Walkingmädels des TV Vallendar wanderten in der Eifel
Naturgenuss, der süchtig macht
Vallendar. Als bekennende Outdoor-Fans genießen wir Walkingmädels es, uns im Freien auf- und fit zu halten. Frühlingszeit ist Wanderzeit, die milden Temperaturen im Frühjahr bieten beste Voraussetzungen, wieder einmal die Eifel zu erkunden, um sich entspannt oder anspruchsvoll an der frischen Luft zu bewegen.
Am letzten Aprilwochenende lag dann die typische Aufbruchsstimmung in der Luft. Fast alle Walkingmädels hatten sich entschlossen, die „sportmedizinische Verordnung“ umzusetzen und sind zur „ganzheitlichen Gruppentherapie“ in die Eifel in den Kurort Gemünd gereist. Für die Naturtherapie wurden spezielle Wanderstrecken im Gesundland Eifel ausgewählt und frei nach dem Lyriker Edmund Geibel lautete der Wahlspruch für das Wochenende: „Wer recht in Freuden wandern will, der geh‘ der Eifel entgegen.“
Die Sonne strahlte am blauen Himmel, als alle pünktlich im Kurpark Hotel ankamen und wir dort freundlich empfangen wurden. Wir schnürten die Wanderschuhe und nach dem Freitagsmotto „Bewegung ist Antrieb und Grundlage für körperliche, geistige und seelische Entwicklung“ setzten wir uns zunächst mit dem Hoteltaxi in Bewegung. Unser Gastgeber fuhr uns zum Etappenanfang zum Gelände Vogelsang, inmitten des Nationalparks Eifel auf einem Hochplateau über dem Urfttal gelegen. Schnell fanden wir den Einstieg auf den Eifelsteig (vierte Etappe), der uns in die freie Natur führte. In steilen Serpentinen brachte uns der schmale Pfad hinab zu einem Bach, wir überquerten diesen und auf der anderen Seite stieg der Pfad nach kurzer Bachbegleitung stetig bergauf. Für die Mühen des Aufstiegs wurden wir an der Aussicht Kickley entschädigt, der Blick reicht von dort über das Urfttal bis nach Gemünd. Weiter wanderten wir hoch, traten aus dem lichten Wald und erreichten eine mit Ginstersträuchern bewachsene Hochebene. Sehr schade, dass das „Gold der Eifel“ hier noch nicht blühte. Auf einer freien Kuppe und auf saftig grüner Wiese konnten wir vom Modenhübel, einem Aussichtspunkt, bis nach Gemünd und Vogelsang schauen.
Mit guter Laune, die wir immer im Gepäck haben, wanderten wir weiter im unendlichen Grün über freies Feld und steuerten mit schnellen Schritten auf Morsbach zu. Unser Gastgeber hatte uns morgens einen Tipp gegeben, unbedingt den besten Kuchen in der Eifel zu kosten. Schnell hatten wir das Bauerncafé, ein wunderschönes altes Fachwerkhaus, gefunden. Zur Mittagszeit kamen wir dort an und wie für uns reserviert stand ein langer Tisch im geschützten Innenhof. Wir belagerten das sonnige Plätzchen und genossen zunächst das charmante Ambiente, und dann kam der Kuchen – große, saftige Stücke, frisch gebacken und so lecker, wie es sein soll. Es fiel uns schwer, die Fährte zum Eifelsteig wieder aufzunehmen, aber der Umweg hatte sich gelohnt. Auch die ausgedehnten Wiesen, die milde Luft, der blaue Himmel hatten den Drang zur Bewegung schnell wieder geweckt und zur „Pantomime in Grün“ angeregt: die Mädels in verschiedenen Posen und Positionen auf der grünen Wiese.
„Beuchet-Stuhl“ließ die Walkingmädels staunen
In Gemünd wechselten wir von der vierten Eifelsteigetappe auf die fünfte Etappe und wanderten weiter Richtung Olef. Auf engem Naturpfad ging es bergauf, dann in Serpentinen talwärts zur Aussicht Kuckucksley, mit Blick auf das Oleftal. Etwas später erreichten wir Olef, das Eifeldorf gehört zu den „Historischen Ortskernen“ in Nordrhein-Westfalen. Auf dem dreieckigen Dorfplatz begeisterte uns der verrückte Stuhl, bekannt auch als „Beuchet-Stuhl“. Er demonstriert eine optische Täuschung, bei der aus zwei Personen mit normaler Körpergröße plötzlich David und Goliath werden. Natürlich mussten wir den verrückten Stuhl immer wieder testen.
Mit dem Hoteltaxi fuhren wir zurück ins Hotel - und dann standen wir total überrascht an der Rezeption, als unser Gastgeber kleine Wannen unter dem Tresen hervorzauberte und jedem der Mädels eine Wanne mit einer speziellen Fußbadmischung, zur Entspannung der müden Wanderfüße, in die Hand drückte; das hatten wir noch nicht erlebt. Als wir uns zum Abendessen trafen, lobten alle das wohltuende Fußbad und so schwebten wir fast die paar Meter hinüber ins Parkrestaurant. Eine gemütliche Runde im Hotel bei einem Gläschen Sekt und Wein und mit guten Gesprächen rundete den ersten „Therapietag“ entspannt ab.
Am Samstagmorgen standen wir im Nieselregen auf, doch als wir nach dem reichhaltigen Frühstück zum Rursee nach Einruhr aufbrachen, hatte sich das Wetter etwas beruhigt. Wir wanderten unter dem Motto: „Let’s go - jeder Schritt hält fit“. Wir gingen die Etappe ruhig an, freuten uns auf die „Wasserland-Route“, auf der ganz klar das Element Wasser dominiert. Sogleich am Anfang der Wanderung machten wir eine tolle Entdeckung. Unmittelbar am Seeufer hat sich eine Biber-Kolonie angesiedelt, sie haben hier in der naturbelassenen Region ein neues Domizil gefunden. Wir haben diese sehr scheuen pelzigen Baumeister am Wasser zwar nicht gesehen, haben aber über eine längere Strecke ihre Spuren gefunden, umgekippte Bäume mit den Bissspuren der großen Nager.
Am Seeufer windet sich die Route, wandelt sich zum Felsenpfad: herrliche Klippen auf der einen Seite, faszinierend die Spiegelungen der gegenüberliegenden Seite auf dem klaren, stillen Wasser – so schön kann Wandern in der Eifel sein. Und hier am See konnten wir dann auch das „Gold der Eifel“ bewundern. Nachdem der Felsenabschnitt zu Ende ging, führte die Route mal wieder bergan in ein kleines Wäldchen und wir trafen bald am Staudamm, der den Obersee und die Rurtalsperre voneinander trennt, ein. Von der Staumauer geht unser Blick auf Rurberg, wir gingen über den Staudamm und folgten auf der anderen Seite erneut dem Uferverlauf des Obersees. Nach ein paar Wanderkilometern erhaschten wir den ersten Blick auf die hoch aufragende Urftseestaumauer, ein wahrlich imposantes Bauwerk. Mit ihrer beeindruckenden Staumauer ist die Urftseetalsperre die älteste Talsperre der Eifel. Hier an der Staumauer endet das Kernstück der „Wasserland-Route“, wir legten unsere Mittagspause ein, gerade noch rechtzeitig, denn es fing an zu regnen.
Nach der Pause war es wieder trocken und wir hatten die Qual der Wahl; über den Eifelsteig oder die Alternative mit dem Schiff zurück nach Einruhr. Schnell teilte sich die Gruppe auf: mit dem Blick gen Himmel entschieden sich einige für die Schiffstour, die Unerschrockenen vertrauten sich dem Eifelsteig an. Die Wandergruppe stand wartend als Empfangskomitee an der Anlegestelle, als das Schiff ankam. Wir fuhren zum Hotel zurück, mussten aber unbedingt das „beste Eis der Eifel“ probieren – und das Eis war einfach lecker. Zurück im Hotel, marschierten wir wieder mit unseren Wannen in die Zimmer, trafen uns nach dem Abendessen wieder in der gemütlichen Runde im Hotel und hatten zusammen einen wunderschönen Abend.
„Bewegungstherapie“ zum Abschluss
Wohldosiert wurde die „Bewegungstherapie“ am Sonntag bei schönem Wetter zu Ende geführt. Nach dem wohlschmeckenden Frühstück verließen wir das Hotel, in dem wir uns so gut aufgehoben gefühlt hatten, und fuhren mit den Autos zum Kloster Steinfeld. Unser Gastgeber wartete dort auf uns und brachte einen Teil der Gruppe nach Golbach, den Rest nach Olef. Je nach individueller Verfassung durfte wieder zwischen zwei Strecken entschieden werden. Nach dem Motto: „Bewegung ist die Seele aller Dinge“ bewegten wir uns wieder auf dem Eifelsteig. Von Olef aus wanderten wir zunächst mäßig, dann steil bergauf und wurden nach ein paar Kilometern auf den Pingenwanderweg geführt. Wir wanderten durch ein uraltes Eisen- und Bleierzgebiet, dieses Wegestück ist übersät von Erdhügeln und metertiefen Erdgruben, den Pingen, die nach dem Bergbau übrig geblieben sind.
Wir verließen dieses Gebiet und abwechslungsreich führte uns der Eifelsteig durch das Golbachtal weiter Richtung Kloster Steinfeld. Unterwegs meldete sich die „Golbach-Gruppe“, die schon am Kloster wartete. Auf einer großflächigen Hochebene sahen wir zum ersten Mal die markanten Türme der Abtei Steinfeld.
Doch kurz vor dem Ziel gestaltete sich der Aufstieg recht stramm durch den majestätischen Buchenwald. Wir beendeten die Etappe unmittelbar vor dem Areal des Klosters Steinfeld, das wohl am besten erhaltene Klosterensemble des Rheinlandes.
Die „Olef-Gruppe“ wurde dort vom anderen Teil der Gruppe begrüßt. In kleinen Gruppen erkundeten wir den gesamten Klosterkomplex und die Basilika. Die Basilika vereint die romanische Architektur harmonisch mit der barocken Innenausstattung. Die sehenswerten Fresken, das Chorgestühl, die reich geschnitzte Kanzel, der Altar und die Balthasar König Orgel bieten ein tolles Gesamtkunstwerk.
Vor der Heimfahrt hatten wir uns noch eine Verschnaufpause verdient. Beim gemeinsamen Essen im Gasthaus „Zur alten Abtei“ ließen wir das Wochenende ausklingen und waren uns einig, dass die drei Wandertage uns allen gut getan haben. Wir sind wieder neue Wege gegangen, haben wieder viel von der Sprache der Natur gelernt, haben die ausdauernde moderate Bewegungsform des Wanderns als sehr wohltuend empfunden und haben uns im unendlichen Grün der Eifel gesund gewandert. Als Fazit des Wanderwochenendes konnten wir feststellen: Naturgenuss kann süchtig machen, und bei den Wandermädels ist es schon wiederholt zu Fällen von „Eifelsucht“ gekommen. Süchtig nach mehr Eifel und Eifelsteig, diese Sucht kann befriedigt werden, stehen doch noch ein paar Etappen auf dem Eifelsteig aus, und die werden uns bis nach Trier führen. Das Team Eifel verabschiedet sich bis zum nächsten Jahr.
Auf der Urftseestaumauer.
Impressionen vom Eifelsteig.

