Wirtschaftsjunioren Mittelrhein
Moritz Freiherr Knigge zu Gast
Koblenz. Im Rahmen des 26. Mittelrheinischen Wirtschaftskonventes empfingen die Wirtschaftsjunioren Mittelrhein am 23. Oktober in Zusammenarbeit mit dem Nachbarkreis Westerwald-Lahn vor rund 100 Zuhörern Moritz Freiherr Knigge im Klostergut Besselich. Der Nachfahre vom legendären Adolph Freiherr Knigge referierte über Wertschätzende Kommunikation. Und räumte zu Beginn gleich mit einem verbreiteten Vorurteil auf. Sein Vorfahre habe „keine einzige Etiketteregel erfunden“, er habe nicht regeln wollen, wie zu Tisch die Serviette gefaltet wird und ob einem Niesenden Gesundheit gewünscht wird, oder ob eben dieser sich im Gegenzug zu entschuldigen habe. Knigge hatte viel Größeres im Sinn. Er warb für die Wertschätzung, also das Erkennen der Situation und die angemessene Verhaltensweise. Das strenge Regelwerk, welches unter seinem Namen später bekannt geworden ist, sei eine Interpretation der philosophischen Grundüberlegungen.
Viele haben sich diese zu eigen gemacht, um Anstandsvorschriften zu formulieren. „Mit Bier stößt man nicht an, sagt eine Regel. Bei einem Galaabend kann es durchaus sinnvoll sein, diese Umgangsform zu kennen. Wenn Sie im Ratskeller die Kumpels darauf aufmerksam machen, dass man nur mit weinhaltigen Getränken anstößt, machen Sie sich keine Freunde.“
Wertschätzung im Privaten und im Beruf
Wertschätzung ist im Privaten wichtig, im Beruf aber nicht nur gut fürs Klima, sondern auch für die Bilanz. Dieser Hinweis an die Wirtschaftsjunioren schlägt die Brücke zum Rahmen des Abends. Denn die Gäste wollen wissen, was sie selbst in ihren Unternehmen verbessern können. Moritz Freiherr Knigge hat es selbst erlebt. Ein früherer Chef war ein echter Choleriker, zu Gesprächen traute er sich erst nach Rücksprache mit dessen Sekretärin. „Wenn Vorgesetzte für Rückmeldung nicht erreichbar sind oder keine Kritik annehmen, fühlen sich seine Mitarbeiter nicht geschätzt und erbringen weniger Leistung.“ Diese Erfahrung erinnerte ihn an die Bücher seines Vorfahren. Seine Gedanken vom Umgang mit den Mitmenschen macht er heute zu seinem Markenkern, referiert hierüber und coacht Manager und Nachwuchs in Unternehmen. Oftmals seien es Selbstverständlichkeiten, über die er spreche, aber noch öfter merke er, wie diese trotzdem missachtet werden. In Zeiten fehlender Fachkräfte eine deutliche Botschaft, weil Mitarbeitern laut Studien ein gutes Miteinander immer wichtiger wird. Moritz Freiherr Knigge steht mit seinem Namen für das gute Benehmen, das wird wohl weiter so bleiben. Er konnte aber gut zeigen, dass hierzu keine Regeln, sondern Menschenkenntnis und Einfühlungsvermögen nötig sind.
Moritz Freiherr Knigge.
