CDU-Frauen-Union (FU) Vallendar
Eintauchen in die Historie der kleinen „Großen“ Stadt Koblenz-Ehrenbreitstein
Vallendar. In der Vorankündigung zur Stadtführung mit Manfred Diehl wurden einige geschichtliche Daten und Ereignisse kommuniziert, die während der Führung weiter verinnerlicht werden konnten und wohl jeden historisch Interessierten begeistert haben. Um für diesen längeren Exkurs gewappnet zu sein wurde erst die namentlich gleiche Kirche am Kapuzinerplatz aufgesucht. Hier ist erst einmal ein nachdenkliches Vorwort vonnöten, um der Zeit die notwendige Referenz zu erweisen. In den vergangenen 350 Jahren hat die Klosterkirche der Kapuziner in Ehrenbreitstein viele Generationen kommen und gehen sehen, damit einhergehend viele Lebensstile und Denkweisen. Sie wurde als Barockkirche gebaut und ist auch heute noch als solche zu erkennen. Sinn und Zweck des Gebäudes war die Nutzung als Klosterkirche für ein Kapuzinerkloster, was durch Struktur und Größenmaße nachvollziehbar ist. Ausstattung und Ausschmückung lassen aber nicht an eine typische Kapuzinerkirche glauben. Fürstliche Vergangenheit schwebt über dieser Kirche und verrät dadurch ihre Herkunft. Glanz und Gloria der Kurfürsten sind vergangen, aber prägende Stempel der glanzvollen Vergangenheit sind in der Klosterkirche zurückgeblieben, sowohl Gedanken an die barocke Lebensfreude vergangener Zeiten als auch an die großherzige Opferbereitschaft der Gönner und Wohltäter.
Geschichte der Kapuzinerkirche
Der Trierer Kurfürst und Erzbischof Philipp Christoph von Sötern legte am 18. Oktober des Jahres 1628 den Grundstein für die Kirche der Kapuziner, die er im Jahr zuvor nach Ehrenbreitstein gerufen hatte. Als Schutzpatrone der fertiggestellten Kirche im Jahre 1629 fungierten die Apostel Philippus und Jakobus, manifestiert durch die Holzfiguren auf dem Hochaltar. Nach der Zerstörung von Kirche, Kloster und ganz Ehrenbreitstein im Mai des Jahres 1636 im Rahmen des 30-jährigen Krieges lässt Kurfürst Carl Caspar von der Leyen die Kirche 1655 wieder aufbauen, wovon die Inschrift über dem Kirchenportal Zeugnis ablegt. Die der Kapuzinerkirche angegliederte Loreto -Kapelle (auch Loretto) diente als Begräbnisplatz, wo unter anderen 1676 Karl IV, Herzog von Lothringen, beigesetzt wurde. Eine Loretokapelle, in größerer Ausprägung auch als Loretokirche zu bezeichnen, ist eine Nachbildung der im italienischen Wallfahrtsort Loreto verehrten Basilika vom Heiligen Haus in Loreto, das die Santa Casa der heiligen Familie in Nazareth beherbergt. Eine Legende besagt, dass Engel im 13. Jahrhundert das Gebäude von Nazareth nach Loreto überführt haben. Die Kapelle wurde im Laufe der Jahre auch für weitere hochgestellte Persönlichkeiten zum Begräbnisplatz, wobei dieser Platz in den meisten Fällen als Übergangsgrab zu einer endgültigen Grablege angesehen werden musste. Der Leichnam des 1676 dort bestatteten Lothringers wurde beispielsweise 1717 in seine Heimat überführt, allerdings ohne Wissen des Kurfürsten. Der größte Wohltäter der Kapuzinerkirche, Franz Georg von Schönborn, wurde am 25. Januar 1756 ebenfalls dort beigesetzt. Am 5. Februar 1729 wählte man ihn zum Erzbischof von Trier. Nach einigen Wirrungen der Zeit, der Eroberung durch französische Revolutionstruppen und der folgenden Säkularisierung von Kirche und Kloster wurde das Kloster 1813 geräumt. 1861 konnten die Kapuziner dann zurück. Das endgültige „Aus“ für die Kapuziner in Ehrenbreitstein kam Ende September 2008. Danach diente die Klosterkirche der Gemeinde Heilig-Kreuz als Pfarrkirche.
Gentrifizierung
Gentrifizierung nennt man heute, was ab dem 17. Jahrhundert in Ehrenbreitstein vonstattenging. Müller und Handwerker konnten nur noch am Stadtrand siedeln. Der Hofstaat und seine Beamten zogen im Zentrum ein. Danach kamen die Bediensteten und die Lieferanten. Die „feinen Leute“ sprachen vornehmlich französisch und italienisch, vergnügten sich bei der Jagd und bauten prächtige Gebäude, deren Ursprünge durch siegelartige Applikationen noch gut zu erkennen sind. In der Blickachse zur Residenz entstand die Hofstraße, eine wahrhaftige Renommiermeile mit herausragenden Häusern wie dem des Hofkammerrats Ludwig Coenen von 1714. Die feine Gesellschaft verlangte verstärkt nach Kultur. Goethe besuchte Ehrenbreitstein, auch Mozart gab sich ein Stelldichein, hatte aber sonst keine gute Meinung von kurfürstlichen Höfen was in der Bemerkung gipfelte: Das Meiste besteht in Essen und tapfer trinken! Im Mittelpunkt des geistigen Lebens am Rhein stand ab 1771 Sophie La Roche. In der Hofstraße 262, nur wenige Schritte von der Residenz entfernt, war ihr Zuhause. Sophie führte ein offenes Haus, das bald Mittelpunkt des geistigen Lebens am Mittelrhein wurde. Ehrenbreitstein wurde ein Ort, den man auf seiner Reiseroute einplanen musste. Goethe war von den damaligen Verhältnissen begeistert und äußerte sich auch dementsprechend. Für die damalige idyllische Pracht braucht es heute viel Phantasie. Heute fahren Autos und die Eisenbahn durch das Bild wo früher Gärten grünten und Rosen rankten. Ab 1816 waren die Preußen die Herren vor Ort. Sie verwandelten die alte Residenz in eine Garnisonsstadt. Somit haben die meisten ihrer Bauten einen militärischen Bezug, beispielhaft ist hier der Gropius-Bau. Die letzten Stationen des Rundganges durch die von großer Historie überlagerten heutigen Stadt bestand noch in der Präsentation besonderer Kostbarkeiten wie Büchern und Münzen in der „aufgelassenen“ Heilig-Kreuz-Kirche und dem Heribertturm (Uhr –und Glockenturm) am Rande des Kirchenplatzes. Von dort aus war es bis zum finalen Stärkungsplatz (Gasthaus Metzinger) vor der Heimfahrt nicht mehr weit, denn Wissen alleine macht nicht satt.
Pressemitteilung
CDU-Frauen-Union
(FU) Vallendar
Stadtführung durch die Stadt Koblenz-Ehrenbreitenstein mit Manfred Diehl.
Ein Vorwort das zum Nachdenken anregte erhielten die Frauen und Männer von Manfred Diehl.
Die CDU-Frauen-Union Vallendar besuchte die Kapuzinerkirche am Kapuzinerplatz.Fotos: Privat
