AsF Vallendar berichtet:
Frühstück zum Internationalen Frauentag
Vallendar. Die Vorsitzende Jutta Hofmann konnte am Vortag des internationalen Frauentages eine große Anzahl Frauen aus der Verbandsgemeinde Vallendar, aus Simmern sowie eine Gruppe türkischer Frauen von der Moschee Bendorf-Mülhofen zu einem gemeinsamen Frühstück in der AWO Vallendar begrüßen. Zu dem Thema „Starke Frauen“ stellten Sigrid Lemke-Westermeier und Dr. Christa Weichert starke Frauen der Vergangenheit vor.
Maria Detzel
Frau Lemke-Westermeier begann mit Maria Detzel (1892-1965). Sie war eine große Vorkämpferin für die Gleichberechtigung. Zuerst arbeitete sie als freiwillige Helferin im Festungslazarett in Koblenz, dann als Mitglied der SPD und Gewerkschaft wurde sie Stadtverordnete, stellvertretende SPD Ortsvereinsvorsitzende, Geschäftsführerin des Reichsbundes. Nach der Machtergreifung verschiedene Male in Schutzhaft, wurde sie nach dem 2. Weltkrieg sehr bald wieder politisch aktiv. Sie war maßgebend am Aufbau beteiligt, leitete schließlich das Landesversorgungsamt in Koblenz und organisierte die AWO neu. Zum 70. Geburtstag erhielt sie das Bundesverdienstkreuz erster Klasse.
Dr. Henriette Hirschfeld-Tiburtius
Dr. Christa Weichert folgte nun mit der Vorstellung der ersten deutschen Zahnärztin Dr. Henriette Hirschfeld-Tiburtius (1834-1911). Diese machte ihren Abschluss in der USA, weil er hier noch nicht möglich war. Später kämpfte sie um die Zulassung von Frauen zum medizinischen Studium. Zukunftsweisend setzte sie sich in ihrer Berliner Praxis für Prävention in Form von gesunder Ernährung, Zahnreinigung und regelmäßigen Kontrollen ein. Soviel engagiert gründete sie mit Gleichgesinnten in Berlin eine Poliklinik für mittellose Mädchen und Frauen.
Emma Manz
Dann referierte Frau Weichert über Emma Manz (1880-1962). Diese stand in Kaiserslautern bei den meisten häuslichen Geburten als ausgebildete Hebamme den Frauen zur Seite. Es gab um 1900 noch keine weiblichen Ärzte. Sie hat in 53 Jahren über 10.000 Kindern auf die Welt geholfen. Sie setzte sich erst zur Ruhe, als genügend junge Hebammen in Kaiserslautern ausgebildet waren.
Die erste Ortsbürgermeisterin der VG Vallendar, Karin Küsel-Ferber stellte sich vor
Nach diesem interessanten Blick in die Vergangenheit begrüßte Jutta Hofmann eine starke Frau der Gegenwart, die erste Ortsbürgermeisterin der Verbandsgemeinde Vallendar, Karin Küsel-Ferber aus Urbar. Diese erzählte den Gästen nun anschaulich über den schwierigen Weg der Frauen angefangen mit dem ersten Frauentag vor ca. 100 Jahren, dem ersten Wahlrecht bis zur heutigen brandaktuellen neuen Quotenregelung. Mit den Frauen herrscht ein anderes Klima, eine andere Atmosphäre in vielen Bereichen. Dann berichtete sie den Zuhörerinnen von ihren vielfältigen Arbeiten und Aufgaben als Bürgermeisterin. Gut besuchte Sprechtage, Betreuung von Flüchtlingen, Vorgesetzte vom Bauhof und Kindergarten, der Jugendräume, Beaufsichtigung der Bauvorhaben in der Gemeinde, wichtige Sitzungen von allen Urbarer Gemeinderatsgremien etc. Oftmals als einzige Frau unter Männern vertreten.
Zum Abschluss betonte sie, dass es sich lohne, weiter für die Quotenregelung zu kämpfen. Trotz guter Ausbildung und Qualifikation von Frauen teilen die Männer nach wie vor die Führungsetagen unter sich auf.
Jutta Hofmann bedankte sich bei den drei Referentinnen für ihre interessanten, aufschlussreichen Vorträge. Alle waren sich einig, dass es noch viel zu tun gibt, bevor Gleichberechtigung und Chancengleichheit für die Frauen endlich Wirklichkeit wird. Frauen verdienen im Schnitt immer noch 22 Prozent weniger als Männer laut Statistischen Bundesamt. Die Gleichstellung der Geschlechter ist weder in Deutschland noch im Rest der Welt Realität. Aber wir haben schon viel erreicht!
Pressemitteilung der
AsF Vallendar
Fotos: privat
