Allgemeine Berichte | 22.05.2017

Förderverein St. Georgskirche Niederwerth

Der Hochaltar in der St. Georgkirche

Spannende Geschichte(n) der Niederwerther Kirche, Folge 5

Der Hochaltar in der St. Georgkirche

Niederwerth. Das raumbestimmendste Element der wundervollen St. Georgskirche auf Niederwerth ist sicherlich der Hochaltar, der den Abschluss des Chorraumes gegen Osten bildet und alle Blicke unwillkürlich auf sich zieht. Der Altar ist ein Konstrukt aus vielen Jahrhunderten, vereint verschiedene Kunstepochen in sich und besticht durch seinen Formenreichtum und die Anmut seiner bildlichen Darstellungen.

Im Mittelpunkt stehen elf Holzreliefbilder aus der Zeit um 1520. Der Künstler der ausdruckskräftigen Bilder ist unbekannt; wahrscheinlich stammen sie aber aus der Koblenzer Bildhauerwerkstatt von Jakob Kerre, dessen Schaffen für die Zeit von 1517 bis 1531 nachgewiesen ist und der Schüler Hans Backoffens, des berühmten Mainzer Bildhauers, gewesen ist. Über Meister Kerre ist nicht viel bekannt, lediglich, dass er als „Jakob Kerre Byldhauwer“ 1513 in die Trierer Krämerzunft aufgenommen und im Koblenzer und Trierer Raum, wo er unter Umständen am berühmten Renaissance-Grabaltar für Richard von Greiffenklau mitgearbeitet haben soll, aber auch in Simmern (Hunsrück), Kastellaun, Gemünden und Münstermaifeld Werke hinterlassen hat.

Die Bildwerke stammen aus der Übergangszeit von der Gotik zur Renaissance; gotisch sind z.B. der Faltenwurf der Gewänder, der unabhängig von der Körperhaltung ist, auf die Renaissance weist die schon gut sichtbare Raumperspektive der Bilder hin. Dabei sind die Bilder nicht als Altarbilder geschaffen worden, sondern waren ursprünglich Andachtsbilder, die zur religiösen Erbauung der Augustiner Chorherren, die sie auch in Auftrag gegeben haben, im Kloster hingen; erst nachträglich wurden sie zu einem Gesamtbild zusammengesetzt und um die einzelnen Bilder abgrenzende Renaissancesäulen sowie Girlanden tragende Putten ergänzt.

Die Reliefs stellen überwiegend die Jugend Jesu dar: die Verkündigung, die Heimsuchung, der Kindermord von Bethlehem, die Flucht nach Ägypten, die Geburt Christi, die Darstellung im Tempel, und Anbetung durch die Weisen aus dem Morgenland, die zwei Tafeln in Anspruch nimmt. Die Bilder der oberen Reihe passen thematisch nicht dazu: Hier sind Gottvater, die Auferstehung, die Himmelfahrt sowie die Grablegung dargestellt. Wer bibelfest ist, stellt bereits bei der ersten Betrachtung fest, dass die Bilder nicht chronologisch oder thematisch angeordnet worden, sondern wahrscheinlich nach einem passenden Gesamteindruck. Die geschah im 18. Jahrhundert, als die Bildplatten in einem halbrunden Rahmen zusammengefasst und einige Reliefs in der oberen Reihe beschnitten wurden. Im 19. Jahrhundert erfolgte dann eine Neugestaltung des Altars im neugotischen Stil.

Über dem Altartisch befindet sich zudem eine Predella mit Sakramentshaus; in den sechs Feldern sind Engelsfiguren mit Leidenswerkzeugen Jesu (Würfel, Schweißtuch, Lanze, Schwamm, Dornenkrone und Nägel) zu sehen. Ein Bogen zieht sich von dort zu beiden Seiten nach oben und gipfelt in einer Kreuzblume. Heiligenfiguren aus dem 19. Jahrhundert krönen den Altar und zeigen von links nach rechts den Hl. Nikolaus von Bari im grünen Messgewand, Bischof Ulrich von Augsburg, Papst Clemens sowie Bischof Wolfgang mit Messbuch. Dass der Hl. Nikolaus als Patron der Fischer und Seefahrer in einer Inselkirche dargestellt ist, wundert nicht, die anderen drei Figuren stehen wohl im Zusammenhang mit Stiftern des Altares.

Der Förderverein

Die Texte unserer Reihe werden von Josef Pfaffenheuser geschrieben und die Bilder stammen von Thomas Willmes. Für weitere Fragen stehen die Mitglieder des Vorstandes gerne zur Verfügung. Erster Vorsitzender: Jürgen Dorschner, Schloßstraße 2, Tel. (02 61) 6 46 57, Handy (01 60) 7 73 81 75, E-Mail: gj.dorschner@gmx.de. Spendenkonto: IBAN DE33 5705 0120 0004 0152 93, BIC: MALADE51KOB

Der Hochaltar in der St. Georgkirche

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  • Karl Matheis: Eine unendliche Geschichte, alle Beteiligten sollten mal darüber nachdenken, ob sie heute ein Haus bauen würden mit Plänen aus den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts! Bei Straßen wollen wir dies offensichtich machen.
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