Freundschaftskreis Vallendar/Cercy-la-Tour
Exkursion in die Charentes
Vallendar. Die diesjährige Frankreich-Exkursion des Freundschaftskreises führte in die Charentes. Bei der Anreise nach La Rochelle stand ein Besuch der an Kunstwerken besonders reichen Stadt Poitiers mit ihrer sehenswerten Kathedrale des 12. und 13. Jahrhunderts.
La Rochelle mit seinen mittelalterlichen Wehrmauern und mehreren Häfen verschiedener Epochen, war Standquartier für sechs Tage. Von hier aus führten Tagestouren in das interessante Umland.
Immer wieder einen Besuch wert ist der Marais Poitevin, ein von zahlreichen Kanälen durchzogenes ehemaliges Sumpfland. Mit den typischen Booten der Region wurde die Naturlandschaft besichtigt. Von einem der Klöster, deren Mönche die Trockenlegung im Mittelalter begannen, stehen nur noch beeindruckende Ruinen der mächtigen Abteikirche Maillezais. Am Rande des Marais liegt Niort. Von der frühen Bedeutung der Stadt zeugt die ehemalige Burg mit ihren zwei Zwillingstürmen (12. Jh.).
Nicht weit von La Rochelle liegt die weltberühmte Stadt Cognac. Während der Freundschaftskreis bei früheren Fahrten jeweils eines der berühmten Cognac-Unternehmen besuchte, stand diesmal (dank der Vermittlung eines Ehepaares aus Cercy) ein Familienunternehmen auf dem Programm. Neben zahlreichen Proben verschiedener Produkte wartete auf die Teilnehmer ein typisches regionales Menü.
Im 16. Jahrhundert war Brouage einer der größten Häfen Europas. An der Atlantikküste gelegen wurden von hier aus Salz und Wein nach Flandern und Deutschland verschickt. Die von einer Wehrmauer umgebene Siedlung ist das Aigues Mortes der Atlantikküste. Vom Meer abgetrennt entwickelte sich hier eine Sumpflandschaft (marais). Während der Französischen Revolution diente die befestigte Anlage als Gefängnis für Priester, die dem Glauben nicht abschwören wollten. Sie mussten meist nicht erst verurteilt werden, da sie an Sumpffieber starben.
Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Altstadt von Royan durch Bombenangriffe der Alliierten fast völlig zerstört. Nach modischem Zeitgeschmack nach 1945 wieder aufgebaut, ist die Stadt heute ein moderner Badeort mit weitem Sandstrand und großem Freizeithafen. Ein markantes Beispiel der damaligen Architektur ist die Kirche aus Stahlbeton mit dem 60 m hohen Turm.
Eine besondere Attraktion ist das blumengeschmückte Talmont auf einer Steilküste über der Girondemündung. Am Abhanghang steht die kleine romanische Kirche des Ortes.
Die Rückreise erfolgte über Sens, hier steht eine der ersten gotischen Kirchen Frankreichs. Auf der Strecke nach Vallendar, in dem kleinen Ort L‘Épine, steht eine weitere bedeutende gotische Kirche. Sie ist reich geschmückt mit Figuren und Wasserspeiern. Im Innern findet man einen sehenswerten Lettner.
Beim Abschlussabend dankte Vizepräsident Erwin Wallrath im Namen aller Teilnehmer dem Organisator und Reiseleiter der Exkursion, Wolfgang Helbach. Dieser wiederum kündigte an, dass sofort die Vorbereitung der 36. großen Exkursion beginnen. Wahrscheinlich steht nach fünf Fahrten an die Küste 2014 Savoyen auf dem Programm.
Gruppenfoto in Cognac.Fotos: privat
Bootsfahrt im Marais.
Alter Hafen Las Rochelle.
Dank an Reiseleiter.
