Konzertreihe „Marzellinusmusik“ in der Pfarrkirche Vallendar am Sonntag, 3. Mai
„Gefällige und galante Orgelklänge im Mai“
Vallendar. Die Orgel wird allgemein als „Königin der Instrumente“ bezeichnet, was nicht nur der Tatsache geschuldet ist, dass sie mit ihren Registern verschiedene Instrumente „nachzuahmen“ versteht, sondern weil sie in ihren musikalischen Ausdrucksformen äußerst vielfältig ist und weil sie ein Universalinstrument ist, das wie kein anderes Instrument sämtliche Stimmungen und Empfindungen des Menschen in Musik umzuwandeln vermag. Nicht zuletzt deswegen begleitet die Orgel den Menschen mit ihren Klängen durch das gesamte Leben und kann sowohl Freude, als auch Trauer, Leben und Tod, Hoffnung, Zuversicht, Wut und Zweifel darstellen. Oft stehen dabei eher die festlichen, oft auch traurigen, seltener leider aber die gefälligen und galanten Töne im Vordergrund. Diese sollen nun - nach den eher verhaltenen Klängen der Fastenzeit und dem Orgeljubel an Ostern - im Rahmen der nächsten Veranstaltung in der regelmäßigen Konzertreihe „Marzellinusmusik“, die am Sonntag, 3. Mai, um 18 Uhr in der Vallendarer Pfarrkirche St. Marzellinus und Petrus stattfinden wird und die unter der Überschrift „Gefällige und galante Orgelklänge im Mai“ steht, besonders zu hören sein.
Ein Streifzug durch die Musikgeschichte
Der vielleicht etwas seltsam anmutende Konzertitel umschreibt nicht nur besonders treffend das musikalische Programm dieses Konzertabends, das der Vallendarer Kantor, Organist und Initiator der Konzertreihe Johann Schmelzer zusammengestellt hat und in bekannt gekonnter Manier darbieten wird, er nimmt damit auch Bezug auf den Wonnemonat Mai und die Marienverehrung in diesem Monat. Das Konzertprogramm kombiniert dabei geschickt Werke von Buxtehude, Bach, Medelssohn, Guilmant und William Lloyd-Webber zu einem kleinen Streifzug durch die Musikgeschichte, wird doch Musik vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart aus Deutschland, Frankreich und Englandgeboten; doch so verschieden auch die historischen und geographischen Kontexte der Werke sein mögen: der galante Grundton ist immer zu hören.
Auf dem Spielplan stehen das „Paeludium in G“ (BuxW 162) von Dietrich Buxtehude (~1637-1707), die „Triosonate in G“ (BWV 530) von Johann Sebastian Bach (1685-1750), bei der die beiden Manuale und das Pedal unabhängig und rein einstimmig geführt sind, was satztechnisch eine erhebliche Aufgabe darstellt, das „Andante mit Variationen“ in D-Dur von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) sowie die „Sonate Nr. 2 in D-Dur“ (Op. 50) von Alexandre Guilmant (1837-1911), das dazu einlädt, Orgelmusik von einer weniger polyphon-, verkopften‘, sondern mehr von einer emotional-,genießerischen‘ Seite kennenzulernen. Den Orgelabend beschließt die „Suite in B-Flat Major“ des englischen Kirchenmusikers und Organisten William Southcombe Lloyd Webber (1914-1982), dem Vater des bekannten Musicalkomponisten Andrew Lloyd-Webber. Das Werk mit den Satzbezeichnungen Prelude, Fugal Allegro, Minuet und Choral Song stammt aus dem Jahre 1951.
Der Organist des Abends Johann Schmelzer lädt mit diesem Programm ein, die Orgel nach den vorangegangenen Konzerten noch einmal „ganz anders“ zu erleben. Der Eintritt zur „Marzellinusmusik“ ist frei, um eine freiwillige Spende bei der Türkollekte wird gebeten.
