Allgemeine Berichte | 18.08.2015

CDU-Frauen-Union (FU) Vallendar

Münstermaifeld: Maifeldstadt mit Herz und Geschichte

Münstermaifeld: Maifeldstadt mit Herz und Geschichte

Vallendar. Reichtum, Macht und Seelenheil in einer vergangenen Zeit. Der folgende Bericht dokumentiert das Ergebnis einer von der FU Vallendar organisierten und durchgeführten Bildungsreise nach Münstermaifeld.

Mit dem Bus ging es auf der relativ kurzen Fahrt durch das Eifeler Maifeld direkt zum Münsterplatz in Münstermaifeld, wo wir von der Stadtbürgermeisterin Claudia Schneider mit einem Umtrunk vor dem an den Münsterplatz angrenzenden Heimatmuseum empfangen wurden. Nach einer kurzen Orientierungsphase in Form der Begrüßung durch unsere Gastgeberin vor Ort und der Übergabe eines Gastgeschenks durch die Vorsitzende der FU Vallendar, Ulrike Kray, ging es zum neuen „Archäologischen Museum Maifeld“, dessen Dauerausstellung unter dem Namen Reichtum, Macht und Seelenheil den größten Teil der reichen Vergangenheit des Maifeldes darstellt.

Das Museum lädt dazu ein, tiefer in die Geschichte des Maifeldes einzutauchen. Das spannend inszenierte Museum liegt räumlich betrachtet auch in der Tiefe, nämlich in dem Gewölbekeller der alten Propstei. Im Mittelpunkt des Museums steht der Fund eines fränkischen Gräberfeldes auf dem Vorplatz der Stiftskirche St. Martin und St. Severus, was als archäologischer Glücksfall bezeichnet werden kann. Rund 550 Gräber konnten von Spezialisten der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz in den Jahren 2009 und 2010 freigelegt werden. Die teilweise reichen Beigaben zeugen von einer überregionalen Bedeutung des Platzes, wobei angenommen wird, dass sich in diesem Bereich ein fränkischer Königshof befunden haben könnte. Aus den Funden lassen sich Erkenntnisse über Sozialstrukturen, Handelsbeziehungen und Toten-Brauchtum in fränkischer Zeit ableiten. Das Abenteuer Archäologie wird in nach Originalen rekonstruierten Gräbern mit ausgelegten Werkzeugen, die bei Ausgrabungen Verwendung finden, erlebt. Eine Multimedia-Anwendung verdeutlicht den besonderen Umfang des Gräberfeldes und der daraus resultierenden Funde. So wurden einige Gräber mit besonders kostbaren Beigaben freigelegt. Ein fränkischer Mann wurde mit seinen Waffen beigesetzt, die Frau in Festtracht mit aufwendiger Gürtelschließe und Schmuck. Man hatte auch eine Goldmünze (Obolus) gefunden, die ein Toter unter der Zunge hatte, was als Geld für den Fährmann Charon angesehen werden kann, der die Toten über den Fluss Styx (Wasser des Grauens) ins Totenreich oder die Unterwelt (Hades) bringt. So liegt zweifelsfrei antike griechische Mythologie vor uns, was das Thema Handelsbeziehungen wiederum verdeutlicht oder auch bereits eine Art Globalisierung im Anfang darstellte. Händler hatten schon immer auf ihren Wegen Religion und Wissen mitgetragen und verbreitet.

Das Maifeld wurde schon vor 160.000 Jahren besiedelt, was durch den Schädel eines Neandertalers dokumentiert ist, wobei Ochtendung der Fundort war. Die Urnenfelder der Bronzezeit sind ebenso im Focus wie die Hügelgräber der Kelten. Das Erscheinen der Römer brachte der Region wirtschaftlichen Aufschwung. Große Gutshöfe, die „villae rusticae“, entstanden, die Städte und Militär mit Nahrungsmitteln versorgten. Der Grundriss eines solchen Gutshofes ist in den Feldern bei Pillig noch gut zu erkennen.

Im Anschluss an den Besuch des Archäologischen Museums war das Heimatmuseum noch in unserem Programm, und die jüngere Vergangenheit wurde in den Exponaten wieder lebendig.

Kirchen- und Stadtführung schlossen sich an die bereits „abgearbeiteten“ Highlights an und gaben Anlass zu erneuter Bewunderung dessen, was die hiesigen Altvorderen geschafft hatten. Besonders erwähnenswert unter all den anderen Kostbarkeiten der Kirche waren Altar und Orgel. Der Altar ist ein spätgotisches Antwerpener Retabel.

Kirche und nähere Umgebung sind von einer unvergleichlichen Aura eingehüllt, die zum Nachdenken zwingt.

Die von der Stadtbürgermeisterin ausgewählte Stadtbegleiterin, Barbara Böhland, machte mit großem Engagement und Wissen einen sehr guten Job und führte uns zurück in eine längst vergangene Zeit und zu der Erkenntnis, dass alles endlich ist.

Während des ganzen Tages wurden wir von Claudia Schneider begleitet, die uns erst verabschiedete, als Durst und Hunger in einem Restaurant in unmittelbarer Kirchennähe gestillt waren. Die Rückfahrt gegen 20 Uhr beendete einen wunderschönen Nachmittag, an dem auch schlechtes Wetter keine Chance gehabt hätte, daran etwas auszusetzen.

Dieser Bereich der Eifel hat einen neuen Stellenwert in der Skala der historischen Bedeutung der Region erreicht und das so nah!!

Pressemitteilung

CDU-Frauen-Union (FU) Vallendar

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