ASF Vallendar
Besichtigung des Permakulturgartens
Frauen waren begeistert von der umweltschonenden Arbeitsweise der Permakultur
Vallendar/Eich. Der Arbeitskreis sozialdemokratischer Frauen (ASF) Vallendar besuchte am 9. August mit einer kleinen interessierten Gruppe den städtischen Permakulturgarten Andernach-Eich. Am Eingang erwartete die Frauen der Stadtführer Herr Koßmann, der in den nächsten anderthalb Stunden durch die rund neun Hektar große Anlage führte. Der Begriff Permakultur geht zurück auf den Australier Bill Mollison aus den 70er Jahren. Permakultur heißt eigentlich zunächst nichts anderes, als eine nachhaltige, nicht industrielle Landwirtschaft, die auf menschliche Lebensräume übertragen wird.
2009 legten 50 freiwillige Helfer eine Streuobstwiese an und eine Benjeshecke als Nistplatz für Vögel und Igel und schufen so einen ökologischen Garten mit sozialer integrativer Funktion. Ob beim Bau des Stalles oder beim Insektenhotel: Alle durften mitmachen, egal ob Jung oder Alt. Heute halten von Aussterben bedrohte Fuchsschafe die Streuobstwiese von Bewuchs frei. Schwäbisch-Hallische Landschweine, auch eine aussterbende Haustierrasse, düngen derzeit die Flächen, die nächstes Jahr bepflanzt werden sollen. Alles ist genau aufeinander abgestimmt im Einklang mit der Natur. Es werden keinerlei Pestizide verwendet.
Eine neue Lebensperspektive eröffnet der Garten auch Langzeitarbeitslosen und Menschen mit Migrationshintergrund. Denn die kümmern sich mittlerweile mit viel Einsatz um ihn. Die jeweils jährlich rund 20 „Auszubildenden“ werden zum Permakultur-Assistenten in einem Jahr ausgebildet. Es gelingt pro Jahr vier bis sechs der 20 Absolventen, nach der Ausbildung in feste Arbeitsverhältnisse zu bringen. Die Männer und Frauen haben beispielsweise eine Komposttoilette, einen Lehmofen und ein Insektenhotel gebaut, Bäume gepflanzt, Versorgungsleitungen für Strom und Wasser gebaut, Beete angelegt und den Boden mit Kompost verbessert. Ein Hühnerhaus ist zurzeit im Bau und ein großer Teich soll entstehen. Der Garten wächst und verändert sich ständig. In Andernach selbst wurden mit den gezogenen Setzlingen auch mitten in der Stadt Tomatenstauden gepflanzt: im Schlossgarten Bohnen, Kürbisse, Zucchini und am Rheinufer Grünkohl.
Die Damen des ASF waren von dem herrlichen Gelände und von den Erklärungen des Stadtführers begeistert. Und bei Kaffee und Kuchen ließen sie die schönen interessanten Eindrücke im Café Winzig in Andernach ausklingen. Alle waren sich einig: Permakultur ist eine gute Sache in der heutigen, industrialisierten Welt.
Pressemitteilung
ASF Vallendar
Auch beim Anbau von Nutzpflanzen wird auf nachhaltiges Arbeiten geachtet.Foto: privat
