„Hühner Weitersburg“ feierten mit einem super Publikum
Tolle Stimmung bei den Sitzungen
Weitersburg. „Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein...“ Ein Zitat aus einer Rede, die der heutige Ehrenpräsident der „Hühner“, Franz Hübgen, vor vielen Jahren in einem seiner unnachahmlichen Vorträge als Thema vorgab. Ein Zitat, dessen Inhalt offenbar heute noch Gültigkeit hat bei den jährlichen Sitzungen des närrischen Weitersburger Männerhaufens. Anders ist es wohl nicht zu erklären, dass in beiden Sitzungen eine ausgelassene Stimmung herrschte, wie wohl kaum auf einer anderen Karnevalsveranstaltung. Die „Hühner Weitersburg“ hatten zur Herren- und Mädchensitzung gerufen und die Besucher strömten in Scharen. „Ausverkauft“ hieß es schon vor Tagen, wenn Nachzügler noch nach Karten für die Sitzung der Männer fragten und auch die Sonntagssitzung für das weibliche Geschlecht war fast bis zum letzten Platz gefüllt.
Das Geheimrezept der „Hühner“
Doch was ist es, das die Männer seit über 30 Jahren und die Frauen nun auch schon seit zehn Jahren zu den „Hühnern“ zieht? Sind es die immer wieder tollen Vorträge und Aktionen, die der wohl kleinste Karnevalsverein im Rheinland Jahr für Jahr auf die Bühne zaubert? Sicherlich einer der Hauptgründe. Denn wer zu den „Hühnern“ geht, der weiß, dass die halten, was sie versprechen. Aber auch die Fröhlichkeit, die die Männer in ihren Beiträgen an den Tag legen, wirken ganz schnell ansteckend, sodass das Publikum teilweise vollkommen ausrastet. So auch in diesem Jahr wieder. Ob bei den geschickt pointierten Vorträgen, bei den toll gemachten Parodien, der Musik oder dem unglaublichen Percussion-Beitrag - die Besucher standen oft minutenlang und wollten sich gar nicht mehr hinsetzen. Und wenn eine Minute Stillstand drohte, schaffte Sitzungspräsident Björn Kleinert es immer wieder, auch die längste Umbaupause so zu gestalten, dass sogar die zu einem Erlebnis wurde.
So ging es auch in diesem Jahr wieder Schlag auf Schlag bei den „Hühnern“. Immer toll unterstützt vom einzigen Profi des Abends, Sitzungsmusiker Bernd Bott, kam James Blond zu Besuch, genau wie Carmen und Robert Geiss. Es gab frivole Mädchen und gestresste Ehemänner zu sehen, aber auch tief in Gedanken versunkene Büttenredner, Ballettkultur a la Schwanensee, Kubaner Harmonisten, Bengelchen, die „Doof Nuss“ und einen Zwerg, der sich ins Internet gebeamt hatte. „Seven drums for Kuba“ zeigten, was alles möglich ist, wenn man mit Freude und Akribie einen Act vorbereitet und ihn dann vorführen kann. Fast unglaublich die sieben „Hühner“, die auf alles trommelten, was eine Baustelle so hergibt. Und kaum hatte man sich versehen, da hatte die Uhr sich bereits zum fünften Mal gedreht und das wie immer von aktuellen und auch alt-bekannten Liedern getragene Finale beschloss die jeweilige Sitzung. Die Stimmen aus dem wohl besten Publikum, das man sich als Vortragender wünschen kann, waren voll des Lobes das Licht im Saal oder der Gaststätte ging erst dann aus, als der Wirt es ausschaltete.
