Allgemeine Berichte | 17.10.2016

Mit dem Club für Bildung und Freizeit e.V. nach Köln

Odysseum und Wallraf-Museum

Das Odysseum empfing uns „Herzlich Willkommen“. privat

Vallendar/Köln. Wetter prächtig, Stimmung gut. Auch wenn nicht vorhergesagt, so waren der blaue Himmel und die Anfahrt nach Köln durch die bereits einsetzende Herbstfärbung ein extra Plus im Programm. Zumindest für jene, die sich nicht einer Nachbetrachtung der vergangenen Nacht bei geschlossenen Augen hingaben.

Erster Programmpunkt war der Besuch im Odysseum, einem Museum, das fast alle Teilnehmer noch nicht kannten.

Michelangelo hautnah

Das Thema der Sonderausstellung: „Der andere Blick“ sagte zunächst wenig. Gut, die Fresken der Sixtinischen Kapelle, also die außergewöhnlichen Meisterwerke Michelangelos, sollten in Originalgröße zu sehen sein. Klar, wer schon mal in der Warteschlange vor den Vatikan-Museen 1½ Stunden unter der brennenden Sonne Roms gestanden hat und sich dann von der dichten Menschenmenge durch die Kapelle hat schieben lassen, sagte sicher begeistert „Ja“ zu dem Angebot des Clubs. Auch die zugesagten Erläuterungen für die Führung waren verlockend. Ja und dann war doch alles anders! Michelangelo selbst erläuterte scheinbar persönlich seine Bilder, das Wie und Warum, Körperhaltung und Farben der Figuren, die im päpstlichen Auftrag in vier Jahren von ihm erschaffen wurden.

Der Höhepunkt am Schluss: Die Szenerie wird umgekehrt. Der Hals verrenkt sich nicht nach oben in 22 Meter Höhe, sondern die göttlichen Deckenfresken liegen dem Betrachter zu Füßen. Nahezu greifbar das weltberühmte Schöpfungsgemälde mit den einander entgegen gestreckten, aber sich nicht berührenden Fingern von Adam und Gott, wie zwei Hochspannungsenergie übertragende Elektroden und ineinander gerichtete Blicke der Augen.

Im Gegensatz dazu der Sündenfall: Eva fest verbunden in der Berührung mit der Schlange und dem Apfel. Das großartige künstlerische Können offenbart sich darin, in der Wölbung der Decke, sich sogar nach hinten verbiegende Figuren optisch lebensecht darzustellen, wo seine größten Gegner hofften, dass Michelangelo hieran scheitern würde.

Interaktives Museum

Vor der Weiterfahrt war noch Zeit, einen Blick in das eigentliche Odysseum, ein Mitmach- und Erlebnismuseum zu werfen. Dies weckte Erinnerungen an Erlebnisse aus der Schulzeit. Nicht nur wegen der lärmenden Jugendlichen, die von Station zu Station stürmten und in erster Linie Knöpfe drückten, um Bewegungen, Töne und Lichtreflexe auszulösen, ohne die Versuche selbst zu beachten oder zu verstehen. Ausnahmen natürlich Flugsimulator und Astronautentrainer. Befasste man sich mit Anleitungen und Versuchen, konnte man etwas zum Ohm’schen Gesetz, dem Satz von Pythagoras, dualen Zahlen und Computer lernen, aber auch den verschiedenen Nasen der Tiere und deren Funktion oder dass Luft nicht „nichts“ ist oder Schall sichtbar werden kann. Fehlen durfte natürlich auch nicht der originale Otto-Motor, ein Produkt der Firma Deutz in Köln.

Der nächste Programmpunkt: Freier Nachmittag an der Domplatte bis zur Rückfahrt, den viele konsumgeprägte Handtaschenträgerinnen und damit verbundene Teilnehmer natürlich gerne (leider?) in der Hohen Straße verbrachten.

Vün Dürer bis Van Gogh

Diejenigen, die sich entschieden, die Sonderausstellung „Bührle trifft Wallraf – von Dürer bis van Gogh“ zu besuchen, waren begeistert. „Monets Zauber hat mich nie losgelassen, Cezanne, Degas, Manet und Renoir wollte ich in meinem Umkreis an den Wänden haben“. Der Züricher Emil Bührle hat so in kürzester Zeit eine erstaunliche Vielzahl herausragender Bilder von der Gotik bis zum Kubismus zusammengetragen.

Seine große Liebe waren die Impressionisten und hier treffen sich seine Interessen und die des Walraff-Museums. Das einzigartige dieser Ausstellung sind aber nicht die gezeigten 70 Meisterwerke und dies ausschließlich in Köln, sondern die Art der Gegenüberstellung. Extrem gleich zu Beginn Dürers Pfeifer und Trommler (Teil eines Altarbildes) mit dem Violinisten von Braque, wo mittelalterliche Malerei auf moderne Kunst trifft. Es gab aber auch andere interessante Kombinationen.

Ein Maler (Renoir) malt den anderen (Sisley) in verschiedenem Alter (Portrait und das Paar 1886) oder Sisley malt Hampton Court vormittags mit der Brücke und den Blick weitergerückt als Bild-Fortsetzung nachmittags. Man lernt auch zur Maltechnik, dass die fast fotografischen Blicke auf den Canal Grande in Venedig (Canaletto: Blick nach Norden) nicht mit der Staffelei auf der Rialtobrücke entstanden, sondern mit einer camera obscura (Lochkamera) zur Erfassung der präzisen Konturen und dann im Atelier ausgearbeitet wurden.

Die Gegenüberstellung eines frühen und späten von Goyen mit gleichem Dorfmotiv oder die Mohnwiesen von Monet verraten den Stilwandel zu Farbvereinfachung und geringeren Details, um preisgünstigere „Serien“-Produktion zu ermöglichen. Nicht unter-schiedlicher können Cezannes „Knabe mit der roten Weste“ (Bührle) und Paul Gaugins „Bretonischer Junge“ vom Wallraf-Museum sein, die sich daher auf den Ausstellungs-Plakaten und Flyern wiederfinden. Was auch immer der Einzelne am besten fand, am Ende war jeder doch sehr zufrieden.

Öffnungszeiten der Informationsstelle

In den Herbstferien vom 10. bis 21. Oktober ist unsere Informationsstelle nicht besetzt.

Ab Mittwoch, den 26. Oktober sind wir wieder für Sie da, von 9 bis 12 Uhr im Clubheim Höhrer Straße 10 (Ecke Grönerstraße), Tel. (02 61) 67 16 76 und von 17 bis 18 Uhr Mallendarer Berg, nur über Handy-Nr. (01 62) 3 96 01 92.

Auch einen Blick in den Dom ließ die Zeit noch zu.

Auch einen Blick in den Dom ließ die Zeit noch zu.

Ein Ausschnitt aus einer der weltbekannten Fresken Michelangelos.

Ein Ausschnitt aus einer der weltbekannten Fresken Michelangelos.

Das Odysseum empfing uns „Herzlich Willkommen“. Fotos: privat

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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