Allgemeine Berichte | 23.09.2014

Wanderfreunde Niederwerth auf großer Tour

Der Königssee wurde erklommen

Der Königssee wurde erklommen

Niederwerth. „Alle Jahre wieder“ - so heißt es nicht nur an Weihnachten, sondern auch bei den Wanderfreunden Niederwerth. Auch in diesem Jahr fand sich wieder eine Gruppe zusammen, um diesmal die wunderschöne Bergwelt rund um den Königssee im Berchtesgadener Land zu erkunden. Andreas, Dirk, Hans, Heiner und Frank waren die fünf Wanderfreunde, die sich in der Nacht zum 27. August gegen 3.15 Uhr aufmachten, um wieder eine Hüttentour zu unternehmen. Nach nächtlicher Fahrt und einem traditionellen Frühstück an der Raststätte Irschenberg konnten wir kurz vor Mittag die Autos am Hotel in Schönau abstellen und die Rucksäcke aufschultern und Richtung Jenner Bergbahn aufbrechen. Nach einem kurzen „technischen Halt“ vor der Liftfahrt kamen wir nach circa 20-minütigem Fußmarsch auf dem Gipfel des Jenner (1.874 Meter) an.

Dort blieb uns jedoch kaum Zeit, die Aussicht zu bestaunen, denn pünktlich mit Erreichen des Gipfelkreuzes setzte starker Regen ein, der uns zum Umkehren in Richtung der ersten Unterkunft zwang. Nach 30 Minuten zügigem Gang durch den stürmischen Regen erreichten wir das Carl-von-Stahl-Haus (1.733 Meter) kurz hinter der österreichischen Grenze. Eigentlich war für diesen Tag noch die Besteigung des Hohen Brett (2.341 Meter) bzw. des Hohen Göll (2.522 Meter) geplant, aber aufgrund des starken Regens und der schlechten Sicht wäre das Risiko dieser Gratwanderung auf die Gipfel zu groß gewesen und wir blieben auf der Hütte und verbrachten einen geselligen Abend auf der nicht voll belegten Hütte. Der nächste Morgen brachte eine schöne, wenn auch sehr frühe Überraschung, denn bereits gegen 7 Uhr morgens wurden wir durch die ins Zimmer strahlende Sonne geweckt. Es schien ein toller Tag zu werden, auch wenn die Nachtruhe durch mehrfache Schnarch-Attacken nicht allzu üppig ausgefallen war.

Nach einem kräftigenden Frühstück auf der Hütte ging es dann gegen 8.30 Uhr auf die diesjährige „Königsetappe“ über den Schneibstein (in Fachkreisen auch „Schleifstein“ genannt) zur Gotzenalm. Für den zweieinhalbstündigen Aufstieg auf nassem und rutschigem Weg hinauf auf den Gipfel wurden wir oben auf 2.276 Meter mit einer herrlichen Aussicht belohnt. Das Panorama lud zum Verweilen ein und wir genossen eine leckere Brotzeit. Der weitere Weg führte uns wieder bergab über Schnee- und Geröllfelder, immer entlang der deutsch-österreichischen Grenze.

Steinböcke konnten aus der Nähe betrachtet werden

Eine Gruppe von Steinböcken, die keine 30 Meter von uns entfernt die Sonne genoss, schien nicht sonderlich beeindruckt von den Wanderern zu sein und so hatten wir die Gelegenheit, diese majestätischen Tiere aus nächster Nähe zu bestaunen. Nach weiteren eineinhalb Stunden erreichten wir den Seeleinsee (1.809 Meter). Dieser herrlich gelegene Bergsee bot Andreas und Frank bei sommerlichen Temperaturen eine kräftige Abkühlung, wobei der Aufenthalt im gefühlt fünf Grad kalten Wasser nur von kurzer Dauer war.

Das auf uns nun noch einmal ein Anstieg zur nächsten Scharte (Hochgschirr, 1.949 Meter) von circa 150 und danach einen Abstieg von 200 Höhenmeter wartete, stieß nicht bei allen Wanderfreunden auf Begeisterung. Aber auch diese Hürde sowie die Durchquerung eines scheinbar nicht mehr enden wollenden „Märchenwaldes“ mit seinen „Bewohnern“ schafften wir.

Und so kamen wir nach circa acht Stunden Tagesmarsch auf der Gotzenalm (1.685 Meter), einer wunderschönen, privat bewirtschafteten Berghütte, an, wo wir einen geselligen Abend und eine mehr oder weniger ruhige Nacht verbrachten.

„Spreu“ und „Weizen“ nahmen unterschiedliche Wege

Auch der nächste Tag brachte uns wieder herrlichen Sonnenschein. Nach dem Frühstück und einem kurzen Marsch hatten wir vom Aussichtspunkt Warteck auf 1.741 Meter einen traumhaften Blick auf den Königssee, St. Bartholomä und die fahrenden Boote. Danach teilten wir uns in die zwei Gruppen „Spreu“ und „Weizen“ auf. Die Gruppe „Spreu“ nahm den zweistündigen Marsch über den Hirschlauf, einem natürlichen Steig, zur Königsbachalm (1.240 Meter) in Angriff. Die Gruppe „Weizen“ begab sich direkt dorthin, um den Flüssigkeitshaushalt zu regulieren. Auf der Königsbachalm hatten wir dann eine verdiente Mittagsrast mit einem gut gelaunten Hüttenwirt. Danach hieß es, die letzten 600 Höhenmeter bergab nach Schönau zu bewältigen, die wir aber dank guter Wege sehr zügig zurücklegten. Dies erwies sich auch als sehr gut, denn zwischenzeitlich schlug das Wetter um und wir erreichten mit dem ersten kräftigen Gewitterschauer den Jenner-Kaser in Schönau. Nach einem kurzen Stopp wanderten wir weiter zum Hotel, wo wir gegen 17.30 Uhr ankamen und auf uns ein leckerer Grillabend wartete.

Der Blick aus dem Fenster am nächsten Morgen ließ die Stimmung schnell sinken, denn außer Grau und Regen war nichts zu sehen. Auch nach dem Frühstück änderte sich dies nicht und so war an eine Besteigung des Grünsteins über den Grünstein-Klettersteig, wie ursprünglich geplant, nicht zu denken. Daher beschlossen wir, den Tag kulturell zu nutzen und besichtigten die Dokumentation Obersalzberg, ganz in der Nähe von Berchtesgaden.

Die Dokumentation Obersalzberg ist eine vom Institut für Zeitgeschichte, München - Berlin im Auftrag des Freistaats Bayern konzipierter und betreuter Lern- und Erinnerungsort. Sie bietet am historischen Ort die Möglichkeit, sich mit der Geschichte des Obersalzbergs und der Geschichte des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen.

Den Abschluss des Tages und der diesjährigen Hüttentour verbrachten wir noch einmal in der Jenner-Kaser in Schönau.

Auf dem Gipfel des Schneibstein: Andreas Klöckner, Dirk Staufenbiel, Karl-Heinz Kesselheim, Frank Zisgen und Hans Brink (v.l.n.r.). Fotos: privat

Blick auf den Jenner (1.874 Meter).

Blick nach Deutschland am Carl-von-Stahl-Haus.

Der Königssee wurde erklommen
Der Königssee wurde erklommen

Der Königssee wurde erklommen

Der Königssee wurde erklommen

Steinböcke, keine 30 Meter entfernt von uns.

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