Feier des Fronleichnamsfests in Schönstatt
„Geht, entzündet die Welt!“
Vallendar.
Vorfreude in der Gemeinschaft
Alle Jahre wieder erwarten wir Schwestern in Schönstatt mit Spannung und Vorfreude das Fronleichnamsfest. Schon Monate im Voraus überlegen wir das Thema und bereiten vieles im Hintergrund vor. Ist der Fronleichnamsdonnerstag mit den Prozessionen in vielen Pfarreien vorüber, dann gehen wir voll Vorfreude und Eifer an die konkrete Arbeit: Am Freitagmorgen sind bereits um 5 Uhr die ersten Schwestern im Grünen zu finden, um in der Morgenkühle Blumen für die Teppiche zu holen. Und so geht es den ganzen Tag weiter. Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft erfahren wir dabei von vielen Seiten, zum Beispiel durch Angebote, in privaten Schrebergärten oder städtischen Anlagen Rosenblüten zu schneiden.
Ein feuriges Motto!
Auf Rot haben wir es diesmal besonders abgesehen, denn das Fronleichnamsfest steht unter dem Motto: „Geht, entzündet die Welt!“ Entsprechend werden die Teppiche gestaltet - und dabei sind am Samstag nicht nur wir Schwestern, sondern viele Helfer gefragt! Für manche Familien ist es schon Tradition, dabei zu sein, einige Helfer reisen extra dafür an. Auch die Beschallungsfirma hat bereits Routine. Alle Gesichter strahlen mit der Sonne um die Wette - und das vom Vormittag bis zum Abend. Zwischendurch gibt es Zeit zu Gespräch und Austausch, nicht zuletzt beim gemeinsamen Abendessen hinter dem Mutterhaus.
Festgottesdienst in der Anbetungskirche
Endlich ist es Sonntag - ein Sonnentag im wahrsten Sinn des Wortes! Die Glocken läuten festlich, etwa zehn Priester und viele Gläubige - darunter französische, kroatische, polnische und Schweizer Gruppen sowie Wallfahrer aus verschiedenen Gegenden Deutschlands - kommen nach Berg Schönstatt, um das Fronleichnamsfest hier mitzuerleben.
Mit Christus auf den Straßen des Lebens
Pater Bracht, Rektor des Urheiligtums, ist in diesem Jahr der Hauptzelebrant des Festgottesdienstes, der vom Vokalensemble der Schönstätter Marienschwestern musikalisch gestaltet wird. Er macht uns aufmerksam, dass die eigentliche Predigt heute die Prozession ist - aber sie braucht eine Deutung:
Jesus, der Herr, möchte bei uns sein, er geht durch die Straßen, durch die Welt. Im Sakrament begleiten wir ihn über Berg Schönstatt - doch er möchte auch durch die Hauptstraßen der Großstädte gehen. Der Weg heute ist ein Symbol für den Weg unseres Lebens, den Weg zum Himmel. Jesus will den Menschen auf ihren Straßen begegnen. Wie im Evangelium, so sind die Menschen heute hungrig, sie haben Hunger nach Leben. Aber vieles, in dem sie Erfüllung suchen, ist unwahr, ist nur virtuell. Jesus dagegen ist real bei uns - das ist seine Antwort auf unseren Hunger! Er gibt Speise - er ist Speise. Damit der Herr auf den Straßen gehen kann, braucht er Träger. Wir sind Christusträger, und der Blumenschmuck auf dem Wege sollte der Schmuck unserer Herzen sein. Wir tragen den Herrn in einer Monstranz und sind selbst lebendige Monstranz, wie Maria, die Christus übers Gebirge zu Elisabeth getragen hat.
In den Anliegen der Welt
Mit diesen Gedanken eingestimmt, formieren sich nach der Eucharistiefeier ca. 1.200 Personen zur Prozession, die nach bewährter Weise vom Musikverein Niederwerth 1922 musikalisch begleitet wird. Traditionelle Fronleichnamslieder, neue Gesänge, Lob- und Bittgebeten in den Anliegen der ganzen Welt erklingen, während wir Christus in der Monstranz über Berg Schönstatt geleiten. Besonders eindrucksvoll sind dabei die Fürbitten der Kinder am dritten Altar.
Die „Predigt“ der Blumenteppiche
Zur Prozession gehört natürlich auch das Betrachten der Blumenteppiche, die in ihrer Symbolik zu uns sprechen.
Alternativprogramm am Nachmittag
Nach dem Te Deum am Ende der Prozession und der Wallfahrtsmesse ist der Festtag noch lange nicht zu Ende. Viele der Pilger verbringen auch den Nachmittag noch auf Berg Schönstatt, betrachten erneut die Blumenteppiche und nehmen gern am Alternativprogramm teil.
Dabei sein lohnt sich
Für so manche Pilger ist die Fronleichnamsprozession auf Berg Schönstatt ein „Muss“, das jedes Jahr dazugehört. Eine ältere Frau erzählte begeistert: „Ich habe den Urlaub nicht nur für dieses Mal, sondern für jedes Fronleichnamsfest bis zum Beginn meiner Rente beantragt, weil ich die Prozession einfach nicht mehr verpassen möchte! -“
Ein Teilnehmer bemerkte: „Ich habe schon viele Fronleichnamsprozessionen erlebt, aber hier ist es etwas Besonderes.“ - Ein weiteres Echo: „Alles ist aus einem Guss, die Gebetstexte weisen auf das Wesentliche hin.“
Schw. Antje-Maria Wunderwald
