Allgemeine Berichte | 22.07.2014

Begegnung und Selbstfindung im Blickpunkt bei Hans Kock

Hans Kock-Tagung im Forum Vinzenz Pallotti

Die Teilnehmer der Hans Kock-Tagung trafen sich in der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar. privat

Vallendar. Hans Kock, Schleswig-Holsteins bedeutendster Bildhauer des 20. Jahrhunderts, stand im Zentrum der Hans Kock-Tagung im Forum Vinzenz Pallotti an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV). Unter den Gästen waren viele Mitglieder des Vereins der Freunde des Bildhauers und Philosophen Hans Kock. Wolfgang von Hennigs, Kirchenoberbaudirektor i. R., eröffnete die Tagung mit seinem Vortrag „Begegnung mit Hans Kock“. Im Vordergrund standen seine langjährige Zusammenarbeit und seine persönliche Freundschaft mit Hans Kock. Darauf folgte ein Vortrag von Antonia Gottwald, Kuratorin des Vereins der Freunde und langjährige Mitarbeiterin Hans Kocks. Sie sprach unter dem Novalis-Zitat „Zur Bildung der Erde sind wir berufen“ über die Stiftungsidee von Hans Kock. Der 1920 in Kiel geborene Bildhauer und Architekt Kock habe mit seiner Kunst eine Antwort auf die Situation des heutigen von der Technik bestimmten Menschen formulieren wollen. Kunst sei für ihn immer eine Stiftung. Für Kock sei der Hintergrund seiner Stiftungsidee allem voran die Symbiose aus Natur und Kunst gewesen, die harmonisch entgegengesetzt seien. Kunst gelte als Schutzfaktor der Natur. Der Künstler sei Mitarbeiter bei der Vervollkommnung der Schöpfung. Darin habe Hans Kock die wahre Aufgabe der Kunst gesehen. „Das Gegenüber von Natur und Kunst hat mit Begegnung zu tun“, sagte Antonia Gottwald. Diese Ideen zeigen sich auch in der konkreten Hans Kock-Stiftung. Diese soll zum einen die Lebens- und Arbeitswelt des Künstlers der Öffentlichkeit zugänglich machen, zum anderen wollte Kock jungen Künstlern die Möglichkeit geben, sich in diesem besonderen Umfeld zu erproben. „Die Stiftung soll im Sinne Hans Kocks eine Begegnungsstätte sein“, sagte Gottwald. „Es soll deutlich werden, dass Kunst allen Menschen gehört.“

Gespräch zwischen Heidegger und Kock

„Das Gespräch zwischen Hans Kock und Martin Heidegger war ein Gespräch zwischen Kunst und Denken“, sagte Dr. Alfred Denker, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Philosophisch-Theologischen Fakultät der PTHV in seinem Vortrag. Der grundlegende Gedanke von Heideggers Besinnung auf die Kunst ist die folgende Einsicht: „Das Wesen der Kunst ist das ins-Werk-setzen der Wahrheit.“ Dieser Satz Heideggers wurde, so Dr. Denker, für das Selbstverständnis von Hans Kock als Künstler entscheidend. Heidegger geht vom Kunstwerk aus und nicht von der ästhetischen Erfahrung. Sein Vorgehen ist phänomenologisch, erklärte Dr. Denker. „Er versucht zu den Sachen selbst, sowie sie sich von sich selbst her zeigen, zu kommen. Die Sache selbst ist das Kunstwerk.“ In der Kunst gehe uns erst eine Welt auf, so Dr. Denker. Heideggers Nachdenken über Kunst eröffnete für Hans Kock einen Verstehenshorizont für sein eigenes Schaffen. In seinem Vortrag „Wer Kunst sagt, spricht vom Menschen“ sprach Prof. Dr. Dr. Holger Zaborowski, Lehrstuhl für Geschichte der Philosophie und philosophische Ethik an der PTHV und Organisator der Tagung, über das Menschenbild und den Menschensohn im Werk von Hans Kock. „Worauf es ankommt, ist eine scheue Gelassenheit für das, was sich im Zwiegespräch zwischen Mensch und Kunstwerk ereignet“, sagte Prof. Zaborowski. „Was im Vordergrund steht, ist die Betrachtung des Kunstwerkes.“ Er wies nach, dass Kock über kein Menschenbild verfügte. Vielmehr gelte es für ihn, jeden Menschen als Bild anzuerkennen. Dann gebe es so viele Menschenbilder, wie es Menschen gibt. „Dies hat eine zentrale Bedeutung bei Hans Kock.“ Im Hinblick auf den Begriff des Menschensohnes bei Hans Kock erklärte Prof. Zaborowski: „Der Menschensohn vereint nicht nur die menschliche und geistliche Natur Christi, sondern versöhnt das irdische Leben und das Kommende sowie das Leid und die Auferstehung Christi.“ Kock sei sich dessen bewusst gewesen. Versöhnung sei das Grundanliegen seines Bildens und Denkens gewesen.

Die Veranstaltung endete mit einem Klavierkonzert von Franziska Tischbein. Die junge Pianistin, Stipendiatin der Stiftung DEY, beeindruckte besonders durch ihre ausdrucksstarke Interpretation von Rodion Shchedrin und Robert Schumann.

Pressemitteilung

PTH Vallendar

Die Teilnehmer der Hans Kock-Tagung trafen sich in der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
  • Beatrix Biskup: Ich habe Bibliotheken immer geliebt und ich freue mich über jeden Schritt den die Stadtbibliothek in Richtung Zukunft geht und über jede Veranstaltung die diese durchführen würde.
Fahrer gesucht (m/w/d)
Maschinenbediener, Staplerfahrer
Container Anzeige
Rund ums Haus
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in
Wohnträume
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0220#
Sachbearbeiter/in (w/m/d)
Empfohlene Artikel
Symbolbild.
91

Die Woche vom 20. bis 26. April fällt in eine Phase des spürbaren Übergangs. Der Frühling zeigt sich vielerorts bereits stabil, gleichzeitig wächst die Erwartung auf den Mai. Diese Mischung aus Aufbruch und Ungeduld prägt viele Entscheidungen. In Liebe, Gesundheit und Beruf entstehen Chancen, aber auch Momente der Unsicherheit. Kleine Veränderungen im Alltag können große Wirkung entfalten.

Weiterlesen

Ein Teil der Flensburger Freunde beim Rundgang durch Andernach.
32

Vallendar. Unter dem Motto „Warum in die Ferne schweifen, das Gute ist so nah“ starteten rund 40 gut gelaunte Flensburger Freunde zur Halbtagesfahrt in die „Bäckerjungenstadt“ Andernach, eine der ältesten Städte Deutschlands.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die ADAC RAVENOL 24h Nürburgring erfahren in diesem Jahr einen spektakulären Andrang.Foto: Gruppe C Photography
14

Transparenz statt Taktikspielchen: 24h-Reglement sorgt für Ausgleich

Hoher Aufwand für hohe Chancengleichheit

Nürburgring. Die ADAC RAVENOL 24h Nürburgring erfahren in diesem Jahr einen spektakulären Andrang. Nicht nur Fans aus der ganzen Welt wollen bei dem legendären Langstreckenrennen vor Ort sein, sondern auch immer mehr internationale Teams. Die hohe Nachfrage sorgt auch für eine große Herstellervielfalt: Mit Aston Martin, Audi, BMW, Ferrari, Ford, Lamborghini, McLaren, Mercedes-AMG und Porsche werden voraussichtlich neun verschiedene Marken alleine in der Top-Klasse SP9 vertreten sein.

Weiterlesen

Mit dem Tod des Schauspielers Mario Adorf trauert die Stadt um einen ihrer Ehrenbürger.
112

Oberbürgermeister Dirk Meid zum Tod des Schauspielers Mario Adorf

Die Stadt Mayen trauert um ihren Ehrenbürger Mario Adorf

Mayen. Mit seinem Tod verliert unsere Stadt eine der bedeutendsten Persönlichkeiten, die Mayen hervorgebracht hat. Mario Adorf, geboren 1930 in Zürich und aufgewachsen in Mayen, hat von hier aus seinen Weg in eine außergewöhnliche internationale Karriere als Schauspieler gefunden. Trotz seines weltweiten Erfolges ist er seiner Heimatstadt stets eng verbunden geblieben.

Weiterlesen

Rund um´s Haus
Kleinanzeigen
Imageanzeige Dauerauftrag 04/2026
Vortrag: Arthrose des Hüft- und Kniegelenk
Rund ums Haus
Innovatives rund um Andernach
Stellenanzeige
Anzeigenauftrag FMP-1P9L0-AD-351131
PR-Anzeige
Stellenanzeige Kita
Wohnträume
Werksverkauf Anhausen
Wohnträume