Gesangverein Freundeskreis Vallendar e.V.
Erfolgreicher Chor-Workshop in Worms
Höhepunkt des intensiven Workshops war der musikalische Auftritt im Kaiserdom zu Worms
Worms. Mit 29 Sängerinnen und Sängern und unserem Chorleiter Andreas Norren brachen wir vor Kurzem zu unserem Workshop in der „Niebelungen-Jugendherberge“ nach Worms auf.
Die Herberge befindet sich in unmittelbarer Nähe des Kaiserdoms im Stadtzentrum, sodass wir die Proben und das Kultur- und Freizeitprogramm gut miteinander verbinden konnten. Gleich nach der Ankunft begann das intensive Übungswochenende mit der Ersten von insgesamt sechs Proben. Besondere Bedeutung hatten hier die Stimm- und Ausdrucksbildung sowie besondere Atemtechniken für ausgewählte Stücke. Daneben waren die Wiederholung einiger unserer bekannten Stücke und das Einstudieren und Verfeinern der neuesten Chorliteratur, die am 2. November zum Jahreskonzert vorgetragen werden soll, ein weiterer Schwerpunkt des Workshops. Andreas Norren wurde nicht müde, uns auch die feinsten Nuancen beizubringen und immer wieder einüben zu lassen.
Zeit für ein wenig Kultur
Zwischen den beiden Freitagsproben fand am Nachmittag die Erste von zwei Führungen unter dem Motto „Zu Fuß durch zwei Jahrtausende“ durch das historische Worms statt. In der ersten Führung bekamen wir zunächst einen sachkundigen Einblick in die Geschichte des Kaiserdoms – dem Wahrzeichen der Stadt. Neben den architektonischen und geschichtlichen Besonderheiten durfte natürlich auch die Verbindung zur Nibelungensage und dem im April des Jahres 1521 abgehaltenen Reichstag zu Worms, in dem Martin Luther zum Widerruf aufgefordert wurde („Berufung auf sein Gewissen“), nicht fehlen. Hier fielen dann auch am zweiten Verhandlungstage in der „Aula Major“ seine berühmten Worte auf die Frage, ob er seine Thesen widerrufen wolle: „Ich stehe hier – ich kann nicht anderes. Gott schütze mich. Amen.“
Nach dem Besuch des Domes wanderten wir zum jüdischen Friedhof zu Worms. Dieser Friedhof ist einer der ältesten und größten jüdischen Friedhöfe in Europa. Wir waren beeindruckt, wie unsere Fremdenführerin die geschichtlichen und kulturellen Zusammenhänge an diesem beeindruckenden Ort mit Grabstätten, die viele Hundert Jahre alt sind, vor unserem geistigen Auge aufleben ließ. Als Abschluss der Führung besichtigten wir das berühmte Lutherdenkmal im Herzen der Stadt.
Bis zur nächsten Probe am Abend blieb dann noch genügend Zeit zur freien Verfügung, wobei das schöne Wetter zum Bummeln in den Einkaufsstraßen oder eine Pause in einem der zahlreichen Cafés einlud. Nach der zwei-stündigen Abendprobe trafen wir uns dann noch in den „Dom-Terrassen“, um die Brauhausspezialitäten zu kosten und gemeinsam die Fußball-WM-Spiele des Abends anzusehen.
Auch der zweite Tag begann mit einer intensiven Chorprobe nach dem gemeinsamen Frühstück. Der frühe Nachmittag stand dann wieder zur freien Verfügung bis zu den Spätnachmittagsproben und der Abendprobe. Danach war dann aber Zeit, um gemeinsam das WM-Spiel Deutschland gegen Ghana anzusehen. Einige Sängerinnen und Sänger hatten sich hierzu extra in den deutschen Farben angemalt oder Fan-Trikots angezogen.
Am Sonntagmorgen wurde dann der Auftritt im Dom mit der letzten Übungseinheit des Workshops vorbereitet. Und um 11 Uhr war es dann so weit - wir, heilige Messe mit den Stücken „Kyrie“ von Cristi Cary Miller, „Herr in Deinem Haus“ von Olav Mørk und Tore Aas, „I Am His Child“ von Moses Hogan und „Order my Steps“ von Glen Burgleigh. Es war für uns alle ein beeindruckendes Erlebnis, in diesem so geschichtsträchtigen Bauwerk vor den etwa 130 Gottesdienstbesuchern auftreten zu dürfen. Nach dem gemeinsamen Mittagessen gab es dann die zweite Führung, die sich mit der jüdischen Geschichte der Stadt und einem Besuch der Synagoge befasste.
Den Abschluss des Tages bildete eine akademische Weinwanderung auf dem „Weingut Dr. Gänz“ in Guldental (Nahe) bei Stromberg. Wir waren begeistert von den detailreichen und fachkundigen Ausführungen von Dr. Gänz zum Weinanbau. Bei jedem, durch Realteilung entstandenen Weinberge seiner Familie, den wir erwanderten, wurde uns deutlicher, wie mühevoll, komplex und wissensintensiv der Anbau von Wein ist. Von der Sortenvielfalt und den jeweiligen Vorzügen einer Traube bzw. eines Weines konnten wir uns dann aber auch an jeder Station selbst überzeugen.
Den Abschluss des Tages bildete dann der Besuch des Weingutes selbst mit einer Führung durch die Keller und die Produktionsanlagen eines modernen, familiengeführten Weinbaubetriebes. Nach kurzer Heimfahrt endete dieser gelungene Workshop dann am späteren Abend und wir alle waren uns einig, dass unsere Organisatoren Edith und Dietrich ein durch und durch gelungenes Programm erarbeitet hatten.
Auftritt im Dom zu Worms. Fotos: SW
Vor dem berühmten Lutherdenkmal.
Intensivprobe der Altstimme.
Stadtführung durch das historische Worms.
