Konzertreihe Marzellinus-Musik in der Vallendarer Pfarrkirche
Johann Schmelzer gibt sich die Ehre
Symphonische Orgelwerke aus verschiedenen Epochen und fünf Ländern bilden das facettenreiche Programm
Vallendar. Symphonische Orgelwerke aus verschiedenen Epochen und fünf Ländern bilden das facettenreiche Konzertprogramm der Mai-Ausgabe der regelmäßigen Konzertreihe Marzellinus-Musik, die am Sonntag, 4. Mai, um 18 Uhr in der Vallendarer Pfarrkirche St. Marzellinus und Petrus Vallendar stattfinden wird. Kantor und Organist Johann Schmelzer wird unter anderem Werke von Händel, Franck, Lloyd-Webber, Dupré und Vierne vortragen, in denen die orchestralen Farben und das dynamische Spektrum der Orgel eine entscheidende Rolle spielen. Jede Form von Kunst hat jeweils ganz besondere Juwelen hervorgebracht - so ist es auch im Bereich der Orgelkomposition. In der nächsten Marzellinus-Musik werden einige dieser Schätze, die alle einen österlichen Bezug haben und mit Ausnahme der Air von Georg Friedrich Händel über „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“ (aus dem Messias-Oratorium), das am Beginn des Konzertprogramms stehen wird, zum Bereich der symphonischen Orgelliteratur zu zählen sind, von Johann Schmelzer in gewohnt meisterlicher Qualität zu Gehör gebracht.
Neben diesem Werk eines deutschen Barockkomponisten stehen auch drei Werke der französischen Orgelsymphonik: Cesar Franck (1822-1890) hat den „Choral in E“ in seinem Todesjahr 1890 komponiert. Die Tatsache, dass er die Orgel an Sainte-Clotilde in Paris, deren Organist er war, „als ganzes Orchester“ bezeichnet hat, erklärt vielleicht den besonders symphonischen Charakter dieses Werkes. Weitere Werke auf dem Konzertprogramm aus diesem Kulturkreis aber aus anderer Zeit sind Marcel Duprés (1886-1971) „Choral et fugue op. 57“ aus dem Jahr 1962, deren Choral auf dem Salve Regina und deren Fuge auf dem Oster-Halleluja beruht, sowie Louis Viernes (1870-1937) „Aria“ aus Symphonie Nummer sechs von 1930. Mit Horatio Parkers (1863-1919) „Allegretto“ aus der „Sonate in es“, John Ebenezer Wests (1863-1929) „Variations on O filii et filiae“ und William Lloyd-Webbers (1914-1982) „Barcarolle“ aus den „3 recital pieces“ werden drei Werke aus dem anglo-amerikanischen Bereich zu hören sein.
Mit dem „Scherzo“ aus der „Suite modale“ des belgischen Komponisten und langjährigen Organisten an der Kathedrale von Mecheln Flor Peeters (1903-1986) steht das Werk eines Schülers Duprés auf dem Spielplan, das vor Spielfreude sprüht. Den besonders hörenswerten Abschluss des Konzertes bildet das 2006 entstandene „O filii et filiae“ aus den „Esquisses gregoriennes“ des französischen Komponisten, Organisten und Pianisten libanesischer Herkunft Naji Hakim, der 1955 in Beirut geboren wurde und von 1985 bis 1993 Organist an der Basilika Sacre Coeur in Paris sowie bis 2008 als Nachfolger von Olivier Messiaen Organist von La Trinité in Paris war.
Das Konzertprogramm kombiniert geschickt Spielwitz - zu hören vor allem in den „Scherzi“ von Parker und Peeters - mit lyrischen und mystischen Elementen und österlichem Jubel. Dieser Bandbreite an musikalischen Möglichkeiten wird in dieser besonderen Weise nur die Orgel gerecht. Es ist zu erwarten, dass Organist Schmelzer mit der technisch modifizierten Vallendarer Orgel und ihren neuen dynamischen Möglichkeiten diese Aufgabe erneut bravourös meistern wird.
Der Eintritt zur „Marzellinus-Musik“ ist frei, um eine freiwillige Spende bei der Türkollekte wird gebeten.
