Politik | 04.12.2017

CDU-Frauen-Union (FU) Vallendar

Vom Kuckucksberg zum Gumschlag

Wissensvermittlung aus der alten Vallendarer Stadtgeschichte

Vom Kuckucksberg zum Gumschlag

Vallendar. Das wandelnde Geschichtslexikon von Vallendar, Frau Huber, hatte mal wieder ein kleines „Attentat“ auf die aufnahmebereiten Gehirnzellen wissensdurstiger Vallendarer Bürger vorbereitet und startete mit Elan im direkten Umfeld der Goldschmiede der Marienbrüder mit ihren Hinweisen und Erklärungen. Einige Häuser in der Höhrer Str. aus der Zeit des 19./20. Jahrhunderts waren der Erwähnung wert wie z.B. die Villa Rogg, Haus Nr. 62, in der früher Öle produziert wurden, die Verwendung zum Bohnern, Ölen und Putzen fanden. Ein Werbeträger dieser Zeit fand in der Aussage seine Anwendung: „Immer Roggolin benutzen“. Das Haus Nr. 89 wurde ca. 1920 gebaut, hatte über die Zeit die unterschiedlichsten Funktionen, u.a. als Bürgermeisterhaus und beherbergt heute die Fa. Pasini. Der Höhrer Str. folgend erreicht man an der Straßengabel Höhr/Hillscheid das „Schloss“ Schönfels, dessen frühere Besitzer Juden waren, die für den weiter umliegenden Erzabbau verantwortlich zeichneten. Die Familie wanderte schon früh nach den USA aus und die Pallottiner übernahmen 1926/1927 dieses Haus, das später an die Schönstattschwestern weitergegeben wurde. Heute ist es weitgehend ein Gästehaus. Schönfels hat ungefähr die gleiche Bauzeit wie die Wildburg in Vallendar. Der erwähnte Erzabbau hat eine interessante Historie. Mit dem Aufschwung der regionalen Wirtschaft und Industrie im 18. Jahrhundert wurde ein Gelände im Bereich der „Alten Rebschule“ (1052), die 250 m nördlich des Ortsschildes Vallendar und rechts der B42 stadtauswärts liegt, bergmännisch interessant. Hier wurde nämlich nach Blei, Zink, Kupfer und Eisenerz gesucht. Dazu gibt es eine Karte von 1867. Im Bereich des südlichen Endes des Areals, der als Steinbruch bekannt ist, kann noch heute in der Felswand der Anfang eines alten Stollens aus dieser Zeit erkannt werden. Die Richtung nach Höhr einschlagend erkennt man zur Linken den Patris –Verlag, der in engem Zusammenhang mit der damaligen Firma Müllenbach & Thewald zusammenhing. Die damals unter M & T rangierende Firma beschäftigte sich mit der Produktion von Pfeifen aus weißem Westerwälder Ton hoher Qualität. Das Unternehmen wurde 1830 in Höhr im Westerwald gegründet. Nach 1848 hat M & T mit der Herstellung von Pfeifen aus einheimischen Hölzern begonnen, wobei 1860 die Fertigung von Bruyèreholzpfeifen anlief. Bis zur maschinellen Fertigung wurde die Produktion mittels drechseln von Hand betrieben. Das für die Fertigung genutzte Holz war Wurzelholz und damit entsprechend teuer. Obwohl die Basisproduktion in Höhr stattfand, wurde kurz nach der Jahrhundertwende in Vallendar eine weitere Werkstatt eröffnet, die speziell auf die Produktion von Bruyèrepfeifen ausgerichtet war. 1947 wurde diese Produktion eingestellt. Der Betrieb in Vallendar wurde in ein Emaillierwerk umgewandelt, später auch noch eine Erweiterung um eine Schlosserwerkstatt angehängt, die besondere Klosettspülkästen produzierte. Unglaublich, aber wahr: Diese Spülkästen gingen in großer Stückzahl in den Export, z. B. nach Persien (Iran). Nachdem auch weiter Produktionselemente wie Stahl –und Alutüren und Fenster dauerhaft nicht mehr erfolgreich sein konnten, wurde die Produktion am Standort Vallendar endgültig eingestellt. Die Firma Müllenbach & Thewald besteht bis heute und ist das älteste deutsche Unternehmen im Tonbergbau. Anschließend konnten wir in einer „kleinen“ Bergfahrt das „Haus der Familie“ der Schönstattbewegung besuchen, ein Haus, in dem die Familie im Focus steht. Davon konnten wir uns bei Kaffee und Kuchen neben einem informativen Vortrag über das Haus überzeugen. Vallendar hat manches zu bieten, versuchen wir doch, daran weiter anzuknüpfen.

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