Konzertreihe „Marzellinus-Musik“ in der Pfarrkirche Vallendar
„Ein Orgelabend mit drei Kreuzen“
Marzellinus-Musik am 2. Juni
Vallendar. Unter der Überschrift „Ein Orgelabend mit drei Kreuzen ...“ lädt der Kantor und Organist der Pfarreiengemeinschaft Vallendar Johann Schmelzer für Sonntag, 2. Juni um 18 Uhr zur letzten Marzellinusmusik vor der Sommerpause in die Pfarrkirche Vallendar ein. Der Titel des Konzertabends, der einen Bogen vom norddeutschen Frühbarock bis zur französischen Spätromantik schlagen wird, ist mit Bedacht gewählt, stehen doch alle Stücke in fis moll oder A Dur. Zu Gehör gebracht werden Werke von Dietrich Buxtehude, Johann Sebastian Bach, Cesar Franck und Louis Vierne.
Der Konzertabend wird eröffnet mit dem „Praeludium in fis mol“ (BuxWV 146) von Dietrich Buxtehude (1637-1707). Der Komponist war Kirchenmusiker an St. Marien in Lübeck, wo ihm eine Orgel Arp Schnitgers zur Verfügung stand; er gilt als Großmeister und Vorbild des norddeutschen Orgelbarock. Er prägte den „Stylus Fantasticus“. In seinen Praeludien für Orgel wechseln toccatenhafte Improvisationsteile mit virtuosem Laufwerk, Pedalsoli und Fugenpassagen ab.
Das „Trio super Allein Gott in der Höh‘ sei Ehr‘“ (BWV 664) von Johann Sebastian Bach (1685-1750), mit dem das Programm fortgesetzt wird, stammt aus der Leipziger Zeit und repräsentiert den ausgereiften Bach. Das Thema der beiden polyphon fließenden Oberstimmen wird aus den Anfangstönen des Choralbeginns gewonnen. Nach Durchschreiten verschiedener Tonarten erklingt zum Schluss der Choral im Bass.
Die „Fantasie in A-Dur“ von Cesar Franck (1825-1890), dem Urvater der französischen Orgelsinfonik, bildet das dritte Werk des Orgelabends. Das Werk entstammt den „Trois pieces pour grand orgue“ und zeigt mustergültig Francks Kompositionsprinzipien: Weich singende Melodik, schillernde Harmonik, dynaminsche Expressivität und orchestrales Farbendenken. In der Fantasie werden zunächst zwei Themen unabhängig voneinander etabliert, die schließlich miteinander kombiniert werden.
Den Schlusspunkt und das Hauptwerk des Abends stellt Louis Viernes „Sinfonie No. 3 in fis-moll, Op 28“ dar. Vierne (1870-1937) war Schüler Francks. Er übernahm dessen Alterationsharmonik, das orchestrale Denken und entwickelte dies weiter. Die dritte Sinfonie zeigt bereits den ausgeprägt meisterhaften Stil des Komponisten. Sie hat fünf Sätze, von denen der Erste dramatisch zupackend ist, der Zweite etabliert eine melancholische Cantilene, im Dritten werden tänzerisch scherzhafte Töne angeschlagen; meditativ und ruhig gibt sich der vierte Satz, während das Finale mit Motorik und Dynamik seinem Namen alle Ehre macht.
Die Konzerte der Marzellinus-Musik-Reihe finden jeweils am ersten Sonntag im Monat statt und widmen sich verschiedenen kirchenmusikalischen Themen; außerdem laden sie ein, sich Zeit für Musik und Besinnung zu nehmen. Der Eintritt zum Konzert ist frei, um eine freiwillige Spende bei der Türkollekte wird gebeten.
