Vallendarer FDP verabschiedet Günter Seehaus
Liberales „Urgestein“ tritt ab
Nach 39 Jahren Mandatstätigkeit macht Günter Seehaus Platz für neue Gesichter
Vallendar. Nach 39 Jahren ununterbrochener Mandatstätigkeit wurde der Vallendarer Liberale Günter Seehaus kürzlich aus dem Stadtrat verabschiedet. Er hatte nach dieser langen Zeit aus Altersgründen und auch um anderen aus der FDP im Rat Platz zu machen, nicht wieder kandidiert. Mit Günter Seehaus hat einer der erfahrensten Kommunalpolitiker und bekanntesten FDP-Mitglieder seine Tätigkeit, die er stets zum Wohle Vallendars verstand, beendet. Es wird nicht leicht sein, ihn in Zukunft zu ersetzen. Günter Seehaus wurde 1975 Mandatsträger im Stadtrat, nachdem er zuvor zwei Jahre schon Mitglied in Ausschüssen gewesen war. Sein Vorbild und „Mentor“ damals wie später war der unvergessene Helmut Siemund. Als Spitzenkandidat seiner Partei gelang es ihm, sein Mandat von Wahl zu Wahl erfolgreich zu sichern. Die von der FDP im Land durchgesetzte „Persönlichkeitswahl“ ab 1989 brachte es mit sich, dass er für die FDP-Liste stets eine ganze Reihe von Zusatzstimmen einbrachte. Da er nicht immer eine Fraktion bilden konnte, vertrat Günter Seehaus die FDP auch mehrmals als „Einzelkämpfer“ - aber durchaus beachtet und anerkannt.
Das politische Ziel von Günter Seehaus war es, sich neben den grundlegenden liberalen Inhalten für den Ausgleich zwischen den Parteien und den Abbau von Spannungen einzusetzen - dies immer vor dem Hintergrund der besten sachlichen Lösung. Er war mit den anderen Fraktionen an der Aufnahme der WHU in Vallendar und ihrer zukünftigen Förderung beteiligt.
Wenn nötig, war Günter Seehaus nicht darum verlegen, sich auch für seine Minderheits-Meinung einzusetzen. So lehnte er zum Beispiel den Ausbau des Beuelswegs als „Stadttangente“ beharrlich und erfolgreich ab. Seine damalige Aktionsgemeinschaft mit den Grünen und der katholischen Kirchengemeinde fand überregional Aufsehen. Oft erkannten andere Parteien leider erst viel später, dass Günter Seehaus eigentlich recht hatte. Dies galt sowohl für seinen Vorschlag auf die Randbebauung der Marienburg zum Wohle kommerzieller Interessen zu verzichten und das Gelände für die WHU vorzuhalten als auch für seine Ablehnung der zusätzlichen Wohnbebauung auf dem Gumschlag. Noch heute hofft Günter Seehaus, dass sein Ziel einer Rationalisierung und Kosten-Einsparung in der Kommune zumindest dadurch verwirklicht wird, dass der Bauhof in die Verwaltung der Verbandsgemeinde überführt wird, und dass das unnötige zweite Ratshaus der Stadt aufgegeben wird.
Als langjähriger erfahrener Kommunalpolitiker gelang es Günter Seehaus auch, seine Parteifreunde und -freundinnen an seiner Seite in die Ratsarbeit einzuführen und mit ihnen harmonisch zusammenzuarbeiten. Der Erfolg wurde zum Beispiel dadurch sichtbar, dass es in der letzten Sitzungsperiode im Stadtrat immer gleiche Abstimmungen in der FDP-Fraktion gab. Ohne sich des Verdachts der Einmischung auszusetzen, brachte er auch seinen Einfluss auf die Arbeit im Verbandsgemeinderat zur Geltung. Die Vallendarer FDP ist froh darüber, dass ihr „Erfahrenster“ ihren jetzigen Kommunalpolitikern noch zur Seite steht, und dass er weiterhin das Amt des Vorsitzenden des Verbandsgemeindeverbandes wahrnimmt.
Pressemitteilung
FDP Verbandsgemeindeverband Vallendar
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