Schönstattbewegung trifft Papst Franziskus
Einen wunderbarer Empfang
Rund 8000 Pilger der Schönstatt-Familie fuhren nach Rom
Vallendar-Schönstatt. „Sie spüren unsere Zuneigung. Und wir spüren, wie gut es ist, einen Papst zu haben, der die Herzen der Menschen erreicht“, eröffnet Pater Heinrich Walter am Samstagmittag am Beginn der Privataudienz sein Grußwort an Papst Franziskus. Die rund 8000 Pilger der Schönstatt-Familie hatten ihm einen wunderbaren Empfang bereitet. Die Pilgerfahrt nach Rom, zum Herzen der Weltkirche, erreicht nach den Besuchen der römischen Schönstatt-Heiligtümer Matri Ecclesiae und Cor ecclesiae ihren Höhepunkt.
Papst Franziskus nimmt sich viel Zeit, um den Schönstatt-Pilgern aus 50 verschiedenen Nationen und allen Kontinenten zu begegnen. Er fordert die Gemeinschaften Schönstatts dazu auf, verstärkt missionarisch zu wirken: „Eine Kirche, die nicht aus sich herausgeht, ist eine komische Kirche. Eine Bewegung, die verschlossen ist in sich selbst, wird krank.“ Er betont auch die Rolle Marias, um zu Christus zu finden: „Soweit wir Jesus auch kennen mögen: Niemand kann sagen, dass er so reif ist, auf Maria zu verzichten. Niemand kann auf seine Mutter verzichten“, sagt der Papst. Christen seien keine Waisen, sondern hätten eine Mutter, die im Glauben erziehe und begleite. „Sie bringt uns Jesus.“
Die Jugendlichen der Schönstatt-Bewegung fordert der Heilige Vater auf, ein „attraktives“ Zeugnis für den christlichen Glauben zu geben. Als Christ zu leben, stelle eine Entscheidung dar. Gleichzeitig mahnt der Papst davor, in den Anstrengungen zu ermüden. Dahinter stehe oftmals Egoismus und Bequemlichkeit.
Der Papst spricht auch über die Krise der christlichen Familie, die in der Krise des Ehesakraments gründet: „Ich denke, dass die christliche Familie, die Ehe, noch nie so angegriffen wurde wie heute.“ Das Ehesakrament sei immer stärker entwertet und auf ein Versprechen oder einen Lebensstatus reduziert worden.
Zugleich mahnt Papst Franziskus das Zeugnis und konkrete Hilfe „von Mensch zu Mensch“ an. Man müsse die Menschen begleiten - dabei „Zeit verlieren“. Jesus Christus sei „der Meister des Zeitverlierens“ gewesen.
Beeindruckt zeigte sich Papst Franziskus von der Haltung Pater Kentenichs. Trotz der erfahrenen Ablehnung seiner Sendung durch die Kirche habe Pater Kentenich auf die Zurückweisung nicht mit Wut oder Vergeltung reagiert, sondern Durchhaltevermögen bewiesen. „Das ist das Zeichen für einen Propheten“, deutete Franziskus das Geschehen. Falsche Propheten seien niemals zurückgewiesen worden, weil sie den Mächtigen sagten, was sie hören wollten. Pater Kentenich habe Mut und Durchhaltevermögen bewiesen - Eigenschaften, die selbstverständlich für Christen sein sollten auf ihrem Weg zur Heiligkeit. Nach einem heiligmäßigen Leben zu streben, könne Kirche und Welt erneuern. „Ich bitte euch um Heiligkeit - Das wird die Kirche erneuern.“
Mit seinem Segen verabschiedete der Heilige Vater die versammelte Schönstattfamilie, die aufgebrochen ist zu einer noch tiefen Solidarität mit den Menschen in Gesellschaft und Kirche.
Begegnung mit Papst Franziskus in Rom.
Audienzhalle in Rom - mehr als 8000 Pilger der Schönstattfamilie sind versammelt.
Begegnung der Schönstattfamilie mit Papst Franziskus in Rom.
