Ein Wanderwochenende der „Walkingmädels“ des Turnvereins 1878 Vallendar e.V.
Runter von der Couch und rein ins Leben
Vallendar. Nach dem Motto: „Runter von der Couch und rein ins Leben“ läuteten wir freitags in Staudernheim das Mädels-Wochenende ein. Schon über zwanzig Jahre walken wir, viele sind von der ersten Stunde an dabei und dieses Jahr feiern wir das fünfzehnte Wanderwochenende. Unser Wochenende ist zu einem Ritual geworden und immer noch freuen sich die Mädels auf ein abwechslungsreiches Wochenende in Gesellschaft; innerhalb der verschiedenen Aktivitäten fest etabliert, möchte es niemand mehr missen. Für dieses Wochenende war ein Wettertief gemeldet und die 18 Mädels sollten die Launen des Aprilwetters zu spüren bekommen. Die Vorfreude auf das Wochenende war dennoch groß. Unsere Tour führte uns in die Region Meisenheim an der Glan und wir hatten schon am Freitag unseren Spaß, starteten wir doch ganz originell auf einem außergewöhnlichen Gefährt los ins Wochenende. Das Aprilwetter wurde seinem Ruf gerecht, aber gut vorbereitet hatten wir uns mit wettertauglicher Kleidung eingedeckt und so begann am Bahnhof in Staudernheim die große „Verkleidungsaktion“. Warme Kleidung, Ponchos, Regenjacken und -mäntel, Mützen und wasserdichte Überschuhe kamen zum Einsatz. In voller Montur begutachteten wir die Draisinen, benannt nach Drais, dem Erfinder des Fahrrads. Es handelt sich um ungewöhnliche Fahrzeuge mit zwei feststehenden Fahrrädern und einer Bank für zwei Personen dazwischen. Nachdem wir uns mit den Draisinen bei einer kurzen Einführung vertraut gemacht hatten, nahmen wir die fünf reservierten Fahrrad-Draisinen in Empfang und schon ging es los auf der stillgelegten Bahnstrecke durch das idyllische Glantal. Zwei Mädels mussten treten, die anderen durften sich ausruhen, aber nicht lange, es wurde immer gewechselt. Trotz Nieselregen und einem Himmel im Einheitsgrau konnten wir die reizvolle Landschaft in hellem Frühlingsgrün und mit leuchtenden Rapsfeldern genießen, wir hatten Spaß und ließen uns die Stimmung nicht verderben. Wir radelten im selbst bestimmten Tempo an saftigen Wiesen und bewaldeten Hügelketten vorbei. Immer mal wieder hieß es für zwei Mädels absteigen, an den ehemaligen Bahnübergängen wurden sie zu Schrankenwärterinnen. In Meisenheim hievten wir die Draisinen von den Gleisen, sicherten sie und kehrten im Brauhaus ein. Nach dem Mittagessen kamen sie wieder auf die Schienen und die „Gaudi“ ging weiter. Noch voller Eindrücke über diese ungewöhnliche Fahrt näherten wir uns langsam dem Ziel unserer Draisinentour.
Noch bevor wir nach zwanzig Kilometern in Lauterecken den Bus zurück nach Staudernheim bestiegen, stand für uns alle fest, das war ein „Super Spaß“. Nach diesem sportlichen Erlebnis fuhren wir nach Meisenheim ins Hotel Weingut Barth und freuten uns auf einen genussvollen Abend. Der spannende Tag endete mit einer Weinprobe und leckerem Essen. Nach dem erlebnisreichen Tag und einem „weingeselligen“ Abend fielen alle Mädels entspannt und müde in die Betten.
Am Samstag stand Kultur auf dem Programm
Nach Bewegung und Genuss stand der Samstag unter dem Motto Kultur, eine Stadtführung durch Meisenheim mit einer anschließenden Orgelvorführung in der Schlosskirche war gebucht. Leichter Nieselregen begleitete die Mädels zur Schlosskirche, wo sie auf den Stadtführer Herr Mayer trafen, der sie fachkundig durch den historischen Ortskern führte.
Er verstand es prächtig mit Kompetenz, Wissen und Leidenschaft besonders die Historie der Stadt sehr ausführlich und gestenreich zu vermitteln. Wie ein Schauspieler inszenierte er die Führung, die theatralische Stadtführung endete mit der Besichtigung der Schlosskirche. Dieser historische Stadtrundgang wird den Mädels ganz lebendig in Erinnerung bleiben. Angekommen in der Kirche wartete schon Frau Mayer auf den zweiten Teil der Kulturführung. Nachdem Herr Mayer sehr verspätet seine Ausführungen beendet hatte, übernahm die Organistin ihren Part. Sie berichtete viel Aufschlussreiches über die Stumm-Orgel und als krönenden Abschluss konnten wir einem kleinen Orgelkonzert lauschen. Nach so viel Sehen und Hören freuten wir uns auf die verspätete Mittagspause. Die Wanderung für den Nachmittag war abgesagt, so hatten wir noch viel Zeit die Altstadt im eigenen Tempo zu erkunden. Ausgeruht und „aufgehübscht“ trafen sich die Mädels zum gemeinsamen Abendessen. Eines ist auf jeden Fall sicher, langweilig wird es bei uns nie, auch nicht an diesem fröhlichen Abend in ausgelassener Stimmung. Nach dem Frühstück am Sonntag und dem Verstauen der Koffer und Weinkisten in den Autos ging es sportlich weiter. Wir starteten in Obermoschel die fünfte Etappe des Pfälzer Höhenwegs. Gleich zu Anfang ging der Weg stetig bergauf, oben angekommen wurden wir belohnt: in drei Himmelsrichtungen bot sich uns eine fantastische Aussicht. Begleitet von den tollen Weitblicken über das Nordpfälzische Bergland führte der Weg immer leicht ansteigend zur Schiersfelderhöhe.
Die abwechslungsreiche Natur verzauberte in herrlichen Frühlingsfarben und ab und zu huschten Sonnenstahlen über die Felder und ließen die Rapsfelder golden aufleuchten. Nach einer längeren Waldpassage traten wir wieder ins offene Gelände hinaus und über Feld- und Wiesenwege ging es steil bergab nach Callbach. Wieder folgten wir einem Pfad steil hinauf, der Höhenweg hielt, was er verspricht. Erst wieder an Höhe gewonnen, wo wir wunderschöne Orchideen am Wegesrand und eine ganze Orchideenwiese bewundern konnten, zweigte der Weg wieder steil nach unten ab. Hier war es möglich abzukürzen und auf moderatem Weg nach Meisenheim zu wandern. Für die anderen ging es wieder aufwärts, aber alle wussten, bald geht es nur noch bergab. Doch bevor wir in Meisenheim eintrafen, hatten wir an der „Meisenheimer Juche´“ noch einen wunderschönen Blick auf die Stadt. Im Brauhaus, wo die „Abkürzler“ schon auf uns warteten, beendeten wir unser Wochenende mit einem verspäteten Mittagessen.
Es war wieder ein Wochenende der Gemeinschaft mit einem abwechslungsreichen und interessanten Programm, gepaart mit Naturerlebnissen, Kultur und Genuss. Die schönen Erlebnisse, die mit neuen Erfahrungen, Einsichten und Emotionen verbunden sind, werden uns noch lange im Gedächtnis bleiben.
Turnverein 1878 Vallendar e.V.
