Konzertreihe „Marzellinusmusik“ in der Pfarrkirche Vallendar
Konzert für Violine und Orgel
Marzellinusmusik am 7. Juni
Vallendar. „Violine und Orgel im Duett“ so lautet der Titel der nächsten Veranstaltung in der regelmäßigen Konzertreihe Marzellinusmusik, die am Sonntag, 7. Juni, um 18 Uhr in der Pfarrkirche St. Marzellinus und Petrus Vallendar stattfinden wird. Die Violinistin Veronika Stickel von der Rheinischen Philharmonie und der Kantor und Organist der Pfarreiengemeinschaft Vallendar Johann Schmelzer werden die große Vallendarer Hallenkirche mit Saiten und Pfeifen zum Erklingen bringen und eindrucksvoll zeigen, dass sich die beiden unterschiedlichen Arten der Klangerzeugung perfekt zu einer Einheit verbinden, die eine ganz besondere feierlich-meditative und anregende Stimmung erzeugt. Der Eintritt zur Marzellinus-Musik ist frei; um eine freiwillige Spende bei der Türkollekte wird gebeten.
Zu Gehör gebracht werden Werke, die einen musikalischen Bogen von der Klassik bis zur Spätromantik und Moderne schlagen; auf dem Spielplan stehen Werke von Mozart, Sammartini / Nachez, Faurè, Alain und Reger. Ein besonderer Glanzpunkt wird aber die Uraufführung der „Introduktion und Passacaglia für Violine und Orgel im romantischen Stil“ von Johann Schmelzer sein, die dieser, inspiriert vom virtuosen Geigenspiel Stickels und deren Interpretation der „Sechs Stücke für Violine und Orgel“ (op. 150) von Josef Rheinberger, die sie unter anderem bei der Marzellinusmusik im April 2012 gekonnt zu Gehör gebracht hat, extra für diesen Konzertanlass komponierte. Nach einer Introduktion, die pathetisch-dramatische Aspekte mit einem lyrischen Gegensatz kombiniert, erklingt in einer an Rheinberger erinnernden musikalischen Sprache eine Passacaglia, die in insgesamt drei Steigerungswellen zur Coda führt und in der das Hauptthema der Introduktion nochmals aufgenommen wird und das Stück wuchtig beendet.
Neben Wolfgang Amadeus Mozarts (1756-1791) „Sonate in G Dur“ (KV 301) steht die „Passacaglia in G-Dur“ von Giovanni Battista Sammartini (1700-1775) und Tivadar Nachez (1859-1930) auf dem Konzertprogramm; Sammartini lieferte mit seinem Generalbassthema die Grundlage für die darüber verfasste Komposition von Nachez, der auf einem barocken Passacagliathema aufbauend in der Tonsprache seiner romantischen Zeit die mannigfachen Variationen verfasst hat.
Mit Johan Svendsens (1840-1911) „Romanze in G-Dur“ wird ein sehr populäres, weitverbreitetes und oft gespieltes Stück für Violine aufgeführt, das einer gewissen Gefälligkeit nicht entbehrt. Neben Gabriel Faurès (1845-1924) besonders lyrischem „Piece“ und Jehan Alains (1911-1940) „Trois mouvements“ in einer Bearbeitung für Violine und Orgel wird auch Max Regers (1873-1916) „Melodia“ in Bearbeitung für Violine und Orgel zu Gehör gebracht, bei dem im Reger´schen Stil unentwegte Steigerungen und Entspannungen in Harmonik, Rhythmik und Dynamik zu erleben sein werden. Die Violinistin Veronika Stickel erhielt ihre musikalische Ausbildung am Mozarteum Salzburg bei Brigitte Schmid (ProArte Quartett) und Prof. Paul Roczek, an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, bei Prof. Walter Forchert und am Konservatorium Luzern bei Prof. Sebastian Hamann. Dort schloss sie ihr Studium mit Auszeichnung ab. Wichtige musikalische Impulse erhielt sie bei Meisterkursen mit Walter Levin, Mitgliedern des Alban Berg Quartetts und dem Artemis Quartett. Nachdem sie in namhaften Kammerorchestern wie den Festival Strings Lucerne, dem Münchener Kammerorchester und als Stellvertretende Konzertmeisterin im Kurpfälzischen Kammerorchester musizierte, ist sie seit Mai 2011 im Staatsorchester Rheinische Philharmonie angestellt.
Violinistin Veronika Stickel. Foto: privat
