Prolog der „Vor-Tour der Hoffnung“ machte Station in Vallendar
Auch die kleinen Spenden zählen
Vallendar. 17 Grad und Dauerregen im August - auf dem Parkplatz von Rewe an der B 42 in Vallendar stehen geschätzte 200 Personen, suchen Regenschutz unter Schirmen und Pavillons. Die „Roten Hosen“, die Vallendarer Kultband, sorgt für gute Laune. Gutes wurde gebacken und gespendet, es duftet nach leckerem Kaffee, Würstchen liegen auf dem Grill, Getränke stehen bereit. Dann geht ein Raunen durch die wartende Menge, die ersten Radler werden, wie alle anderen auch, mit Applaus empfangen.
Am Sonntag fand sozusagen die Vortour der "Vor-Tour der Hoffnung" statt - "Prolog" wird sie genannt. In einer großen Schleife ging es von Koblenz über Höhr-Grenzhausen, Vallendar und Urbar zurück nach Koblenz - Wegstrecke 40 Kilometer. Unterwegs wurden die sportlichen Radler an ausgesuchten Orten von vielen Gästen und natürlich von den Sponsoren und Spendern erwartet. Am Montag und Dienstag setzte sich das Sportereignis fort und wurde dann auch richtig anspruchsvoll. Die Gesamtstrecke am Montag betrug 106 Kilometer, am Dienstag waren es 115 Kilometer - über Berg und Tal, versteht sich. Doch mit viel Schwung und Begeisterung ist man dabei - wie sagte eine Teilnehmerin: „Für die gute Sache strample ich mich gerne ab“.
Den Aufruf, sich zu engagieren, erreichte natürlich auch Landessportbundpräsident Fred Pretz, der nicht nur ein begeisterter Radfahrer, sondern auch Bürgermeister der Verbandsgemeinde Vallendar ist. Er setzt sich sehr stark für die gute Sache ein. In Vallendar übergab dann die Energieversorgung Mittelrhein eine Spende von 2.500 Euro. Die Stiftung „Helft uns Leben“ spendete 10.000 Euro. Aber nicht nur die großen Beträge sind nötig. So bastelt Dieter Germayer, unterstützt von seiner Frau Renate, im Sommer immer hölzerne Weihnachtsdekorationsartikel und verkauft diese in der Adventszeit. Der Erlös wird gespendet - immerhin kamen dieses Jahr 800 Euro zusammen. Toll an dem Prolog zur "Vor-Tour" ist, dass viele mitmachen. Vereine in der Verbandsgemeinde Vallendar ließen es sich nicht nehmen, einzelne Spenden den radfahrenden Sportlern zu geben. So kam insgesamt wohl ein vierstelliger Betrag zusammen.
„Der Kampf gegen Krebs benötigt privates Engagement“
Sie wollen Aufmerksamkeit erzielen und setzen sich für eine gute Sache ein - für Krebs- und Leukämiekranke Kinder -, die Radlerinnen und Radler der "Vor-Tour der Hoffnung". Diese Veranstaltung ist schon längst nicht mehr die kleine Schwester der großen "Tour der Hoffnung", die über eine längere Strecke durch einen Teil Deutschlands geht. Die sportlichen Radfahrer der "Vor-Tour" sammelten allein 2014 fast 230.000 Euro - von 1996 bis 2014 insgesamt nahezu 2,5 Millionen Euro. Die gesamte Aktion „Tour der Hoffnung“ sammelte in 31 Jahren mehr als 32 Millionen Euro.
„Der Kampf gegen den Krebs braucht privates Engagement“, heißt es auf der Homepage der Tour. Und weiter: „Die staatliche Finanzierung allein reicht nicht aus. Es wird mehr Geld benötigt, um die verstärkten Anstrengungen in der Krebsforschung zu unterstützen, um neue Behandlungskonzepte zu erarbeiten sowie die pflegerische und psychosoziale Betreuung krebskranker Kinder zu verbessern.“
Die Aufteilung der Spenden an die Begünstigten wird durch das Medizinische Kuratorium der "Tour der Hoffnung" festgelegt und das Geld wird ausschließlich von der Kämmerei der Universitätsstadt Gießen verwahrt und verwaltet.
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