Der SPD-Stadtbürgermeisterkandidat im Interview
Fragen an Peter Stäblein
Frage: Lieber Peter, zunächst würden wir gerne einige Informationen über deine Person erfahren.
Peter Stäblein: Vor 51 Jahren wurde ich im Vallendarer St. Josef Krankenhaus geboren. Mit meiner Frau Marion bin ich seit 27 Jahren verheiratet. Wir sind Eltern von zwei erwachsenen Kindern: Janina (23 Jahre) und Florian (20 Jahre). Beruflich bin ich seit 2001 als Technischer Leiter in der „Philosophisch-Theologischen Hochschule der Pallottiner in Vallendar“ angestellt.
Frage: Du stellst dich zur Wahl des Stadtbürgermeisters in Vallendar. Worin besteht deine Motivation, für dieses Amt anzutreten?
Stäblein: Da gibt es eine ganze Menge Motivationen. Zunächst einmal möchte ich meiner Heimatstadt Vallendar, in der ich seit meiner Geburt ununterbrochen leben, wirken und arbeiten darf, in gewisser Weise danken. Ich sehe meinen „Vallendarer Lebenslauf“ als ein Geschenk und möchte durch die Ausübung des Bürgermeisteramtes meiner Heimatstadt in gewisser Weise etwas zurückgeben. Eine weitere Motivation ist für mich die Tatsache, dass sich in Vallendar viele Dinge zu langsam bewegen. Vallendar hat mit seinen engagierten Bürgerinnen und Bürgern, den zahlreichen Vereinen, Verbänden und Institutionen sowie den vielen innovativen Betrieben und Einzelhändlern ein enormes Potenzial vorzuweisen. Mein Ziel ist es, die Menschen unserer Stadt, unabhängig von konfessioneller, politischer oder gesellschaftlicher Ausrichtung zum Wohle Vallendars in eine gemeinsame Richtung zu bewegen.
Frage: Das Bürgermeisteramt in Vallendar ist zwar ein Ehrenamt, dennoch sehr zeitintensiv. Kannst du dieses Amt eigentlich in vollem zeitlichem Umfang bewältigen.
Stäblein: Definitiv ja! Und dieses ja möchte ich noch einmal ganz bewusst unterstreichen. Immer wieder höre ich, dass „in einigen wenigen Kreisen“ Zweifel daran bestehen. Ich betone es noch einmal: Ich werde das Rathaus morgens zum Dienstbeginn betreten und das Amt für den Rest des Tages komplett ausüben. Ausdrücklich möchte ich meinem Dienstgeber, der „Philosophisch-Theologischen Hochschule der Pallottiner in Vallendar“, für die vorbildliche Unterstützung danken. Im Falle meiner Wahl zum Stadtbürgermeister erhalte ich eine zeitlich unbefristete Freistellung, die es mir erlaubt, das Amt in seinem vollen Umfang auszuüben. Ein herzliches Dankeschön für diese Möglichkeit an dieser Stelle insbesondere an die Geschäftsführung der Hochschule.
Frage: Du bist vor einigen Tagen 51 Jahre alt geworden. Für „Vallendarer Verhältnisse“ ein relativ junger Kandidat. Ist dies ein Vorteil?
Stäblein: Da fallen mir eine ganze Menge Vorteile ein. Mit meinen 51 Lebensjahren stehe ich sozusagen „mitten im Leben“ und kann dennoch bereits auf einen großen Erfahrungsschatz verweisen. Im Vallendarer Vereinswesen bin ich seit mehr als 35 Jahren aktiv, seit 20 Jahren in verschiedenen Führungsfunktionen. Auch im kommunalpolitischen Bereich bin ich seit mittlerweile sieben Jahren tätig. Gestartet bin ich in die Kommunalpolitik im Jahre 2007 als Mitglied im Ausschuss für Jugend, Kultur, Sport und Soziales. Seit 2009 sitze ich im Vallendarer Stadtrat. Zudem engagiere ich mich in drei weiteren Ausschüssen zum Wohle der Stadt (Rechnungsprüfungsausschuss, Ausschuss für Technik und Umwelt, Bauauschuss Stadt- und Kongresshalle).
Ganz wichtig erscheint mir die Tatsache, dass ich mit 51 Lebensjahren das Amt des Stadtbürgermeisters, insofern der Wähler so entscheidet und der liebe Gott mir die Gesundheit erhält, für mehrere Amtsperioden (jeweils fünf Jahre) bekleiden kann. Kontinuität im Amt ist das Gebot der Stunde und aufgrund der zahlreichen Projekte, die zu bewältigen sind, im Sinne der Stadt Vallendar.
Frage: Welches sind deiner Meinung nach die vorrangigen Aufgaben, die in Vallendar zu bewältigen sind?
Stäblein: In den kommenden Jahren stehen für die zukünftige Entwicklung der Stadt sehr bedeutende Entscheidungen an.
Die Vallendarer Vereine, Verbände und die WHU brauchen dringend eine neue Stadthalle. Nur dank der Innovation des derzeitigen Pächterehepaars Hoffmann und der Flexibilität aller Vereine ist dieser Zustand noch hinnehmbar und das Vereinsleben in Vallendar weiterhin aktiv. Die neue Stadt- und Kongresshalle wird eine große finanzielle Herausforderung für die Stadt werden - dennoch muss sie schnellstens gebaut werden, und dies ist ganz wichtig: Der Probenbetrieb für Vallendarer Vereine muss weiterhin kostenfrei bleiben.
Aktuell stehen wir als Kommune vor dem Hintergrund, dass die katholische Kirche die in die Jahre gekommene Kita Marienburg verkaufen möchte, vor einer weitreichenden Entscheidung. Sollte die Kirchengemeinde die Immobilie verkaufen und eine Sanierung nach objektiver Beurteilung (auch im pädagogischen Bereich) nicht möglich sein, muss die Stadt Vallendar aufgrund der rechtlichen Verpflichtung viel Geld in die Hand nehmen, um eine neue Kindertagesstätte zu bauen. Bei allen anstehenden, sicher kontroversen Diskussionen, steht für mich persönlich letztendlich immer das Wohl der Kinder an allererster Stelle. Kinder sind schließlich unsere Zukunft.
Wir müssen unsere Stadt attraktiv machen für unsere Bürger und Gäste, das bedingt eine Belebung der Innenstadt mit weiterer Aktivierung und Gestaltung von Hellen- und Heerstraße, der Fortführung der Stadtkernsanierung - Stadtumbau West, die Schaffung von Angeboten für neue „Wohnformen im Alter“ im Stadtkern; weitere Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für junge Familien und, ganz wichtig, die Schaffung von Parkraum für Vallendar; auch die attraktivere Gestaltung der Ortseingänge ist dringend überfällig. Die Anzahl der anstehenden Projekte würden dieses Interview sprengen. Über weitere Programmpunkte kann sich der Leser gerne auf meiner Homepage www.vallendar-bewegen.de informieren.
Frage: Dein Motto lautet „Vallendar bewegen!“ Was möchtest Du in Vallendar bewegen?
Stäblein: Ich bin mir sicher: Man kann nur etwas bewegen, wenn man selbst bewegt ist. Vallendar bewegt mich und deswegen möchte ich Vallendar bewegen.
Seit Bekanntgabe meiner Kandidatur haben mir sehr viele Bürgerinnen und Bürger, übrigens aus allen konfessionellen, politischen und gesellschaftlichen Bereichen gesagt: „Ich hab seit Jahren nicht gewählt, aber wenn Du kandidierst, gehe ich wieder wählen.“ Auch sehr viele junge Menschen unserer Stadt stehen mir und meiner Kandidatur sehr positiv gegenüber. Das freut und motiviert mich gleichermaßen.
Wichtig ist, die Bürger wieder stärker einzubinden in die politischen Fragestellungen unserer Stadt; das Gefühl zu vermitteln, bei den anstehenden Entscheidungen mitzubestimmen. Dazu stelle ich mir unter anderem regelmäßige Bürgerversammlungen vor, die zum einen der Information dienen, den Bürgerinnen und Bürger aber auch die Gelegenheit geben, kritische Fragen zu stellen. Im kommenden Stadtrat werden voraussichtlich sogar fünf Fraktionen vertreten sein.
Als Bürgermeister möchte ich alle zukünftig im Stadtrat vertretenen politischen Kräfte zur gemeinsamen Bewältigung, der für die Entwicklung der Stadt so wichtigen Zukunftsentscheidungen bündeln. Mein Motto: „Vallendar gemeinsam bewegen!“
Frage: Du bist sozusagen ein „Vallendarer Urgestein“ und hast seit Jahrzehnten eine enge Bindung zu den Bürgerinnen und Bürgern, zu den Vereinen und Institutionen der Stadt. Wird das auch im Falle deiner Wahl so bleiben?
Stäblein: Selbstverständlich! Genau diese enge Bindung, die in mehr als drei Jahrzehnten gewachsen ist, scheint mir Grundvoraussetzung zu sein für den zukünftigen Vallendarer Stadtbürgermeister.
Wer mich kennt, weiß, dass ich tagtäglich mit den Menschen der Stadt im Gespräch bin. Wer mich kennt, weiß, dass ich seit langer Zeit beinahe alle Veranstaltungen und Jubiläen der ortsansässigen Vereine und Institutionen unterstütze und besuche. Gerne helfe ich beispielsweise der Vallendarer Schützengesellschaft seit mehr als zehn Jahren aktiv beim immer wieder beeindruckenden Zapfenstreich auf dem Burgplatz. In meiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender des Vereinsrings Vallendar durfte ich in den vergangenen fünf Jahren im organisatorischen Bereich maßgeblich zum Erfolg des Stadtfestes beitragen. Als Vorsitzender des GV Germania 1870 eV Vallendar leite ich seit nunmehr 2003 die Geschicke des Vereins. In dieser Zeit ist es uns im Vorstand gemeinsam gelungen, den Mitgliederbestand von seinerzeit 120 Mitgliedern auf eine Gesamtmitgliederzahl von über 400 Mitgliedern zu steigern. Die viel beachteten Konzerte des Chors mit nationalen und internationalen Stars haben sicherlich zur Bereicherung des kulturellen Lebens unserer Heimatstadt beigetragen.
Frage: Ein Bürgermeister kann es nicht jedem recht machen. Wo sind deine Ecken und Kanten?
Stäblein: Ein Bürgermeister muss Ziele haben und den Willen, diese Ziele durchzusetzen. Er kann und darf es nicht jedem recht machen. Meine - positiven - Ecken und Kanten sind Beharrlichkeit, Durchsetzungsvermögen, Fleiß und Zielstrebigkeit. Bekannt bin ich für meinen Hang zur Disziplin und meinen ausgeprägten Ordnungssinn, den ich - leider - allzu oft auch von meinen Mitmenschen erwarte … Dies stößt nicht immer nur auf Gegenliebe.
Frage: Wie sieht dein Wahlkampf bis zum 25. Mai aus?
Stäblein: Zunächst möchte ich dem kompletten Wahlkampf-Team für die hervorragende Zusammenarbeit seit Januar ganz herzlich danken. Es ist schön zu erfahren, dass so viele Menschen bereit sind, mich zu unterstützen. Im Wahlkampf selbst gibt es für mich eine Devise: Mein Wahlkampf wird bis zum Wahlsonntag ein fairer Wahlkampf sein - ohne Seitenhiebe auf den politischen Mitbewerber um das Stadtbürgermeisteramt, auch nicht in versteckter Form. Die Bürgerinnen und Bürger möchten keinen unfairen Wahlkampf.
Ich werbe im Wahlkampf ausschließlich mit meiner Person, meinen Stärken und den Leistungen, die ich nachweislich in der Vergangenheit bereits für die Stadt und das kulturelle Leben ehrenamtlich erbringen durfte. Ich werbe nicht gegen jemanden, sondern werbe ausschließlich mit dem Bürgermeisterkandidat Peter Stäblein.
Frage: Zum Schluss ein Blick ins Privatleben. Was sind deine Hobbys, und was machst du in deiner Freizeit?
Stäblein: Wenn es die knapp bemessene Zeit erlaubt, fahre ich gerne Fahrrad oder wandere in der Natur. Erholung finde ich während der Urlaube an Nordsee und Ostsee. Meine Lieblingsmusik reicht von Beethoven bis Deep Purple.
Pressemitteilung des
SPD-Ortsverein Vallendar
