbach
Ausstellung „Die Klabers“
Rheinbach. Vom 16. bis 30. April findet im Foyer des Rathauses die Ausstellung „Die Klabers – Geschichte einer jüdischen Familie aus dem Rheinland“ statt. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ließen sich die Klabers in Zülpich nieder. Zwei Generationen später waren die Mitglieder von Moses Klabers großer Familie in verschiedenen Leitberufen des Landjudentums etabliert. Im Kaiserreich waren sie nunmehr gleichgestellt. Als überzeugte deutsche Bürger dienten sie als Soldaten im Ersten Weltkrieg. Einige erlangten bescheidenen Wohlstand, bevor sie unter der NS-Herrschaft ihrer bürgerlichen Rechte beraubt, ausgegrenzt und verfolgt wurden. Die meisten Mitglieder der Familie Klaber wurden deportiert und ermordet, nur wenige überlebten. Margot Epstein, geboren und aufgewachsen in Bonn, hat bei ihrer Flucht 1939 nach Großbritannien und weiter in die USA viele persönliche Fotos der Familie retten können, die Ausstellung erzählt anhand dieser Fotos und persönlicher Dokumente die Geschichte der Klabers in der Eifel, im Rheinland und in der ganzen Welt. Aus Rheinbach werden Dokumente von Clementine und Hermann Klaber gezeigt. Hermann Klaber heiratete 1929 nach Rheinbach und betrieb hier ein Rauch- und Schreibwarengeschäft. Das Ehepaar wurde 1941 in das Ghetto Litzmannstadt deportiert und im Mai 1942 im Vernichtungslager Kulmhof ermordet. Die Ausstellung ist geöffnet: Montag bis Mittwoch 8 bis 12 Uhr und 14 bis 17.00 Uhr. Donnerstag 8 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr. Freitag 8 bis 12 Uhr. Darüber hinaus bieten die Kuratoren der Ausstellung, Frau Mehmel und Herr Dzieran, Führungen am Donnerstag, 23. und 30. April, um 17 Uhr an. Führungen für Schulklassen sind an den Dienstag- und Donnerstagvormittagen möglich. Um eine optimale Koordination der Termine zu erreichen, ist eine Anmeldung im Stadtarchiv Rheinbach, Polligsstraße 1, Telefon (0 22 26) 91 75 50, unbedingt erforderlich. Außerhalb dieser Zeiten besteht auch die Möglichkeit, dass Mitarbeiter des Stadtarchivs im Rahmen der Öffnungszeiten Gruppen und Schulklassen beim Gang durch die Ausstellung begleiten.
Pressemitteilung
Stadtarchiv Rheinbach
