Die Fröhlichen Geister spielen in Vallendar„Ein Joghurt für zwei“
Frust und Lust im Sanatorium
Vallendar. Mit dem Stück „Ein Joghurt für zwei“ präsentierte mit der Premiere die Vallendarer Theatergruppe „Die fröhlichen Geister“ ihr diesjähriges Frühjahrsstück in der Stadthalle. Autor ist Stanley Price, inszeniert wurde das Stück von Hans-Rudolf Schlich und Dietmar Klug. Immobilienmakler Amadeus Fischer, der mitunter windige Geschäfte macht, befindet sich zur Diätkur in einem Sanatorium, dass von Dr. Schmalkopf geleitet wird. Den Kurgast reizen allerdings nicht nur die Gedanken an leckere Speisen, sondern auch die überaus attraktive Krankenschwester Lucy Simpson. Letzteres gefällt natürlich seiner Frau Esther überhaupt nicht. Zimmernachbar Georg Manning hat nicht nur ein Auge auf das schöne Zimmer vom Immobilienmakler geworfen, sondern auch eines auf die Diätköchin, Schwester Desinfecta, so heißt es, denn diese verteilt das Essen. Ganz unerwartet taucht Kutte Kaminski auf und die karge Diätkost, ein Joghurt pro Mahlzeit, muss noch mit dem unerwünschten Untermieter geteilt werden. Als dann Kommissarin Kalmus ihre Ermittlungen aufnimmt, spitzt sich das Chaos dem Höhepunkt zu.
Vergnügliches Boulevardtheater
Seit vierunddreißig Jahren sind die Theaterleute der "Fröhlichen Geister" ein Garant für vergnügsame Stücke im Boulevardtheatergenre. Das Spielen macht den Mimen Freude und das merkt der Zuschauer und dankt es mit Zwischenapplaus und am Ende mit Bravorufen und langem Applaus. Dabei ist es durchaus verzeihlich, dass bei einer Premiere auch mal der Einsatz der beiden Souffleusen Ursula Schlich und Heide-Marie Seehaus nötig wird. Das aktuelle Stück ist bis in die Nebenrollen perfekt besetzt.
Magenknurren bis in die letzte Reihe
Der Zuschauer meint, das Magenknurren und den damit verbundenen Missmut von Konrad Weber förmlich bis in die letzte Reihe mitzuerleben – super, echt amüsant. Seine im Stück Angetraute, Monika Reinhardt, spielt die exaltierte Ehefrau richtig gut und zeigt, was es heißt, einen Gatten zu haben, der Geld hat und es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. Natalie Kammerhoff spielt die Krankenschwester genau so, wie es sich der männliche Sanatoriumsgast wünscht: Hübsch anzusehen, adrett und für manches Kompliment offen und für ein mögliches Angebot zugänglich. Hans-Rudolf Schlich ist der Zimmernachbar des Immobilienmannes und neidisch auf all das, was dieser hat. Allerdings wird er am Ende sehen, was er davon hat. Das spielt Schlich richtig gut, zu dem hat er das Stück mit Dietmar Klug in Szene gesetzt und ist verantwortlich für das schöne Bühnenbild. Dietmar Klug ist der unerwartete und unwillkommene Besucher. Durch seinen Berliner Dialekt bringt er Frische ins Spiel und ist ein wahrer Sympathieträger. Klaus Sellner spielt den Chefarzt perfekt – auf das Wohl der Patienten bedacht. Was aber wirklich in seinem Haus vor sich geht, davon hat er keine Ahnung. Ulla Alex spielt in einer Nebenrolle die Diätköchin und sie ist manch fleischlichen Gelüsten, wenn sie denn vom Richtigen kommen, ganz und gar nicht abgeneigt – klasse gespielt! Bruni Löhning ist die Kommissarin und das nimmt man ihr in dem klassischen Detektivmantel sofort ab - Kompliment, routiniert und glaubwürdig dargestellt.
Hinter den Kulissen
Hinter der Bühne sorgten Bernd Alex und Ulla Alex dafür, dass auch alles auf das Beste funktioniert. Damit alle Bühnenbeteiligten auch im Licht richtig gut aussehen und ihre gespielte Rolle noch unterstrichen wird, kümmert sich Dagmar Sellner und Jasmin Jagnow um die Maske. Für die Abendkasse und andere Organisation sorgt Uwe Seehaus.
Das Spiel geht weiter
Am kommenden Wochenende gibt es noch zwei Aufführungen in der Stadthalle. Karten können im Vorverkauf gesichert werden. AND
Im Laufe des Geschehens entstehen so manche Verwicklungen (v.li.): Dietmar Klug, Konrad Weber und Monika Reinhardt.
Der unerwartete Besucher (Dietmar Klug) muss auch mal ein ungemütliches Versteck finden.
