Termine | 27.06.2023

Der Kammerchor Bad Neuenahr-Ahrweiler begeisterte mit Vivaldi, Fauré und Mozart

Hörgenuss auf höchstem Niveau

Die Sänger und Musiker boten einen beeindruckenden Abend mit facettenreicher Musik.  Foto: Werner Fischer

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Ein herrlicher Sommerabend, Johannistag, und die ehemalige Klosterkirche Calvarienberg war so voll besetzt, dass spontan noch Stühle gestellt werden mussten. Zu einem besonderen Konzerterlebnis hatte der Kammerchor Bad Neuenahr-Ahrweiler geladen. Unter der Leitung von Ulrike Ludewig präsentierte der Chor gemeinsam mit dem Musikensemble Amici musici und den Solistinnen Isabel Dürr (Sopran) und Cordula Hörsch (Alt) vier Werke für Chor, Solisten und kleines Orchester. Mit der „Cantique de Jean Racine“ von Gabriel Fauré gelang dem Chor, gefühlvoll begleitet von den Streichern, ein anrührender Einstieg ins Konzert. War die Kirche schon sommerlich warm, so wurde einem bei dem vom Chor zum Dahinschmelzen schön gesungenen „Cantique de Jean Racine“ zusätzlich warm ums Herz.

Die folgende Arie „Laudate Dominum“ von Mozart, die weltweite Berühmtheit erlangt hat und nach einem sehr virtuosen Solosopran verlangt, hatte Ulrike Ludewig mit der jungen Sopranistin Isabel Dürr ideal besetzt. Sie überzeugte mit ihrem flexibel geführten Sopran, der zu wundervoller Fülle aufblühte und selbst in der Höhe noch angenehm ist. Die darauffolgende „Messe basse“, wiederum von Gabriel Fauré, sangen die beiden Solistinnen und der Chor von der Empore mit der großen Orgel, einfühlsam gespielt von der Pianistin Anna Sigalova. Die brillant klare Stimme der Sopranistin Isabell Dürr wechselte sich mit der warmen, tragenden Stimme der Altistin Cordula Hörsch ab und endete in einem „Agnus Dei“, das im Zusammenklang mit Solistinnen und Frauenchor unter die Haut ging.

Das dann folgende „Gloria in D-Dur“ für Soli, Chor und Orchester ist Vivaldis populärstes Werk der geistlichen Musik. Vivaldi vertonte in zwölf Abschnitten den lateinischen Text des „Glorias“ mit ganz unterschiedlichen Affekten. Eingangs- und Schlusschor sprühen vor Vitalität und Freude im Wechsel mit schmerzlichen Dissonanzen, wie in „Et in terra pax“. Dazwischen Arien von entrückter Schönheit, wie „Domine Deus“, gesungen von der Sopranistin Isabel Dürr, begleitet von der Oboistin Brigitta Kragh und immer wieder kann der Chor seine ganze Klangkraft entfalten. Das ist Musik in ihrer berührendsten Form.

Die Vielschichtigkeit, die sich in den vielen dynamischen und unverwechselbaren Teilen des „Gloria“ widerspiegelte, musikalisch darzustellen, gelang dem Chor sehr gut. Ulrike Ludewig setzte bei Chor und Orchester auf lebhafte Tempi und gliederte klar, vernachlässigte aber keineswegs die Arbeit am Detail. Die Stimmen klangen sauber und effektvoll, mal dramatisch, mal gefühlvoll leise. Die Resonanz aus dem Publikum, das dem Chor einen wunderbaren, warmen Klang bescheinigten, war sehr gut. Das Orchester präsentierte einen runden, differenzierten Klang und war „Begleitung“ auf hohem Niveau. Angesichts der vollen Bänke und „standing ovations“ der Besucher können die Sängerinnen und Sänger des Kammerchors auf einen beeindruckenden Abend mit facettenreicher Musik zurückblicken.

Glücklich nach langer Pandemiepause endlich wieder miteinander und füreinander musizieren zu können, ließ der Chor den stimmigen und erfolgreichen Abend mit seinem Publikum, kalten Getränken und Häppchen im lauschigen Hofgarten des Calvarienbergs ausklingen.

Die Sänger und Musiker boten einen beeindruckenden Abend mit facettenreicher Musik. Foto: Werner Fischer

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Julia Doll : Lieber Roman, ja absolut, sehe ich ganz genauso
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Ignaz Wrobel: Bedauerlich und fragwürdig finde ich, dass offenbar nicht die konstruktive Mitarbeit (!!!) in kommunalen Gremien zur grundlegenden Mitwirkung bei solchen Entscheidungen gesucht wird. Ich würde mich...
  • W. Harkort: Danke für diesen Kommentar. Gab es auch Einwendungen wegen seltener Ameisen? Irgendwann in naher Zukunft werden diese Leute ihre Entscheidung bereuen. Dann ist es aber zu spät.
  • Walter Knieps: Warum erst jetzt ?!?!
Dauerauftrag Imageanzeige
Kreishandwerkerschaft
Anzeige Uhren Vintage
Tag der offenen Tür FFW Königsfeld
10 Jahre NoWi
Grünpflegedienst
Innovatives rund um Andernach
Stellenanzeige
Empfohlene Artikel
In Banneux offenbarte sich die Mutter Gottes 1933 als "Jungfrau der Armen" der elfjährigen Mariette Beco. Seither ist das "belgische Lourdes" Marien-Wallfahrtsort.  Foto: Herbert Bamann
18

Region. Der Kirchengemeindeverband Katholisch am Siebengebirge lädt zu einer Wallfahrt nach Banneux, Belgien, ein. Die Teilnehmer werden der Heiligen Jungfrau der Armen ihre persönlichen Anliegen anvertrauen, im Gebet ihren Glauben vertiefen und um Frieden in der Welt bitten. Diakon Winfried Reers wird den Reisesegen erteilen und die Pilger begleiten.

Weiterlesen

20

Rheinbreitbach. Der Förderverein „St. Florian“ der Freiwilligen Feuerwehr Rheinbreitbach lädt alle Aktiven und Alterskameraden zur zweiten Mitgliederversammlung, am 18. Mai, um 18:30 Uhr, ins Gerätehaus Rheinbreibach, ein. Die Tagesordnung der Mitgliederversammlung kann der separaten Einladung entnommen werden.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Von links: ehemalige Tolitäten Josephine Müller und Julia Richter, neue Tolitäten Ann-Kathrin Bretz, Carolin Stieffenhofer und Lilli Karbach, erster Vorsitzender der Heimatfreunde Güls Christoph Müller und Ortsvorsteher Hans-Peter Ackermann. Foto: SCH
17

Carolin Stieffenhofer und ihren Prinzessinnen Ann-Kathrin Bretz und Lilli Karbach übernahmen das Zepter

Feierliche Eröffnung des Blütenfestes Güls mit Proklamation der neuen Blüten- und Weinkönigin

Koblenz-Güls. Wenn die Weinberge an der Mosel nach und nach wieder grün werden und im ganzen Umland auf den Höhen die Kirschbäume die Landschaft in ein weiß blühendes Meer verwandeln, ist es wieder so weit: Im Koblenzer Stadtteil Güls, dem Tor zur Mosel, beginnt endlich wieder das Blütenfest, welches rund um den ersten Mai gefeiert wird!

Weiterlesen

Dauerauftrag
Kreishandwerkerschaft
Essen auf Rädern
Imageanzeige
Schulze Klima -Image
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Maikirmes Franken
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Aktionstage 5.-7. Mai
Zukunft trifft Tradition KW 18
Titelanzeige
Zukunft trifft Tradition KW 18
Zukunft trifft Tradition KW 18
Betriebsferien Mai 2026
10 Jahre Nowi
Stellenanzeige Servicekräfte