Weitersburger nahm an den Triathlon Weltmeisterschaften „Ironman“ auf Hawaii teil
Rainer Bomm aus Weitersburg erfüllte sich einen Traum
Weitersburg. Am Anfang war alles nur ein Traum. Als Rainer Bomm im Jahre 2000 mit der Sportart Triathlon (schwimmen, Rad fahren, laufen) angefangen hatte, dachte er noch nicht im Traum daran, einmal auf Hawaii, der Mutter aller Triathlons zu starten. 14 Jahre später und nach fast 100 Triathlonwettkämpfen und 18 Langstreckendistanzen (3,8 km schwimmen, 180 km Rad fahren und 42,2 km laufen) weiter, was in der Summe ca. 2.000 km schwimmen, 120.000 km Rad und ca. 20.000 Laufkilometern entspricht, stand er vor der Erfüllung seines Traums. Durch die erfolgreiche Teilnahme beim Ironman in Südafrika im April 2013 erfüllte er die Norm der Vielstarterregelung. Doch es dauerte noch ein Jahr bis im April 2014, bis die offizielle Zusage für die Hawaii-Teilnahme kam. Weltweit konnten sich so 105 Triathleten einen Startplatz auf Big Island unter den weltbesten Triathleten sichern. Jetzt konnte Rainer Bomm gezielt mit dem Training für dieses Event beginnen. Mit viel Freude hatte er mit gemeinsam mit Stephanie Daleki bis zu ihrer Teilnahme am Ironman Frankfurt im Juli trainiert. Es folgten noch fünf Vorbereitungstriathlons. Am 3. Oktober begann dann gemeinsam mit seiner Frau Andrea das große Abenteuer Hawaii. Von Frankfurt ging es auf die 13.000 km lange Flugreise über San Fransisco nach Kona auf Big Island. Nach 27 Stunden landete man abends auf Hawaii, wo immer noch Außentemperaturen von rund 35 Grad und eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit herrschten. Auch die 12 Stunden Zeitverschiebung bereitete einige Probleme. Dadurch bedingt waren die Nächte in Kona relativ kurz, denn um drei Uhr morgens war die Nacht vorbei. Schnell stellte Rainer fest, dass die Anreise sieben Tage vor dem Wettkampf zu kurz gewesen war, um sich an das Klima und die Zeitumstellung zu gewöhnen. Nach mehreren kleinen Trainingseinheiten kam dann der längste Tag des Jahres. Am Samstag, 11. Oktober um 4 Uhr morgens begann der Tag mit einem ausgiebigen Frühstück. Der Start erfolgte um 6.50 Uhr mit einem lauten Kanonenschlag. Die besten 2.000 Altersklassenathleten der Welt machten sich auf den Weg diesen einzigartigen Triathlon zu meistern. Zuerst wurden 1,9 km raus in den Pazifik geschwommen, was normalerweise für den Rettungsschwimmer der DLRG Rainer Bomm kein Problem sein sollte. Der sehr hohe Wellengang bereitete jedoch von Anfang an den Schwimmern Probleme. Schon am Wendepunkt fühlte er sich seekrank und die 1,9 km zurück zum Ausgangspunkt machten es ihm nicht einfacher, da nun noch eine starke Unterströmung hinzukam, die die Athleten immer wieder ein Stück ins Meer zurückzog. Nach scheinbar endlosen 90 Minuten war die Auftaktdisziplin geschafft und es folgten 180 km Rad fahren. Die ersten 40 km auf dem Rad gingen auch recht zügig und problemlos voran. Doch dann kam in den Lavafeldern der berüchtigte Mumukwind auf und zerstörte bei 40 Grad Hitze jegliche Hoffnung auf eine gute Radzeit. Der Wind wehte frontal auf die Radfahrer, sodass einige Radfahrer sogar vom Wind in den Straßengraben gedrückt wurden und es zu mehreren Radunfällen kam. Nun wurde auch dem Letzten bewusst, warum der Ironman auf Hawaii zu den härtesten Wettkämpfen auf der Welt gehört. Nach fast sechs Std. 50 Min. konnte Rainer Bomm die 180 km gesund und ohne Sturz in Kona beenden. Jetzt wartete noch ein Marathon durch die Lavafelder Hawaiis auf ihn. Die Hitze, der Wind und später auch die einbrechende Dunkelheit der Nacht, die bereits um 18 Uhr begann, verlangen dann auch mental noch mal alles vom Sportler ab. Kurz nach 21 Uhr waren dann die 42,2 km geschafft und Rainer Bomm bog in den Ali ´i Drive auf einen unvergesslichen Zieleinlauf ein. Alle Teilnehmer wurden persönlich mit den Worten „You are an Ironman“ empfangen, was für die Sportler wie ein Ritterschlag war, den man nie vergessen wird. Das alles ließ dann die Strapazen der letzten Stunden schlagartig vergessen. Jeder der Finisher durfte sich zu Recht wie ein Weltmeister fühlen. Gibt es ein schöneres Erlebnis, als mit einem Deutschen Sieger wie Sebastian Kienle an diesem Rennen teilgenommen zu haben? Später erfuhr man vom Veranstalter, dass der Wind und die Hitze seit über 10 Jahren nicht mehr so heftig gewesen waren wie in diesem Jahr. Das alles und der zeitaufwendige Triathlonsport an sich war auch nur Dank der Unterstützung seiner Frau Andrea möglich, die ihn in all den Jahren bei seinen Wettkämpfen rund um den Globus begleitete und auch während den Trainingsphasen viel Geduld bewies. Zu Hause in Deutschland wurde Rainer Bomm bereits am Flughafen in Frankfurt von seiner Familie und Freunde herzlich empfangen und gefeiert. Am Abend wurde dann noch vom Lauftreff SV Weitersburg ein Empfang im Vereinsheim organisiert.
