Marzellinus-Musik in der Pfarrkirche Vallendar
„Miserere - Musik und Impuls zur Fastenzeit“
Konzertveranstaltung am Sonntag, 3. März
Vallendar. „Miserere“ - „Erbarme Dich“, so ist eine eindrückliche Alt-Arie aus der Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach überschrieben, die am nächsten Konzertabend im Rahmen der Reihe Marzellinusmusik, der am kommenden Sonntag, 3. März, um 18 Uhr in der Pfarrkirche St. Marzellinus und Petrus zu Vallendar stattfinden wird, erklingt. Dieses Miserere erinnert aber auch daran, dass gerade die Fastenzeit eine Zeit der Besinnung und Reflexion sein soll, eine Zeit, um bewusster in Zwiesprache mit Gott zu treten. Dieses Konzert soll mit Musik und Impuls genau dazu beitragen und es ist daher auch mit dem Schlagwort „Miserere“ überschrieben.
Neben einem spirituellen Impuls durch den Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Vallendar-Urbar Rüdiger Kiefer SAC wird der Kantor und Organist dieser Pfarreiengemeinschaft Johann Schmelzer Werke von Johann Sebastian Bach und Caesar Franck interpretieren.
Das Konzertprogramm schlägt so eine Brücke von der deutschen Barockmusik bis zum polyphonen Orgelstil der französischen Romantik. Drei Werke von Johann Sebastian Bach bilden den ersten Teil des Konzerts: Zuerst erklingen „Praeludium und Fuge in h-moll“ (BWV 544), sodann zwei Orgelbearbeitungen von Teilen aus der Matthäus-Passion: Zu Gehör gebracht werden der melancholische Eingangschoral „Kommt ihr Töchter, helft mir klagen“ (BWV 244,1) in einer Orgelbearbeitung von Johann Schmelzer sowie die oben genannte Alt-Arie in h-Moll „Erbarme dich, mein Gott, um meiner Zähren willen“ (BWV 244,47), die die Leugnung und Reue des Petrus kommentiert, in einer Orgelbearbeitung von Marc Boniteaueine.
Den zweiten Teil des Konzertes bildet das „Grande pièce symphonique Op. 17“ aus den „Six pièces pour grand orgue“ von Caesar Franck, entstanden in den Jahren 1860 bis 1863. Francks Orgelstil ist durch drei Charakteristika zu beschreiben: eine singende Melodik, farbenreiche und gleichermaßen weiche Harmonik und eine starke Neigung zu expressiver Poesie und Lyrik in der Musik. Das „Grande pièce symphonique“ ist quasi der Urtyp der französischen Orgelsinfonik, die Einfluss auf Widor und Vierne hatte; es versucht im groben Aufbau die viersätzige Sinfonie Beethovens auf die Orgel zu übertragen. Im Unterschied zu den späteren sinfonischen Werken Widors und Viernes ist dieses Stück jedoch in einem durchkomponiert und nicht in einzelne selbstständige Sätze gegliedert.
Im Verlauf des Stückes wird zahlreiches Themenmaterial exponiert und variiert. Dabei stehen wehmütig klagende, melancholische, bisweilen aber auch helle und liebevolle Stimmungen einem dramatisch kämpferischen Akzent gegenüber. Auch ein aus der Spielfreude motiviertes Thema fehlt nicht.
Der Eintritt zur „Marzellinusmusik“ ist frei, um eine freiwillige Spende bei der Türkollekte wird gebeten.
Johann Schmelzer. Fotos: privat
