Bündnis 90/Die Grünen, Ortsverband Vallendar
Dürre und Hitze schaden dem Wald massiv
Mitglieder von Bündnis90/Die Grünen waren mit Förster auf Waldexkursion
Vallendar. „Fast alle Bäume im Forstrevier Vallendar zeigen Schäden, viele von ihnen werden wegen des Klimawandels vorzeitig sterben“, erläuterte der Revierförster des Vallendarer Waldes, Achim Kern, den Mitgliedern der Grünen bei einer Exkursion zum Pedel. Der Ortsverband hatte den Förster anlässlich einer Mitgliederversammlung für eine Waldführung gewinnen können, um sich den Zustand unseres Waldes erklären zu lassen.
Die Grünen waren betroffen über das Ausmaß der Schäden, die der Klimawandel und besonders die Hitzewellen und die Trockenheit der beiden vergangenen Sommer im Wald angerichtet haben. Förster Achim Kern zeigte der Gruppe die schon lichten Kronen alter Buchen und Eichen, die dem Klimawandel nicht widerstehen können. Aber auch Baumarten, die das Team des Forstreviers gepflanzt hat, um herauszufinden, ob diese für unsere Breiten ungewöhnlichen Bäume widerstandsfähiger gegen Hitze und Trockenheit sind.
Viele geschützte Arten
Interessant aber auch: Der Buchenwald Pedel bei Vallendar ist ein etwa 300 Hektar großer Wald mit riesigen alten Buchen, unter denen bereits die nächste Buchengeneration heranwächst. In dieser naturnah bewirtschafteten Waldgesellschaft leben viele geschützte Vogel-, Fledermaus- und Insektenarten. Es gibt hier überdurchschnittlich viele Höhlenbäume, die Quartier für Fledermäuse sein können. Im Buchenwald Pedel werden Kolkrabe und Rotmilan häufig beobachtet und auch die scheue Wildkatze kommt hier vor. Hier brüten Habicht und Hohltaube und viele Singvögel und seltene Spechtarten. Die dicken alten Bäume sind ökologisch sehr wertvoll, so Förster Achim Kern. Auch wenn sie sterben und zerfallen, haben sie eine wichtige Funktion für die Tier- und Pflanzenwelt.
Um diesen für die Natur sehr wichtigen Wald besonders zu schützen, hat die Stadt Vallendar in den 2000er Jahren auf einem Gebiet von 35 Hektar mehrere hundert starke, für den Naturschutz bedeutende Buchen und Eichen GPS-kartieren und katalogisieren lassen. Für diese Bäume können Unternehmen, Vereine, Privatpersonen oder Institutionen Baumpatenschaften übernehmen. Die Bäume werden dann nicht gefällt und bleiben bis zu ihrem natürlichen Zerfall an ihrem Standort und garantieren so die Artenvielfalt des Waldes. Jeder Baum hat eine Nummer und kann dadurch dem Baumpaten zugeordnet werden.
Baumpatenschaften
„Jeder Bürger, Verein oder ein Unternehmen kann Baumpate von diesen wertvollen Bäumen im Waldgebiet Pedel werden“, so Förster Achim Kern. Ein Baum kostet im Durchschnitt 900 Euro. Der Preis wird individuell pro Baumriese berechnet, abhängig etwa von seinem Alter und dem hypothetischen forstwirtschaftlichen Wert.
Interessierte Firmen, Institutionen oder private Interessengemeinschaften können einen von rund 450 Bäumen mit einem Alter zwischen 50 und 180 Jahren auswählen. Die Stadt Vallendar garantiert für mindestens 100 Jahre den Verzicht auf die forstwirtschaftliche Nutzung des Baums. Jeder Baumpate unterstützt so den Naturschutz und den Erhalt der Baumriesen auch noch für die Urenkel.
Urwald entstehen lassen
Die Grünen waren von der Idee der Baumpatenschaft sehr positiv überrascht und sagten dem Revierförster zu, für diese tolle Naturschutzaktion zu werben. „Gerade in Zeiten des Klimawandels ist es wichtig, derart wertvolle Waldstücke zu schützen und dort über Jahrzehnte so etwas wie einen Urwald entstehen zu lassen“, so die grünen Ortsverbandssprecher Carmen Bohlender und Andreas Wandow. „Vielleicht kann sich dieser Urwald mit seiner Artenvielfalt besser als ein forstlich genutzter Wald gegen Hitzewellen und Dürren behaupten.“
Interessenten an einer Baumpatenschaft können sich bei Revierförster Achim Kern informieren und beraten lassen unter Tel. (0 26 20) 95 19 87, achim.kern@wald-rlp.de.
Pressemitteilung Bündnis 90/Die Grünen, Ortsverband Vallendar
