Freundschaftskreis Vallendar/Cercy-la-tour
Vor 100 Jahren Beginn des Ersten Weltkrieges - eine Reise nach Verdun
Verdun. Organisiert und geleitet von seinem Präsidenten Wolfgang Helbach führte der Freundschaftskreis Vallendar/Cercy-la-Tour eine zweitägige Exkursion nach Verdun durch. Dabei stand der erste Tag voll unter dem Motto „Stellungskrieg in und um Verdun“.
Über den „Heiligen Weg“ (Voie Sacrée) fuhr die Gruppe in Richtung der Schlachtfelder. Ab 1916 transportierten täglich bis zu 9000 LKW über diese Straße den Nachschub an Soldaten (etwa 90.000 pro Woche) und Lebensmittel und Waffen (50.000 t pro Woche) an die Front.
Das Fort Douaumont wechselte mehrmals die Besitzer. Soldaten, die hier Dienst tun mussten, waren nicht nur ständiger Lebensgefahr ausgesetzt. Viele wurden durch den Lärm des ständigen Beschusses verrückt. Bei der Explosion eines Munitionsdepots starben im Mai 1916 679 deutsche Soldaten.
Aus zeitlichen Gründen bestattete man die Toten in einer der Kasematten und mauerte diese nur zu. Heute zählt dieses Massengrab als offizieller deutscher Soldatenfriedhof. Sieben französische Soldaten wurden bei einem Angriff der Deutschen stehend durch eine Granate in einem Schützengraben verschüttet. Nur die Bajonette der Gewehre ragten noch aus dem Graben. Nach fast 100 Jahren sind die Waffen nicht mehr vorhanden. Von pietätlosen Touristen wurden sie gestohlen. Statt der Bajonette ragen nun im „Tranchée des Baionettes“ Holzkreuze aus der Erde.
Im Beinhaus „Ossuaire de Douaumont“ fanden 130.000 nicht identifizierte französische und deutsche Soldaten ihre letzte Ruhe.
Das 1932 eröffnete Beinhaus sieht wie ein in den Boden gerammtes Schwert aus, dessen Handgriff einer Bombe ähnelt.
Noch heute ähneln Bereiche der Schlachtfelder einer Mondlandschaft. Von Sprengstoff, Giftgas, Schwermetall, Leichen und Kadaver verseucht, ist dieses Gebiet nicht mehr nutzbar. Immer noch werden Blindgänger, aber auch menschliche Knochen, gefunden. Ganze Dörfer sind von der Landkarte verschwunden. So ein Dorf ist Fleury-devant-Douaumont, welches in wenigen Wochen 16 Mal den Besitzer wechselte. Heute erinnern Steinblöcke an die ehemaligen Häuser des Dorfes und weisen auf die ehemalige Nutzung hin.
Zur Erinnerung des Ortes wurde eine kleine Kapelle errichtet. Allein neun zerstörte Dörfer um Verdun haben rechtliche den Status einer Gemeinde erhalten. Da keine Bürger zum Wählen eines Bürgermeisters vorhanden sind, werden diese vom Präfekten des Departements ernannt.
Wer nach Verdun fährt, der sollte auf jeden Fall einen Besuch in der „Citadelle souterraine“ einplanen Figurengruppen und akustische Effekte vermitteln einen deutlichen Eindruck vom Leben der Soldaten in der unangenehmen unterirdischen Anlage.
Sehenswert ist aber auch die Stadt Verdun mit ihren historischen Bauten. Diese zu besichtigen blieb den Teilnehmern ausreichend Zeit. Bei einem Bummel entlang des Ufers der Meuse bestand nun die Möglichkeit, nach all den schrecklichen Erinnerungen an einen schrecklichen Krieg, in die angenehmere Gegenwart zurück zu finden.
Das herrliche sommerliche Wetter war dabei besonders angenehm.
Der Eingang zum Fort Douaumont. Fotos: privat
Das zerstörte Dorf Fleury.
Das Beinhaus Douaumont.
Die Gruppe vor der Citadelle souterraine.
