Allgemeine Berichte | 01.07.2014

Pallotinische Jugendbildungs GmbH

Vida do Brasil zwischen Zuckerhüten und Armenhütten

Musikalische Erzählreise durch Glanz und Elend des WM-Landes in der Pallottikirche

Vida do Brasil zwischen Zuckerhüten und Armenhütten

Vallendar. Als Reiseleiter für Touristen wollte Publizist Siegfried Pater eigentlich nie wieder unterwegs sein, doch für Haus Wasserburg machte er gerne eine Ausnahme und nahm nicht nur Fußballbegeisterte mit auf eine eindrucksvolle Fahrt entlang der WM-Spielorte.

Gleich zu Beginn lassen die unter die Haut gehenden Klänge der drei Musiker von „Mano a Mano“ die Atmosphäre des schwül-feuchten Regenwalds um den Amazonas nicht nur hören, sondern fast schon schweißtreibend fühlen. Eindringlich vermittelt der Erzähler dazu den einzigartigen Wert und die Schönheit dieser Landschaft.

Deren fortschreitende Zerstörung hat nicht nur regionale Auswirkungen, sondern kann und wird auch spürbar unser hiesiges Klima beeinflussen, wenn die Ausbeutung dieses unvergleichlichen Lebensraums weiter vorangetrieben wird. Währenddessen versuchen die Profitgierigen, mit vorgeblichen Wiederaufforstungsmaßnahmen das ökologische Gewissen der Welt zu beruhigen. Respekt vor dem Wissen und der Erfahrung der Menschen vor Ort, dafür plädiert der langjährige Entwicklungshelfer, steht an, nicht Arroganz einer vermeintlich hochentwickelten alten Welt. Fußnote einer leidvollen Geschichte: Noch heute können sich die durch Generationen erniedrigten Ureinwohner Rio de Janeiros amüsieren über die nicht existente Flussmündung, welche die portugiesischen Conquistadores einst entdeckt zu haben glaubten und nach der die Stadt heute immer noch benannt ist.

Hier an der Copacabana findet die imaginäre Reise ihren Höhepunkt, die doch sehr viel mehr an Realitäten Südamerikas vermittelte, als sonst hinter der medial hochgezogenen Hochglanzfassade der WM sichtbar wird. Den Spaß am weltweit beliebtesten Mannschaftssport mag Pater den extrem fußballverrückten Brasilianern und uns allen jedoch nicht missgönnen und lässt sich und das ganze Publikum gerne mitten in die ausgelassene Freude auf den Straßen der Reichen und der Armen hinein ziehen, wenn Sergio Vesely, Roland Geiger und Luis Arellano mit einer ganzen Armada von Instrumenten ihre Zuhörer schließlich unter heißen Sambaklängen von den Stühlen reißen.

Die wirtschaftliche Kolonialisierung dauert an: Soja-Monokulturen für unseren Fleischkonsum, Anbau von im Land selbst unbekannten Spargel für unseren Tisch, Zerstörung der heimischen „Schnellimbisse“, die vielen Familien mit regionalen Produkten ein Auskommen sicherten, durch westliche Fastfood-Ketten.

Dennoch bleibt die Hoffnung, dass das sportliche Großereignis in Brasilien nicht nur Füße von Kickern, Tänzern und Touristen in Bewegung bringt, sondern auch das Denken von allen, die wir in dieser einen Welt voneinander abhängen und daher nur miteinander Lösungen finden können. Eben mano a mano: Hand in Hand.

Bewegende Reise durch das Land der WM. Fotos: privat

Rund neunzig Zuhörer in der Pallottikirche an Haus Wasserburg.

Reiseleiter Siegfried Pater

Vida do Brasil zwischen Zuckerhüten und Armenhütten
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Mano a Mano

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