Konzertreihe „Marzellinus-Musik“ in der Pfarrkirche Vallendar
Orgelimpulse zur Fastenzeit
Am zweiten Fastensonntag, 1. März
Vallendar. Orgelwerke von Sweelinck, Bach, Reger und Karg-Elert bilden das Programm der nächsten Veranstaltung in der Konzertreihe Marzellinusmusik, die unter der Überschrift „Orgelimpulse zur Fastenzeit“ am Sonntag, 1. März, 18 Uhr, in der Vallendarer Pfarrkirche St. Marzellinus und Petrus stattfinden wird.
Der Kantor und Organist der Pfarreiengemeinschaft Vallendar Johann Schmelzer wird Orgelwerke zu Gehör bringen, die einen Bogen von der ausgehenden Renaissance über den deutschen Barock bis zur Spätromantik schlagen und die ernstere und nach innen leitende Facetten einmal bewusster zum Klingen bringen.
Dabei bilden mit Johann Sebastian Bachs (1685 - 1750) Partita über „Sei gegrüßet, Jesu gütig“ und Sigfrid Karg-Elerts (1877 - 1933) „Hommage to Handel“ zwei größere Variationsstücke den Schwerpunkt des Abends. Bachs Werk ist eine Variationenfolge über eine im evangelischen Bereich seinerzeit sehr bekannte Choralmelodie zur Passionszeit und weist eine sogar für diesen großen Komponisten erstaunliche Fülle verschiedener Metren und Stile auf. Neben den typischen Variationstechniken des mitteldeutschen Stils, wie Bach sie bei seinem Lehrer Georg Böhm kennengelernt haben dürfte, erweitert er die Variationstypen um große Choralvorspiele und einen prächtigen, fünfstimmigen Schlusschoral.
Dabei vereint das Werk einzelne Sätze aus offenbar unterschiedlichen Entstehungszeiten seiner frühen Schaffensperiode. Dem Passionschoral folgen insgesamt elf Variationen mit circa 20 Minuten Aufführungsdauer, hierbei handelt es sich um die längste Orgelpartita aus Bachs Feder.
Karg-Elerts „Homage to Händel"
Karg-Elerts „Homage to Händel - 54 Studies in Variation Form on a Ground Bass of Händel für Orgel“ (op. 72 II), die dieser als Dank für die Aufnahme in das Londoner Royal College of Organists im Jahre 1914 schrieb, greift nicht nur ein von Händel stammendes Bassthema auf, sondern zitiert an einer exponierten Stelle sogar das „Halleluja“ aus dessen Oratorium „Messias“.
In mehreren großen Steigerungswellen wird das Thema dynamisch und farblich variiert und in den unterschiedlichsten Satztechniken verarbeitet, bevor es schlussendlich triumphierend im Tutti beschlossen wird.
Letztendlich variiert auch das Thema des „Ricercar“ des niederländischen Komponisten Jan Pieterszoon Sweelinck (1562 - 1621), mit dem der Orgelabend eröffnet wird, durch stets wechselnde Kontrapunkte in einem mit insgesamt 299 Takten recht langen durchkomponierten einsätzigen Werk.
Eher selten gespielte Werke kleineren Formates Max Regers (1873 - 1916) runden das Konzertprogramm ab.
Das Vorspiel von „Präludium und Fuge in e-moll (Op. 80)“ erinnert in der Tonart und dem wiegenden 6/8 Takt in gewisser Weise an Bachs Eingangschor der Matthäuspassion; die folgende „Fughetta“ verstärkt den passionshaften Charakter durch die abwärts schreitende Chromatik, ein in der Barockzeit musikalisch häufig gebrauchtes Symbol im Affekt von Leid und Schmerz. Man weiß von Reger, dass er sich mit den Werken Bachs sehr ausführlich auseinandergesetzt hat und sich insbesondere mit der Rhetorik der barocken Figurenlehre beschäftigt hat.
Die Konzerte dieser Reihe finden jeweils am ersten Sonntag im Monat statt und widmen sich verschiedenen kirchenmusikalichen Themen, außerdem laden sie ein, sich Zeit für Musik und Besinnung zu nehmen.
Der Eintritt zur „Marzellinus-Musik“ ist frei, um eine freiwillige Spende bei der Türkollekte wird gebeten.
