Deutsches Rotes Kreuz Ortsverein Niederwerth e.V.
Jugendrotkreuz Niederwerth gehört zu den zehn Besten in Deutschland
Erfolgreiche Teilnahme der Erdbeerkinder am Bundeswettbewerb in Bad Doberan an der Ostsee - Inklusion als wichtiger Themenbereich
Bad Doberan/Niederwerth. Früh morgens trafen sich die Niederwerther Erdbeerkinder mit ihren Gruppenleitern und Schlachtenbummlern an Cossies Eck, um zum diesjährigen JRK-Bundeswettbewerb der Stufe I nach Bad Doberan an der Ostsee zu fahren. Den Werther JRK’lern wurde dabei eine ganz besondere Ehre zu Teil, denn sie durften als Landesmeister den DRK-Landesverband Rheinland-Pfalz auf Bundesebene vertreten. Ein ganzes Wochenende voller Spaß und Unterhaltung erwartete die JRK’ler. Nach einer Fahrtzeit von etwa drei Stunden legten die JRK’ler auf einer Autobahnraststätte eine Frühstückspause ein, bei der kein Wunsch unerfüllt blieb. Die weitere Anreise verlief reibungslos und verging fast wie im Fluge. Da die Unterkunft in dem Bad Doberaner Gymnasium erst am frühen Abend bezogen werden konnte, steuerte die Werther Reisegruppe das Ostseebad Kühlungsborn an. Nach einem Mittagessen, welches dankenswerterweise unser Ortsbürgermeister Josef Gans spendierte, wurde bei herrlichstem Wetter der Strand für einige Stunden in Beschlag genommen.
Nach einer längeren Aufenthaltsdauer in Kühlungsborn fuhren die Erdbeerkinder nach Bad Doberan. Dort angekommen galt es, nach der Anmeldung und Regelung einiger Formalitäten zunächst die Klassenräume der Schule zu beziehen. Innerhalb kürzester Zeit waren alle Schlafplätze aufgebaut, sodass sich eine Art „Zeltlagerfeeling“ einstellen konnte. Der Abend wurde in geselliger Runde bei bestem Abendprogramm verlebt. Nach einer kurzen Nacht stärkten sich die Jungsanitäter mit einem Frühstück für den anstrengenden Wettbewerbstag. Nach der offiziellen Begrüßung durch die JRK-Bundesleitung ging es dann auch schon los zum ersten Teilbereich. Unserer Gruppe standen erneut verschiedene Aufgaben bevor, die in der ganzen Stadt verteilt waren. Die Teamfähigkeit und die Gruppendynamik wurden im Sport-Spiel-Bereich auf die Probe gestellt. Hier mussten die Erdbeerkinder im „Chaosspiel“ ihre Schnelligkeit unter Beweis stellen und einige Aufgaben auf Zeit lösen. Im Rot-Kreuz-Bereich sollten die Kinder sich verschiedene Geräuschaufnahmen anhören und zuordnen, was sich dahinter verbergen könnte. Gar nicht mal so einfach, denn die Geräusche hatten natürlich mit dem Thema Inklusion zu tun. Wie wichtig die Integration von körperlich Beeinträchtigten ist, wurde im sozialen Bereich thematisiert. Hier bekamen die JRK’ler verschiedene Alltagsprobleme von Beeinträchtigten vorgestellt, welche es innerhalb der Gruppe mit einem Lösungsvorschlag als Ergebnis zu bearbeiten galt.
Anders als bei den bisherigen Wettbewerben bestand der Sport-Spiel-Bereich aus zwei Teilen. Der zweite Teil, der jetzt anstand, beinhaltete noch Themen aus dem Rotkreuz-Bereich. So mussten Fragen zu den Rotkreuzgemeinschaften (zum Beispiel Bergwacht, Wasserwacht) und dem Thema Menschenrechte beantwortet werden und dabei mit aus einem Bällebad gefischten Bauklötzen in Gruppenarbeit ein rotes Kreuz aufgebaut werden. Dies stelle sich als gar nicht so einfach dar, da die Schiedsrichter auch noch Fragen während des Turmbaus an die Gruppe richteten. Doch die Erdbeerkinder absolvierten auch das mit Bravour. Bevor die wohlverdiente Mittagspause eingelegt werden konnte, musste noch der Erste-Hilfe-Bereich gemeistert werden. Personen mit stark blutenden Wunden, mit Fremdkörper in der Hand oder mit Kopfverletzungen mussten fachmännisch versorgt und betreut werden. Hier konnte all das Erste-Hilfe-Wissen angewendet werden, welches zuvor in den wöchentlichen Gruppenstunden erlernt wurde.
Abschalten im Seebad
Um von dem ganzen Wettbewerbstrubel einmal abschalten zu können, fuhren die JRK’ler in der Mittagspause in das erste Seebad Deutschlands - nach Heiligendamm. Hier tobten sich die Werther JRK’ler am Strand aus. Wieder in Bad Doberan angekommen, stand der zweite soziale Bereich auf dem Programm. Hier bestand die Aufgabe darin, dass sich die Teilnehmer mit der Blindenschrift auseinandersetzen sollten. Dazu musste von drei JRK’lern blind in Eierkartons erfühlt werden, wo die Plastikeier stecken. Dadurch waren die Buchstaben der Blindenschrift abgebildet. Die übrigen Teilnehmer mussten die Ergebnisse ihrer Teamkollegen dann in Buchstaben umsetzen und das Lösungswort der Jury mitteilen. Ein schwieriges Unterfangen.
Eine Aufgabe, die nachdenklich macht
Der nun folgende musisch-kulturelle Bereich befand sich auf dem Gelände der ehemaligen Klosteranlage und konnte nur durch einen kleinen Fußmarsch durch die Stadt erreicht werden. Dort wartete eine spannende Aufgabe auf die Erdbeerkinder. Den Umgang mit beeinträchtigten Personen erlernten die Kinder schon lange in den Gruppenstunden theoretisch, aber richtig angewandt hatte es in der Praxis noch niemand. Die Aufgabe: Erklärt einer erblindeten, einer tauben und einer ausländischen Person das DRK. Hierzu musste ein Konzept innerhalb der Gruppe ausgearbeitet werden, welches später in die Realität umgesetzt werden musste. Nach der Bewältigung dieser Aufgabe war den Kindern anzusehen, dass dieser Bereich nachdenklich gemacht hatte. Für viele war es die erste richtige Begegnung mit einer blinden oder tauben Person. Um all das an diesem Tag erlebte verarbeiten zu können, stand nun die letzte Aufgabe - eine Traumreise - auf dem Programm. Der Gruppenführer, der zuvor im Erste-Hilfe-Bereich seine Teamkollegen zu den einzelnen verletzten Personen zuwies, sollte eine Traumreise vorlesen und diese mit Instrumenten und Musik begleiten. Dieser Bereich fand in einem Zelt statt, in dem es sich die Kinder gemütlich machen konnten.
Zum Abschluss des Wettbewerbsprogramms wurde eine Kirchenführung im Bad Doberaner Münster angeboten. Bei einer Führung „Von Kindern für Kinder“ wurde das Münster unter fachmännischer Anleitung erkundet. Jetzt hieß es warten. Es blieben nur wenige Stunden bis zur Siegerehrung. Die Zeit wurde mit einem fantastischen Abendbuffet und einer Darbietung eines Zauberkünstlers überbrückt. Es ging endlich los - das Warten hatte ein Ende. Wie gewohnt wurden zunächst die verschiedenen Teilbereichssieger verkündet. Die Bundesleitung erläuterte, dass der Bereich Traumreise eigentlich nicht richtig bewertet werden sollte. Aber die Aufgabe wurde so gut gemeistert, dass sie doch die beste Gruppe küren wollte. Also hieß es nochmal bangen und - die Erdbeerkinder mit ihrem Gruppenführer Lars Schmitt haben den ersten Platz im Bereich Traumreise belegt, eine tolle Leistung. Beim Bundeswettbewerb traten insgesamt 16 Gruppen aus dem gesamten Bundesgebiet gegeneinander an (von jedem Bundesland jeweils der Erstplatzierte). Die Spannung bei der Siegerehrung war allen JRK’lern ins Gesicht geschrieben. Die Plätze 16 bis elf wurden verkündet, doch die Erdbeerkinder wurden noch nicht genannt. Hatten die Werther es tatsächlich geschafft, unter die Top Ten zu gelangen? Ja, hatten sie. Alle freuten sich über den zehnten Platz als wären sie Erster geworden. Nachdem alle Plätze verkündet waren, konnte die Gruppe ihren zehnten Platz in fröhlicher Runde in der Aula des Gymnasiums feiern.
Am Sonntagmorgen hieß es nach dem Frühstück: „Aufräumen und Autos beladen“. Pünktlich starteten die JRK’ler die Heimreise nach Niederwerth. Nach einer langen Fahrt warteten einige Vereinsmitglieder und Eltern schon sehnsüchtig an der Brücke. Doch was war das? Am Ortseingang begrüßten einige Plakate die zehntbeste JRK-Gruppe Deutschlands - eine gelungene Überraschung. Ein erfolgreiches und geschichtsträchtiges Wochenende ging zu Ende. Mehr Bilder vom Wochenende finden Sie unter www.drk-niederwerth.de.
Endlich an der Ostsee angekommen.
Ortsbürgermeister Sepp Gans spendierte freundlicherweise für das Mittagessen.
