Vallendar - neue Stadt- und Kongresshalle mit vielfältigem Nutzen
Bauarbeiten haben begonnen
Innenminister Roger Lewentz: „Wir investieren gerne in die Zukunft dieser Stadt“
Vallendar.Die 1974 fertiggestellte gebaute Stadthalle an der Westerwaldstrasse in Vallendar ist in die Jahre gekommen und sanierungsbedürftig. Die kommunalen Parlamentarier hatten im Jahre 2006 zu entscheiden, wie eine Sanierung in einem vertretbaren Kosten-/Nutzenverhältnis zu verwirklichen ist. Es stellte sich heraus, dass der Bau einer neuen Halle wirtschaftlich sinnvoller schien, als die Sanierung des bestehenden Gebäudes.
Etwa zeitgleich bedachte die WHU Otto Beisheim School of Management (WHU) ihre Studentenzahl und damit das Campusgelände zu vergrößern - man wollte in der Hochschullandschaft weiter wettbewerbsfähig bleiben. So stand man vor der Entscheidung, einen außerhalb von Rheinland-Pfalz gelegenen neuen Standort zu finden oder den Hochschulstandort Vallendar den Bedürfnissen einer Wirtschaftsuniversität von europäischem Rang anzupassen. Dazu gehört unter anderem eine moderne Kongresshalle.
Rahmenvertrag zwischen Stadt, Land und Hochschulen
Nach langen Planungen und Verhandlungen kam es schließlich zu einem Rahmenvertrag zwischen dem Land Rheinland-Pfalz, der WHU, der Philosophisch-Theologischen Hochschule, der Stadt Vallendar und der Verbandsgemeinde Vallendar. Das Land sagte einen Zuschuss in Höhe von 70 Prozent für den Bau einer neuen Kongresshalle zu; für Rheinland-Pfalz sei eine so wichtige Universität wie die WHU von großem Nutzen, so die Begründung. In der Regel werden solche Bauvorhaben mit 30 - 35 Prozent bezuschusst. Voraussetzung für die hohe Landeszuwendung war, dass ein Koordinierungsrat gebildet wird, deren Vorsitz der Bürgermeister der Verbandsgemeinde übernehmen soll. Damals und heute ist das Fred Pretz. Bauherr ist natürlich die Stadt Vallendar, vertreten durch Stadtbürgermeister Gerd Jung. Der Rahmenvertrag schaffte Planungssicherheit. Es stand die Frage des Standortes der neuen Kongresshalle an. Im Folgenden wurden zahlreiche Gespräche mit Bürgern, Vereinen, der WHU und dem Land geführt. Die neue Halle sollte nicht nur eine Kongresshalle sein, sondern so ausgestattet werden, dass sie wie die alte Stadthalle nutzbar ist, also für Vereinsveranstaltungen, Privatfeiern und Ähnliches - eben ein echtes Bürgerhaus und kein mondäner Kongresstempel. Größe und Nutzung des Gebäudes war ein entscheidendes Faktum.
Schließlich einigten sich die Vertragsparteien auf einen Innenraum, der eine maximale Bankettbestuhlung von 800 Personen fasst. Bankettbestuhlung heißt: jeweils ein Tisch mit acht Stühlen. Die neue Halle kann durch Stuhlbereihung mehr Personen fassen. Im Einzelnen: Großer unterteilbarer Saal mit 1.000 Sitzplätzen, Terrasse und Festgarten; Kleiner Saal mit 130 Sitzplätzen; über 400 m² großes, lichtdurchflutetes Foyer, das mit den Sälen verbunden werden kann, große Cateringküche, Funktionsbereich mit vier flexiblen Konferenz- und Vereinsräumen, Tiefgarage mit 63 Stellplätzen, die Nutzfläche beträgt 1.900 Quadratmeter. Die Baukosten wurden vom Land Rheinland-Pfalz auf maximal 10,5 Mio. Euro festgelegt. Daran ist auch die hohe Bezuschussung gebunden.
Architektenwettbewerb und erster Spatenstich
Nachdem die Standortfrage geklärt war, ging es zum Architektenwettbewerb und folgend die europaweite Ausschreibung. Durch verschiedene Umstände verzögerte sich der Baubeginn - öffentliche Bauten sind an manche Weisungen gebunden. Doch am 2. Oktober 2015 konnte Stadtbürgermeister Gerd Jung, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Fred Pretz, Kreisbeigeordneter Rudi Zenz, Architekt und Objektplaner Rainer Streule und der Minister für Inneres, für Sport und Infrastruktur des Landes Rheinland-Pfalz, Roger Lewentz, unter Beteiligung von Ratsmitgliedern, Bürgern und Vertretern des öffentlichen Lebens, den symbolischen ersten Spatenstich vornehmen. Vallendar habe national und international einen sehr guten Ruf, so der Minister. „Wir investieren gerne in die Zukunft dieser Stadt“, sagte der Innenminister. Man wolle nicht nur Oberzentren fördern, sondern auch kleinere Orte. Schon am nächsten Tag rückten die Bagger an und die Arbeiten gehen zügig voran. Wenn alles nach Plan läuft, soll die Halle im Mai/Juni 2017 in Betrieb genommen werden. Aktuell gibt es Pläne eines Investors für einen Hotelbau in unmittelbarer Nähe zur neuen Halle. Dazu müsste nach Ratsbeschluss der Bebauungsplan geändert werden. Grundsätzlich stehen die meisten Vallendarer Ratsleute dem Neubau positiv gegenüber. Eine gewisse Uneinigkeit besteht allerdings in der geplanten Höhe des möglichen neuen Gebäudes - der Hotelturm ist mit fast fünfzig Meter Höhe geplant.
Der erste Spatenstich fand statt. Fotos: AND
So soll die Halle werden.
Die Bauarbeiten sind in vollem Gange.
