Außergewöhnliches Fußballereignis in Weitersburg
Prominente Kicker spielen für einen guten Zweck
Weitersburg. „Das ist schon ein herausragendes Ereignis für unseren Ort“, stellte Ortsbürgermeister Rolf Rockenbach bei der Pressekonferenz am letzten Montag mit Stolz fest. Zum 85. Vereinsjubiläum des SV Viktoria 1928 e.V. spielt die Lotto-Elf gegen die Ü 40 Auswahl des Fußballvereins. Am 15. August um 19 Uhr ist der Anpfiff im Weiherstadion.
Die Mannschaftsaufstellung gab jetzt Hans-Peter Briegel, ehemaliger Nationalspieler und Trainer verschiedener europäischer Spitzenfußballmannschaften, im Clubheim des Vereins bekannt. Insgesamt siebzehn Männer stehen auf der Kaderliste - Wolfgang Overath, Markus Pröll, Evangelos Nessos, Thomas Riedl, Michael Kuntz, Olaf Marschall, Dariusz Wosz, Stephan Engels sind nur einige von ihnen. Mit dabei ist außerdem der Moderator von „Verstehen Sie Spaß“ Guido Cantz - vielleicht bringt der auch seine versteckte Kamera mit?
Trainiert wird die Mannschaft von Rudi Gutendorf und gemanagt vom Weltmeister 1954 Horst Eckel. „Das wird ein spannendes Spiel“, ist sich der 1. Vorsitzende des Vereins, Edmund Hoffmann, sicher. Die Eintrittspreise wurden bewusst niedrig gehalten, sodass viele an dem Donnerstagabend zum Kunstrasenplatz in Weitersburg kommen können. Ohne Abzug kommt der gesamte Erlös einem guten Zweck zu Gute. Schirmherr der Veranstaltung Fred Pretz: „Zu je 50 Prozent geht das Geld an Kinderglück und die Vor-Tour der Hoffnung“. Der Präsident des Sportbundes Rheinland und Bürgermeister der Verbandsgemeinde Vallendar stellte beide Hilfsangebote ausführlich dar.
Kinderglück setzt sich für Kinder von Frauen ein, die in Frauenhäuser Zuflucht suchen mussten. Es werden Freizeiten und Veranstaltungen für Kinder finanziert, die sonst nicht stattfinden könnten. Die Tour der Hoffnung setzt sich die für Kinderkrebsforschung ein.
Hermann Josef Ganser ist der Organisator und Ansprechpartner der Lotto Elf. Er macht deutlich, dass es schon etwas ganz Besonderes ist, wenn die prominenten Fußballer gegen einen einheimischen Verein spielen. 30 bis 35 Bewerbungen liegen jedes Jahr von Vereinen vor - in diesem Jahr konnten lediglich neun Spiele angepfiffen werden.
„Der veranstaltende Verein hat Enormes zu leisten“, so Ganser. So muss sicher sein, dass auch eine hübsche Spendensumme in den Topf kommt. 5.000 Euro müssen sechs Wochen vor dem Spiel durch Vorverkauf oder Sponsoren auf das Konto des Stiftungsrates eingegangen sein, sonst würde das Spiel nicht stattfinden. Das sei eine große Herausforderung und man wolle, dass sich die Vereine ganz mächtig ins Zeug legen, so der Mann von der Lotto Elf.
Nur durch den vollen Einsatz aller Beteiligten ist zu erklären, dass seit Bestehen der Promifußballmannschaft und weiterer Unterstützung von Kulturschaffenden, wie zum Beispiel den Mainzer Hofsängern, seit 1999 insgesamt 1.552.137,63 Euro zusammengekommen sind.
Dieses Geld ging zu 100 Prozent an soziale Zwecke und kam somit Menschen zu Gute, denen sonst nicht geholfen werden konnte. Die kleine Aufwandsentschädigung für die Spieler und Betreuer wird, so Hermann Josef Ganser, von Sponsoren übernommen und nicht aus dem Spendentopf.
Die Organisatoren und Veranstalter an einem Tisch bei der Pressekonferenz.
