Der Vereinsring der Urbarer Vereine e.V. blickt auf ein gelungenes Wochenende zurück
850 Jahre Urbar mit Festakt gefeiert
Urbar. Am Samstag, 19. August startete das Festwochenende „850 Jahre Urbar“ mit einem Festakt im Bürgerhaus. Lange hatte der Arbeitskreis „850 Jahre Urbar“ des Vereinsrings der Urbarer Vereine e.V. diesen Tag geplant. Nun war es endlich soweit, und die Ortsgemeinde Urbar konnte ihren runden Geburtstag feiern. Das Bürgerhaus war festlich dekoriert, als die ersten Gäste pünktlich um 17 Uhr eintrafen. Die Frauenmannschaft des FC Urbar erwartete die Besucher bereits am Eingang und begrüßte sie mit einem Glas Sekt oder Orangesaft. Langsam füllte sich der vollbestuhlte Saal des Bürgerhauses mit Neugierigen. Unter den Gästen im Saal waren unter anderem Karin Küsel, Ortsbürgermeisterin von Urbar, Fred Pretz, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Vallendar, Dr. Alexander Saftig, Landrat des Landkreises MYK, Josef Dötsch, Abgeordneter des Landtages Rheinland-Pfalz, Detlev Pilger, Abgeordneter des Bundestages, die Mitglieder des Urbarer Gemeinderates, die Vorsitzenden und Ehrenvorsitzenden der Urbarer Ortsvereine, Pater Rüdiger Kiefer, die Bürgermeister von Niederwerth und Weitersburg und natürlich Karl-Josef Kohl, Ehrenbürger von Urbar. Aber auch viele Mitglieder der Vereine, Bürgerinnen und Bürger, ehemalige Urbarer und „Neubürger“ folgten der Einladung des Vereinsrings und der Ortsgemeinde.
Urbar ist wie Lummerland
Nach einem stimmungsvollen Klavierstück einer Schülerin von Helenas Musikschule begrüßte Timo Krämer, Vorsitzender des Vereinsrings der Urbarer Vereine e.V., alle Gäste und Ehrengäste. Er freute sich, als einer der Veranstalter dieses Festes als erster einige Worte an das Publikum richten zu dürfen.
Timo Krämer verglich in seiner Rede die Geschichte von Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer mit der bewegten Geschichte von Urbar. Jim Knopf kommt in einem Paket mit falscher Adresse nach Lummerland und verbringt dort eine unbeschwerte Kindheit. Eines Tages wird Jim Knopf aber erwachsen, und König Alfons der Viertelvorzwölfte beschließt, dass die Lokomotive Emma abgeschafft werden muss, damit Jim Knopf Platz hat, ein eigenes Haus zu bauen.
Damit könnte die Geschichte von Jim Knopf und Lummerland nach gerade einmal 26 Seiten enden. Doch Jim Knopf und sein Freund Lukas beschließen, gemeinsam auf eine abenteuerliche Reise zu gehen, und schaffen es letztendlich, Lummerland so zu vergrößern, dass alle gemeinsam dort leben können.
50 Generationen in 850 Jahren
In 850 Jahren Urbar gab es rund 50 Generationen von Menschen, die hier gemeinsam ihr Leben gestaltet und bestritten haben. Viele Menschen haben an der Urbarer Geschichte mitgewirkt, berühmt-gewordene und unbekannt gebliebene, Amtsträger und vor allem die Bewohner. Sie alle haben ihren Teil dazu beigetragen, dass der Alltag funktionierte, dass Urbar profitierte, dass auf harte Zeiten immer wieder ein neuer Anfang, ein neuer Aufschwung folgte. Sie alle fühlten sich ihrem Ort verbunden. In dieser Geschichte gab es aber sicherlich auch immer wieder Punkte, an denen es auf den ersten Blick nicht mehr weiterging. Situationen, die die Menschen auf die Probe gestellt haben, Herausforderungen, die unlösbar schienen. Und dazu brauchen wir gar nicht zu weit in die Geschichte zurückzublicken. Kriege, finanzielle Nöte oder persönliche Krisen: Immer wieder gab es Punkte in der Geschichte von Urbar, an denen man das Buch hätte zuschlagen können. Doch es gab immer wieder Menschen (wie Jim Knopf und Lukas), die Mut bewiesen haben und sich für das Fortleben des Ortes eingesetzt haben und durch ihre Entscheidungen einen Schritt nach vorne gemacht haben.
Veränderungen der letzten Jahre
Timo Krämer nutzte die Gelegenheit, allen Menschen zu danken, die Urbar nach vorne gebracht haben und sich immer noch für ihren Ort einsetzen. Er übergab das Mikrofon an Karin Küsel, die erste Bürgermeisterin in der langen Geschichte von Urbar. Karin Küsel betonte in ihrer Rede, wie attraktiv Urbar ist und wie wichtig es ist, sich dafür immer wieder einzusetzen. Sie warf den Blick dabei vor allem auf die Veränderungen in Urbar in der jüngsten Vergangenheit: eine neue Schule, neue Kitas. Eine neue Sporthalle und ein neues Bürgerhaus wurden errichtet, um Urbar noch attraktiver zu machen. Karin Küsel dankte auch der Stommel-Stiftung für ihr unermüdliches Engagement für den Ort. Danach überbrachten Landrat Dr. Saftig und VG-Bürgermeister Fred Pretz ihre Glückwünsche und überreichten der Ortsgemeinde einige Präsente. Fred Pretz machte deutlich, dass er als „Vallerer Jung“ heute stolzer Einwohner von Urbar ist und dass er und seine Familie sich in Urbar sehr wohl fühlen. Er betonte auch im Namen der Bürgermeister von Niederwerth, Weitersburg und Vallendar, dass Urbar einen wichtigen Beitrag zum Leben in der Verbandsgemeinde leistet.
Vortrag in „Orwerer Platt“
Umrahmt wurden die Grußworte von zwei Schülerinnen von Helenas Musikschule, die Leonard Cohens Hallelujah darboten . Frau Ackermann zeigte in gleich zwei Vorträgen, wie sehr sie mit ihrem „Orwer“ und ihrer Heimatsprache verbunden ist. Sie hatte nicht nur ein Gedicht über ihr geliebtes Urbar verfasst, sondern konnte auch mit besten „Orwerer Platt“- Kenntnissen glänzen. Bei ihrem Vortrag „Meine Heimatsprache“ konnten sogar alteingesessene Urbarer noch etwas lernen.
Dann folgte der Höhepunkt des Festaktes: Frau Dr. Wegner stellte in 30 Minuten die bewegte Geschichte und die Entwicklung vom Weindorf zum attraktiven Familienort dar. Sie betonte, dass Urbar vermutlich schon während der Steinzeit bewohnt war, die erste urkundliche Erwähnung aber in Zusammenhang mit Klostergut Besselich im Jahre 1167 erfolgte. Frau Dr. Wegner war es auch, die überhaupt den Anstoß zu diesem Fest gegeben hatte. Mit fundiertem Wissen und ihrer lockeren Art nahm Frau Dr. Wegner die Besucher mit auf eine Reise durch die Geschichte von Urbar. Hier konnten viele Besucher noch einiges über ihren Heimatort lernen. So erklärte Frau Dr. Wegner zum Beispiel, woher der Name „Urbar“ überhaupt stammt und dass die Menschen in Urbar schon immer gerne gefeiert haben. Für musikalische Abwechslung sorgte die Singgemeinschaft Urbar. Ein Chor mit einer langen Tradition in Urbar bot gleich vier Stücke aus unterschiedlichen Epochen der Musikgeschichte dar. Timo Krämer führte durch das Programm und dankte allen Beteiligten für ihren Beitrag zu diesem Festakt. Abschließend stellten er und Karin Kuesel die neue Broschüre „Leben in Urbar“ vor. Was es mit dieser Broschüre auf sich hat und wie die Urbarer an diesem Abend noch lange zusammen feierten, erfahren Sie im nächsten Teil dieser Nachlese in der nächsten Woche.
Der Vereinsring der
Urbarer Vereine e.V.
Landrat Alexander Saftig und Bürgermeisterin Karin Küsel. Foto: privat
Die Singgemeinschaft Urbar sorgte für musikalische Abwechslung. Foto: privat
Die Frauenmannschaft des FC Urbar begrüßte die Gäste am Eingang. Foto: Andreas Wiegand
