Club für Bildung und Freizeit e.V., 56179 Vallendar
Kulturhauptstadt und TITANIC-Ausstellung
Vallendar. Fahrt nach Mons, in die Kulturhauptstadt Europas 2015
Am Dienstag, den 12. Mai, Abfahrt 6:30 Uhr Urbar, 6:45 Uhr Mall.Berg, 7:00 Uhr Vallendar (Richtung Bendorf) fahren wir nach Mons, in die Kulturhauptstadt Europas 2015, der Hauptstadt der Provinz Hennegau im französischsprachigen Belgien. Auf dem Stadtrundgang im Zentrum werden die gotische Kirche St. Waltrudis, der Stadtturm Belfried und der Große Platz mit dem Rathaus besichtigt, anschl. die Ausstellung „Vincent van Gogh in Borinage“. Reiseleitung Dr. Dieter Börsch.
TITANIC-Ausstellung im historischen Museum in Speyer
Das Ziel, das Wetter, die Stimmung gut! Beste Voraussetzungen für die Tagesfahrt des Clubs nach Speyer: Besuch der Ausstellung „TITANIC“. Was hatte die Teilnehmer mehr gelockt, die echten Funde, die Nachstellung der Räumlichkeiten, die wahren Schicksale? Unser Führer verband alles sehr geschickt zu einem fesselnden Erlebnis, 103 Jahre und einen Tag nach ihrem Untergang am 15. April 1912; die Titanic, das Schiff, das als „praktisch unsinkbar“ galt. Nur 700 der 2200 Passagiere überlebten die Katastrophe. Jeder von uns hatte einen Boarding Pass eines der damaligen Reisenden mit Name, Angaben zur Person und Reisegrund erhalten und konnte am Ende der Führung anhand der Liste der Überlebenden und Toten prüfen, wie es ihm ergangen wäre. Ich hatte die Bordkarte einer Frau, die in der dritten Klasse als Auswanderin gebucht war und überlebte. Sinnigerweise war als Auswanderungsgrund angegeben: Nach Geburt ihres 5. Kindes und Verlassen durch ihren Mann war es der, durch einen Neuanfang „ihre Familie über Wasser zu halten“. Mit dem Untergang dieses Schiffes wurden Hoffnungen und Träume einer ganzen Generation bis ins Mark getroffen, der Glaube an die Allmacht der Technik erschüttert. Weltweites Entsetzen, Medienberichte und Spekulationen wie zuletzt beim German Wings-Absturz. Viele Zufälligkeiten und Pannen begründeten einen der größten Mythen des 20. Jahrhunderts, bis es 1985 gelang, das Schiff in 3800 Meter Tiefe zu orten und dadurch einige Fragen zu beantworten. So fuhr das Schiff verspätet ab, weil durch einen Kohlearbeiter-Streik die benötigte Kohle nicht rechtzeitig und ausreichend gebunkert werden konnte. „Gegen diesen Eisberg wäre sie bei pünktlicher Abfahrt schon mal nicht gefahren“ bemerkte unser Führer trocken. Verhängnisvoll, die Titanic fuhr schneller, um Zeit einzuholen und die kürzere „Sommer“-Route, um Kohle zu sparen. Der Kapitän versuchte auszuweichen und verursachte auf 90 Meter tiefe Risse in der Seitenwand, durch die das Schiff sinken musste, weil hierdurch sechs Schotten vollliefen und das Schiff in der Mitte auseinanderbrach. Heute weiß man, bei frontalem Rammen des Eisberges wären höchstens ein oder zwei Segmente vollgelaufen und das Schiff nicht gesunken. Eine verhängnisvolle Entscheidung des sehr erfahrenen Kapitäns Edward John Smith; es sollte der krönende Abschluss seiner Laufbahn werden, es wurde seine letzte Fahrt. Einen kuriosen Tod starb auch der Milliardär John Jakob Astor, der im Eiswasser von 50 Tonnen Funken sprühenden Eisen, einem der vier 24 Meter hohen Schornsteine, in die Tiefe gerissen wurde. Zuvor hatte er noch höflich gefragt, ob er seiner schwangeren Frau ins Rettungsboot folgen dürfe. Identifiziert wurde er an einem ungewöhnlichen Diamantring und 4000 Dollar in der Tasche. Und warum so viele Tote? Der Ausguck Friedrich Fleet hatte kein räumliches Sehvermögen; bei späterer Befragung konnte er weder sagen, wann er den Eisberg zuerst gesehen hatte: 1 Stunde, eine halbe oder 10 Minuten vorher, noch schätzungsweise angeben, wie groß er war. „Weiß nicht, aber schon größer als dieser Richtertisch; zweimal so groß vielleicht.“ Es waren zwar mehr Rettungsboote an Bord als damals für die Schiffsgröße (BRT-bezogen) vorgeschrieben, aber nur ausreichend für etwa die Hälfte der Passagiere. Man wollte durch Luxus beeindrucken und nicht durch Rettungsboote verunsichern. Das Schiff bekam daher vier Schornsteine statt nur der benötigten Drei. Schon damals gab es Schwimmbad, Sporträume, Rauchersalon und ein eigenes Symphonieorchester im Speisesaal der 1. Klasse an Bord; in der dritten Klasse war dies durch den Lärm der Motoren ersetzt. Aber auch dort gab es ungewohnten Luxus: auch Kabinen für zwei mit Waschbecken, natürlich nicht mit goldenen Hähnen und Badewannen pro 350 Passagiere. Dafür mussten mehr als drei Monatslöhne bezahlt werden; wenig im Vergleich zur ersten Klasse mit umgerechnet ab 40.000 Euro. Der Nachmittag gehörte der Stadt. Ob im Biergarten essen mit Vogelgezwitscher statt Symphoniemusik, im Café mit Eis aber nur in der Waffel, im Park am plätschernden Brunnen und nicht im eisigen Wasser, konnte jeder auf seine Weise das Erlebte nachklingen lassen oder sich den vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt widmen vom Dom, Dreifaltigkeitskirche bis Altpörtel-Tor. Wieder mal ein rundum schöner Tag!
Informationsstellen
Unsere Informationsstellen sind wie folgt besetzt: Jeden Mittwoch von 9:00 - 12:00 Uhr im Clubheim Höhrer Straße 10 (Ecke Grönerstraße), Tel.? (0261)671676 und von 17:00 - 18:00 Mallendarer Berg, nur über Handy-Nr. 0174-8275453.
