Kath. Pfarrgemeinden Neuwied
Predigerinnentag
Bundesweite Aktion der kfd zum „Tag der Junia“
Neuwied. Die kfd als größter Frauenverband in Deutschland will um den „Tag der Apostelin Junia“ am 17. Mai einen deutlichen Akzent setzen und fordert einmal mehr eine geschlechtergerechte Kirche. Sie geht dabei dorthin, wo es bislang an Gleichberechtigung fehlt: In die katholischen Kirchen. In der Regel predigen dort die Priester, und damit Männer. Doch Zeugnis geben vom Glauben ist eine Aufgabe, die von Männern und Frauen in gleicher Weise übernommen werden sollte. Die katholischen Pfarrgemeinden in Neuwied greifen die Idee auf. So werden in allen katholischen Gottesdiensten am Wochenende des 15./16. Mai Frauen den Predigtdienst übernehmen. Die Priester zeigen sich offen für die Initiative und unterstützen sie zum Teil ausdrücklich. Als Initiatorin der Aktion suchte und motivierte Gemeindereferentin Petra Frey (Pfarreiengemeinschaft St. Matthias) ehren- und hauptamtliche Frauen für den Verkündiungsdienst in den Eucharistie- und Wortgottesfeiern und fand – neben sich und ihren beiden Kolleginnen Petra Schunkert und Anne Basten aus Heimbach-Engers – weitere fünd Frauen, die sich dazu bereit erklärten. Sie alle werden in den Gottesdiensten am 15. und 16. Mai den Predigtdienst gemäß dem Vorbild der Apostelin Junia übernehmen. Die Gemeinden dürfen gespannt sein auf ihre Glaubenszeugnisse. Um Anmeldung zu den Gottesdiensten über die Pfarrbüros wird gebeten. (Zentralbüro St. Matthias: 02631-25964/ Pfarrbüro Heimbach: 02622-82465/ Pfarrbüro Engers: 02622-2462).
Wortgottesfeier zum „Tag der Junia“:Am Montag, 17. Mai lädt die kfd St. Matthias darüber hinaus zu einer Wortgottesfeier zum „Tag der Junia“ um 18 Uhr in die Liebfrauenkirche ein. Dort wird die bislang noch eher unbekannte Apostelin als Vorbild für den Verkündigungsdienst von Frauen vorgestellt.
Hintergrund:Wer war Junia?Junia war eine Apostelin, die schon Paulus in seinem Römerbrief (Röm 16,7) erwähnt. Sie war eine der ersten bekennenden Christinnen. Sie wurde wegen ihres Glaubens inhaftiert. Warum Junia bis heute unbekannt ist? Sie wurde im frühen Mittelalter aus den Schriften verbannt, indem man sie zum Mann machte. Junia wurde zu Junias. In den 1970er Jahren gelang der amerikanischen Theologin Bernadette Brooten die Wiederentdeckung der Junia. Doch bis zu ihrer Anerkennung dauerte es noch bis 2016. Seitdem ist Junia in der Einheitsübersetzung der Bibel als Frau benannt. Der Name Junia steht also für ein klassisches Frauenschicksal in einer immer noch von Männern dominierten katholischen und säkularen Welt. Junia war jahrhundertelang unsichtbar. Seit 2021 trägt auch das neue Mitgliedermagazin der kfd den Namen Junia.
