Theaterkreis „Die Fröhlichen Geister“ Vallendar
Nach dem „Floh im Ohr“
Vallendar. „Geschafft!“ - Dieses stand als mehrfaches Motto über dem Herbststück der Fröhlichen Geister „Der Floh im Ohr“ von George Feydeau. Zunächst hatten sie im September hier einen Bericht mit diesem Untertitel gebracht. Da bezog sich das aufatmende „Geschafft!“ auf die Tatsache, tatsächlich 15 Akteure für das neue Theaterstück zusammengebracht zu haben. Dies kann schwieriger sein, als man sich vorstellt. Zunächst sollten natürlich aus eigenen Reihen die Rollen mit passenden Spielern besetzt werden. Aber das reichte nicht. Der Eine war anderweitig verpflichtet, der Andere im lang geplanten Urlaub, der Dritte … u.s.w.! Also mussten Neulinge angeworben werden. Dürfte doch kein Problem sein. Da gab es doch einige, die immer schon sagten, sie würden gern einmal mitspielen. Fehlanzeige: Reden und tatsächlich tun sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Ein Debütant trat an und nach zwei Proben zurück.
Also weitere Suche oder Absage des Stückes? Letzteres durfte nicht sein. Die Termine standen fest, die meisten Akteure hatten sich schon intensiv ins Rollenbuch verliebt und der Regisseur Manfred Molitorisz war verpflichtet und hatte bereits mit den Proben begonnen.
Die Geister gaben nicht auf und fanden dann mit Lutz Haushahn als feurigen Spanier „Don Carlos Homenides de Histangua“, Jürgen Hühmann als rheumakranken „Baptistin“ und Christoph Schmidt als leicht frivolen „Dr. Finache“ drei zusätzliche Akteure, die - wenn auch auf andere Art - gewisse Bühnenerfahrung hatten. Und dann, als alle sich verpflichtet fühlten, diese knapp dreimonatige Probenzeit mit drei bis vier Proben pro Woche durch zu halten, da gab es das erste aufatmende „Geschafft!“
Aufwendige Probenarbeit folgte. Ein Stück, dem sich üblicherweise nur professionelle Theaterspieler und professionellere Regisseure widmen, verlangte den Geistern alles ab. Ein Akteur hat für sich allein 112 Probenstunden zusammengerechnet.
Dazu kam der eigene Kulissenbau in der Stadthalle mit zwei Bühnenbildern einschließlich eines Drehteils. Auch das wurde geschafft. Die Geister haben ja ihren bühnentechnischen Planer und Gestalter Hannes Schlich. Letzte Intensiv-Proben: In den letzten zwölf Tagen zehn mindestens dreistündige Proben!
Und dann kam die Premiere: Ein zweites, erlösendes „Geschafft!“ war die einhellige Meinung von Akteuren und Regisseur hinter dem Vorhang nach dem Schlussapplaus. Danach folgten fünf weitere, ausverkaufte Vorstellungen mit begeisterter Zuschauer-Resonanz. Und nach der letzten Vorstellung gab es dann noch einmal ein befreiendes „Wir haben es tatsächlich geschafft!“ aller Akteure und Helfer vor, auf und hinter der Bühne.
Diese Aufführung war sicher das beste Stück der „Fröhlichen Geister“ seit Jahren.
Die große Zuschauer-Resonanz und auch das Echo Tage und Wochen danach bestätigen diese Einschätzung, wobei auch immer wieder die professionelle Handschrift des Regisseurs Manfred Molitorisz als erkennbar bezeichnet wurde. Einen solchen Kraftakt werden die Geister aus personellen, organisatorischen und zeitaufwendigen Gründen in den nächsten Jahren kaum nochmals erbringen können. Aber, liebe Zuschauer: Auch mit den Aufführungen der vergangenen Jahre haben „Die Fröhlichen Geister“ Sie begeistern können und werden Sie auch in Zukunft mit ihrem Ensemble erfreuen.
