DLRG Vallendar schwimmt 85,6 Kilometer an einem Wochenende
Im Rausch des Wassers
Vallendar. Spannung, Spaß, Müdigkeit, doch weitermachen, Stolz - das sind einige der Gefühlsregungen, die die sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmer der DLRG Vallendar am zweiten November-Wochenende, 8. und 9. November, durchliefen. Aus einer Laune heraus folgten sie dem Aufruf ihrer Kameraden aus dem unterfränkischen Gerbrunn bei Würzburg, um sich einem Schwimmereignis der besonderen Art zu stellen: am Samstag, um 12 Uhr erfolgte der Start zu deren achtem 24-Stunden-Schwimmen.
Bis zum Sonntagmittag erschwammen sich insgesamt 257 Teilnehmer aller Altersklassen so viele (Kilo-)Meter, wie sie konnten, wollten oder sich mit einem mehr oder weniger ausgeklügelten Plan vorgenommen hatten. Denn die Kunst und besondere Herausforderung bei so einem Event besteht darin, nicht nur zur „normalen“ Tageszeit viel zu schwimmen, sondern - zumindest wenn man mehrere Kilometer schaffen will - auch des Nachts, wenn der Biorhythmus eigentlich nach Schlaf verlangt. Während der Samstagmittag von vollen fünf Bahnen in dem 25-Meter-Becken geprägt war und man auch einmal den einen oder anderen Tritt bekam oder aufpassen musste, nicht die Jüngsten der jungen Schwimmer zu „überschwimmen“, wurde es abends etwas ruhiger im Becken, sodass das Schwimmen etwas angenehmer wurde. Auch durch die Nacht hindurch war immer Betrieb in der Halle, und selbst in der Zeit zwischen Mitternacht und Frühstück war jede Bahn nie länger als ein oder zwei Minuten ohne Schwimmer. Alle konnten sich ihre Schwimmzeiten einteilen, wie sie wollten, und dementsprechend auch kürzere oder längere Pausen machen, in denen nicht nur etwas gegessen, sondern auch einmal ein Nickerchen gemacht wurde, um frische Energie zu sammeln. Die Organisation darum herum hielt gegen kleines Geld Getränke, Kuchen und Brote für das leibliche Wohl sowie eine direkt an die Schwimmhalle angrenzende Turnhalle als Rückzugspunkt vom Schwimmen bereit.
Trotz schwerer werdender Arme und steigender Müdigkeit gingen aber alle immer wieder ins Wasser, um doch noch eine Runde, doch noch einen Kilometer, noch ein klein wenig mehr Strecke zu machen. Angespornt von den Zwischenergebnissen an der Wand musste Müdigkeit besiegt werden. Am Ende dann das überragende und von keinem der sechs erwartete Resultat: Von den von allen Teilnehmern erschwommenen 1443,55 Kilometern hatte die DLRG Vallendar 85.600 Meter auf ihrem Konto. Oliver S. (35) musste aufgrund einsetzender Krämpfe, aber doch mit 5800 Metern (Platz 66), die Veranstaltung leider frühzeitig verlassen. Caroline W. (11) erschwamm sich 8000 Meter (Platz 43), Liliana B. (13) 15.000 Meter (Platz 17), Udo J. (47) 15.250 Meter (Platz 15) und Aline H. (14) 17.500 Meter (Platz 13). Die weiteste Strecke schaffte die kaum zu bremsende Céline W. (14) mit ihren 24.050 Metern und landete damit auf Platz 9 in der Bestenliste. In der optionalen Gruppenwertung erreichte die DLRG Vallendar mit ihren 85,6 Kilometern die fünftweiteste Gruppenstrecke. Aufgrund unterschiedlicher Gruppenstärken hatte sie mit etwas über 14 Kilometern im Schnitt pro Gruppenteilnehmer sogar den zweiten Platz erreicht. Was für ein Wochenende! Und die einhellige Meinung: Das machen wir wieder! Vielleicht sogar einmal so oder ähnlich zuhause in Vallendar? Denn immerhin hat sich Udo ja auch Ablauf und Organisation etwas genauer angeguckt und wurde daher von seinen Gerbrunner Kameraden in deren Zeitungsartikel scherzhaft als „Spion“ bezeichnet …
