Freundschaftskreis Vallendar/Cercy-la-Tour
Exkursion 2015
Vallendar. Die 34. große Exkursion des Freundschaftskreises ist erfolgreich verlaufen. Ziel war in diesem Jahr der Norden Frankreichs. Bei der Anreise wurde ein längerer Aufenthalt in Brügge, einer typischen flandrischen Stadt eingeplant. In der einst reichsten Stadt Europas zeugen noch heute viele Gebäude von der Wirtschaftskraft ihrer Bürger. Trotz der fast völligen Zerstörung zahlreicher Städte Flanderns in den beiden Weltkriegen wurden diese wieder im alten Stil aufgebaut. Fast überall findet man den typischen Belfried, einst Wachturm zur Warnung vor Angreifer oder Bränden. Er war aber auch eine Demonstration der Bürger gegen die Vorherrschaft der Kirche mit ihren hohen Kirchtürmen.
Von Arras aus, dem Quartier für sieben Tage, erfolgten dann Tagesexkursionen in die Regionen Nord, Pas de Calais und Picardie. Arras selbst (Geburtsstadt von Robespierre) lockt durch seine großen Plätze mit Gebäuden der Gotik sowie der Renaissance.
Der Besuch der Opalküste mit ihren steilen Kreidefelsen begann in Calais. In ihre steht das berühmte Denkmal von Rodin, „Die Bürger von Calais“. Weitere Bekanntheit erhielt die Stadt durch die Vielzahl der Flüchtlinge am Tunnel von Calais nach England.
Nach einer Fahrt entlang der Küste und dem Besuch einiger „Caps“ beschloss ein Besuch des Nobelbadeortes Le Touquet-Paris-Plage den Tag.
Überall in Flandern stößt man auf die einstige Bedeutung des Steinkohlebergbaus. In Lewarde fuhr die Gruppe in die Stollen eines Bergwerkes ein.
Die Teilnehmer gewannen in einem vorbildlichen Museum einen Eindruck von der Härte der Arbeit unter Tage. Im Zentrum der Millionenstadt Lille sind die Spuren der ehemaligen Industriemetropole nicht mehr zu finden. Mit dem Niedergang des Steinkohleabbaus wurde die Altstadt vorbildlich saniert.
Gute Beispiele des Wiederaufbaues nach zwei Weltkriegen sind die Orte Saint-Omer und Bergues, in deren Umgebung die deutsche Wehrmacht mehrere Anlagen zur Herstellung der V2 errichtet. Bergues gelangte in den letzten Jahren eine besondere Bedeutung. In den Mauern der Stadt wurde 2008 der Film „Willkommen bei den Sch’tis“ gedreht. Einen ganzen Tag Zeit hatte die Reisegruppe im Amiens, der Hauptstadt der Picardie.
Hier hatte im 3. Jahrhundert der römische Soldat, der hl. Martin, seinen Mantel mit einem Bettler geteilt. Die Kathedrale der Stadt ist doppelt so groß wie Notre Dame in Paris. Am letzten Abend in Arras dankte Erwin Wallrath im Namen der Reisegruppe dem Planer, Organisator und Reiseleiter Wolfgang Helbach für eine rundum gelungene Reise.
Doch am Tag der Heimfahrt stand noch ein Höhepunkt auf dem Programm, der Besuch bei den Riesen (gayant) von Douai.
Die Familie ist die älteste der in ganz Nordfrankreich vorkommenden Riesen. Bis zu 8,50 Meter hoch und 370 Kilogramm schwer werden sie jährlich in einem Festzug durch die Stadt getragen. Acht Männer befinden sich dabei im Innern der Figuren. Dieser Festzug erfolgt seit 1530. Damals wehrte sich das zum Deutschen Reich gehörende Douai erfolgreich gegen die Übernahme durch Frankreich.
Kaum aus Frankreich zurück, beginnen bereits die Planungen für das nächste Jahr, eine Reise in die Vulkanregion der Auvergne.
Gruppenfoto der Teilnehmer. Fotos: privat
Die Riesen von Douai.
Die Bürger von Calais.
Beffroi von Brügge.
