Katholische Kirchengemeinde Vallendar
Orgelabend mit Kontrasten
Konzertreihe „Marzellinus-Musik“ in der Pfarrkirche Vallendar Die letzte Marzellinus-Musik vor der Sommerpause bietet ein kontrastreiches Programm
Vallendar. Ein Abend der musikalischen Kontraste verspricht die letzte Veranstaltung in der regelmäßigen Konzertreihe Marzellinus-Musik vor der Sommerpause zu werden, die am Sonntag, 6. Juli, um 18 Uhr, in der Vallendarer Pfarrkirche St. Marzellinus und Petrus stattfinden wird. Der Vallendarer Kantor und Organist Johann Schmelzer wird in diesem Konzert drei große Orgelwerke von Johann Sebastian Bach, August Gottfried Ritter und Louis Vierne zu Gehör bringen und eindrucksvoll und virtuos hör- und erlebbar machen, dass Musik von Kontrast und Gegensatz lebt. Der Eintritt zum Konzert ist frei, um eine freiwillige Spende bei der Türkollekte wird gebeten.
Schmelzer (*1969) hat für das Konzert Werke ausgewählt, die historisch und klanglich Kontrapunkte bilden - so kontrastiert Musik aus Deutschland mit der französischen Orgelsymphonik, Musik aus dem Barock mit Orgelklängen der Romantik. Aber auch innerhalb der Werke wird Kontrastreiches zu erleben sein.
Vor allem in Louis Viernes „Symphonie No.2 in e-moll“ (Op. 20) werden Gegensätze der Orgelsymphonik in Gestalt eines vor Lebensfreude sprühenden Scherzos und einer melancholisch und sehr lyrisch gehaltenen Cantilène hörbar gemacht. In diesem Werk, das 1902 entstanden und in erster Linie wegen des an einen Tango erinnernden Einleitungssatzes prominent ist, durchlebt der Hörer sehr starke stimmungs- und farbenmäßige Gegensätze, aber auch fluktuierende Dynamik, regen Registerwechsel und große Spannungskurven.
Die Gegensätze in August Gottfried Ritters „Sonate Nr. 3 in a-moll“ (Op. 23), die Franz Liszt gewidmet ist, sind da weniger ausgeprägt, aber auch vorhanden. Ritter, einer der bedeutendsten Orgelvirtuosen, Orgelsachverständigen und Komponisten des 19. Jahrhunderts, der als einer der Wiederentdecker der Musik Bachs gilt, kontrastiert in seiner Sonate viele klar unterscheidbare Affekte in Gestalt von mitreißenden Läufen, expressiver Harmonik, rezitativischen Episoden, lyrisch-singenden Phasen, Variationsfolgen und einer abschließenden Fuge. Ritter hasste Effekthascherei und setzte stattdessen auf straff und bisweilen virtuos durchkomponierten Orgelsatz, der durch prägnante Rhythmik oft sehr plastisch wirkt.
Der ruhige Adagiosatz des Choralvorspiel über „Allein Gott in der Höh sei Ehr“ (BWV 662) von Johann Sebastian Bach, das der sogenannten Sammlung der „Leipziger Choräle“ entstammt und somit ein ausgereiftes Werk aus der späteren Schaffensperiode des Komponisten darstellt, rundet das kontrastreiche Konzertereignis ab. Nach der Sommerpause wird die Reihe „Marzellinusmusik“ erst im Oktober wieder fortgesetzt, da im September - mittlerweile zum vierten Mal und daher einer guten Tradition folgend - ein besonderes musikalisches Highlight auf die Musikfreunde wartet: Der Ökumenischer Evensong unter Beteiligung von acht Chören aus dem Bereich der Pfarreiengemeinschaft Vallendar, der am Sonntag, 14. September, um 18 Uhr, in der Pfarrkirche Vallendar stattfindet und zu dem bereits heute eingeladen werden soll.
