Allgemeine Berichte | 04.11.2014

Fitness- und Gesundheitssport im Turnverein 1878 Vallendar e.V.

Walkingmädels 10 Jahre on Tour

Immer dabei Übungsleiterin Hanni Lentes-Wieland

Vor dem Eingang des Naturparkzentrums Botrange.

Vallendar. Schon früh, das Wetter verspricht gut zu werden, brechen wir am 19. September von Vallendar nach Aachen auf. Alle Walkingmädels, die zum „Zehnjährigen“ mitfahren, sind voller Vorfreude auf das vor ihnen liegende Kultur- und Wanderwochenende. Pünktlich kommen alle am Hotel an, die Wanderschuhe haben noch Schonfrist bis Morgen, denn der Freitag steht unter dem Motto: Aachen - Kultur und Geschichte, Dom und Schatzkammer, mediterranes Aachener Lebensgefühl.

Um 11 Uhr trafen wir uns mit der Gästebegleiterin am zentral gelegenen Elisenbrunnen, einem klassizistischen Säulenbau, 1822 von Schinkel entworfen. Mit guter Laune begann hier unter sachkundiger Führung unser Rundgang durch die 2000 Jahre alte Aachener Geschichte.

Unsere Gästebegleiterin wies uns sogleich auf Aachen, die Stadt des Wassers, hin und lud uns ein, hier am Thermaltrinkbrunnen einen Schluck des Heilwassers zu kosten, auf dessen heilende Wirkung sie schwor, jedoch nur wenige wollten dieser Einladung folgen, der intensive Geruch schreckte ab. Unsere Begleiterin war sehr bewandt in der Geschichte und den Geschichten Aachens und konnte uns auf ihre amüsante und erfrischende Art die historischen Bauwerke, Denkmäler und Plätze, die alten und neuen Skulpturen und Brunnen durch Sagen, Legenden, Histörchen und Anekdoten anschaulich erklären. So führte sie uns auch zu den „Alt Aachener Kaffeestuben“, wo das Mädchen mit dem großen „Printenmann“ steht, um hier das „Nationalgebäck“ der Aachener zu verkosten. Dieses Aachener Markenzeichen konnten wir auch noch bei anderen Printenbäckereien probieren. Viele Skulpturen und Brunnen lagen auf dem Rundweg; gespickt mit dem Aachener Humor hörten wir gerne den köstlichen Geschichten über Aachen und die Aachener zu. Angekommen am Markt steht der Karlsbrunnen, der älteste Brunnen der Stadt. Die Statue zeigt Karl den Großen, und gerne lauschten wir hier der Erzählung, warum der Kaiser in der „Erbsenschüssel“ steht. Mächtig steht hier das Rathaus, das auf den Fundamenten der karolingischen Pfalz steht. Im Katschhof, wo Rathaus und die imposante Kulisse des Doms sich gegenüberstehen, endete die informative und unterhaltsame Altstadtführung. Wir gönnten uns eine ausgedehnte Mittagspause im Aachener „Wohnzimmer“. Ein mediterranes Gefühl bemächtigte sich unser, als wir dort in guter Stimmung total entspannt und plaudernd in der Sonne saßen und dem Treiben auf dem Platz zusahen. Doch um 14.30 Uhr stand der nächste Programmpunkt an: eine kombinierte Führung durch Dom und Schatzkammer, die ein junger Mann als Gästebegleiter übernahm. Mit fundierter Kenntnis der Geschichte und einem enormen Wissen überraschte uns der junge Mann und wir ließen uns gerne auf seine sehr lockere Art durch den Dom führen. Der Aachener Dom ist UNESCO-Weltkulturerbe, Grabeskirche für Karl den Großen, Krönungskirche für über 30 deutsche Könige sowie bedeutende Pilgerstätte. Das Zentrum der gesamten Domanlage bildet das Oktogon, die ehemalige Pfalzkapelle der Königspfalz, die Karl der Große 800 n. Chr. erbauen ließ. Sehr imponierend war es im Oktogon zu sitzen, und den Blick nach oben zu dem achteckigen Barbarossaleuchter zu heben. Auf dem oberen Umlauf steht der schlichte marmorne Kaiserthron, den wir später besichtigten. Zunächst schauten wir uns die mittelalterlichen Kunstgegenstände an, die der Dom beherbergt: den Hauptaltar, den Karls- und Marienschrein, den Ambo (Kanzel). All diese prunkvollen Kunstschätze beeindruckten uns sehr, und so verließen wir, die schönen Eindrücke wirkten nach, den Dom durch das großartige Bronzeportal, das noch aus der Zeit Karl des Großen stammt. Im Anschluss an die Domführung führte uns der junge Begleiter durch die Domschatzkammer und stellte uns die sakralen Kunstschätze, wie das Lotharkreuz, die Karlsbüste, den Proserpinasarkophag und viele andere Kostbarkeiten vor und beschrieb sie ausführlich. Nach so viel Wissensübermittlung war dann die Aufnahmefähigkeit erschöpft und noch tief beeindruckt von den bedeutungsvollen Schätzen suchten wir Zerstreuung im quirligen Stadtleben und nutzten ausgiebig die Gelegenheit, original Aachener Printen zu erstehen.

Nach diesem doch sehr anstrengenden Stadttag freuten wir uns nun auf die Annehmlichkeiten in unserem Hotel.

Wenn wir am Freitag einen kulturellen Glanzpunkt in Aachen erlebt hatten, so würde uns heute auf unserer Eifelsteigwanderung ein landschaftlicher Höhepunkt begeistern. Wir ließen uns am Samstag von einem der größten Hochmoore Mitteleuropas verzaubern und schwelgten in großartiger Natur und schönen Aussichten. Bei allerbestem Wanderwetter, die Wanderstiefel warteten am Morgen schon ungeduldig auf ihren Einsatz, starteten wir am „Alten Bahnhof“ in Roetgen zur 2. Etappe des Eifelsteigs. Diese Etappe ist die einzige des Eifelsteigs, die auch außerhalb Deutschlands verläuft. Nach kurzer Wanderzeit erreichten wir einen markanten Grenzstein, der anzeigte, dass wir uns nun unmittelbar an der Grenze zu Belgien befanden. War uns das Eifelsteig-Logo in den letzten Jahren zum vertrauten Wegweiser geworden, so mussten wir uns hier von der wohlbekannten Markierung verabschieden und uns nun auf den gelb-grünen Strich verlassen, der uns heute einige Kilometer den Weg weisen sollte. Wir folgten dem Grenzverlauf durch einen stattlichen Buchenwald, der über und über mit riesigen Ilexsträuchern durchsetzt ist. Der Eifelsteig führte etwas später in den belgischen Staatswald Oberweser. Nachdem wir eine alte Steinbrücke überquert haben, erreichten wir bald die verfallenen Reinartzhöfe. Eine kleine Kapelle, verbliebene Mauerreste und Infotafeln erinnern an längst vergangene Zeiten. Die Landschaft veränderte sich, und wir traten in die Hochmoorlandschaft ein. Das typische Gras des Venns und die Birken rückten mehr und mehr in den Vordergrund. Das Venn war offen zugänglich, keine rote Fahne verbot den Durchgang und so durchwanderten wir direkt die Hochmoorlandschaft, zunächst auf weichem Wiesenweg. Sofort fiel die Hochmoor-Vegetation auf, die perfekt an diesen nährstoffarmen Lebensraum angepasst ist; Pfeifen- und Wollgras, Binsen, Besen -und Glockenheide und diverse Zwergsträucher haben sich hier angesiedelt. Auf diesem Wiesenweg, benetzt noch vom Tau des Morgens war ganz schnell eine Idee geboren, als ein Wandermädel die Füße von den schweren Wanderschuhen befreite: Barfuß-Wandern auf dem weichen, taubenetzten Wiesengrund im Venn. Nun wanderten einige der Mädels bloßfüßig über den weichen, feuchten Boden, bis wir an die Abzweigung zum Bohlensteg kamen - jetzt waren wir tief in die Hochmoorlandschaft vorgedrungen. Der Holzsteg ist für Wanderer gerade breit genug, die Bretter der schmalen Holzstege, die uns Wandermädels trockenen Fußes durch das Hohe Venn trugen, federten leicht, ab und zu war ein Gluckern und Murmeln zu vernehmen.

Zunächst führte uns der Bohlenweg durch typischen Birkenwald, aber bald veränderte sich das Landschaftsbild erneut: Dicke Torfmoosarten, wie das Sternmoos verleihen dem Boden sattgrüne Polster, Besen- und Glockenheide setzen farbliche Akzente. Hier und da sind zwischen dem Gras, den Binsen und den Moosen kleine Löcher mit aufgestautem Wasser zu sehen. Ein spröder Charme und vollkommene Ruhe gehen von dieser Landschaft mit seiner bizarren Schönheit aus. Hier können wir unsere Sinne mal wieder vollkommen ausnutzen. Das Auge verliert sich in der Weite des Naturparks.

Der Blick veränderte sich, als der Bohlenweg zu Ende war und wir auf dem ganzjährig begehbaren Teil des Eifelsteigs eintrafen und wieder „festen Boden“ unter den Füßen hatten. Tief beeindruckt von der herrlichen, unberührten Natur machten wir an der Steling Hütte Rast. Die Rucksäcke wurden geöffnet und wie immer kamen allerlei Leckerbissen zum Vorschein. Nachdem wir Hunger und Durst gestillt hatten, schulterten wir die leicht gewordenen Rucksäcke und machten uns auf den Weg zum Steling, den mit 658 Metern höchsten Punkt unserer heutigen Etappe. Oben angekommen stießen wir auf die Landesgrenze zwischen Deutschland und Belgien und das vertraute Eifelsteig-Logo empfing uns wieder. Es folgte ein schöner Wegabschnitt, bis wir die nächste Attraktion erreichten, die Kaiser Karl Bettstatt, zwei mächtige Quarzitblöcke, auf denen sich Kaiser Karl angeblich einmal ausgeruht oder genächtigt haben soll. Der Eifelsteig führte uns weiter zu einem hölzernen Aussichtsturm, von diesem hatten wir einen guten Blick auf die Eiszeitseen, die Palsen. Jetzt lag nur noch ein kurzer Weg vor uns und bald hatten wir die ersten Häuser von Mützenich erreicht. In einem schönen Gartenlokal - immer noch warm und strahlender Sonnenschein - warteten wir auf die Taxis, die uns zurück nach Roetgen bringen sollten. Kaum saßen wir in den Taxis, setzte ein heftiges Gewitter mit Starkregen ein. Der Regen hatte aufgehört, als wir mit den Autos zurück zum Hotel fuhren und wir waren früh genug wieder im Hotel, um die Wellnessangebote des Hotels ausgiebig zu nutzen. Das leckere Essen rundete den abwechslungsreichen Tag harmonisch ab.

Für den Sonntag war die 1. Etappe des Eifelsteigs von Kornelimünster nach Roetgen geplant, doch das Wetter machte nicht mit. Schon am Abend vorher und die ganze Nacht über hatte es geregnet und dieser Regen wollte auch am Morgen nicht weichen. So mussten wir uns etwas „Trockenes“ einfallen lassen und fuhren nach dem Frühstück in das Naturparkzentrum Botrange, das im Herzen des Hohen Venns liegt. Wir fuhren los im nieselnden Eifelregen, der Nebel behinderte die Sicht je höher wir kamen und je näher uns der Weg zu dem Informationszentrum brachte. Als Besucher wurden wir dort auf eine Reise durch die faszinierende Welt der besonderen Hochmoorlandschaft mitgenommen. In der Dauerausstellung „FANIA“ wird das Hohe Venn mit all seinen Aspekten beleuchtet. Bei dem Rundgang durch das Naturparkzentrum konnten wir sehr viele Informationen über die Hochmoorlandschaft, die sehr anschaulich präsentiert wurden, sammeln.

Wenn wir unsere Wanderung schon nicht in Kornelimünster starten konnten, so statteten wir diesem Stadtteil von Aachen doch noch einen Besuch ab. Regen und Nebel begleitete uns auf dem Weg zurück, und wir kamen auch bei Regen in Kornelimünster, einem bedeutendem Wallfahrtsort, an. Zunächst legten wir eine längere Mittagspause in einem historischen Gasthaus ein. Gestärkt für die Heimfahrt ließen wir hier das aktive, abwechslungsreiche Wochenende in gemütlicher Atmosphäre ausklingen. Die malerische Kulisse des historischen Ortskerns bezauberte auch bei Nieselregen, und so beschlossen wir doch noch den Ort zu erkunden und statteten auch der Propsteikirche einen Besuch ab. Für die Eifelsteigwanderer hat Kornelimünster etwas Besonderes zu bieten. Die historische Altstadt bildet den Start- bzw. Endpunkt des Eifelsteigs und in direkter Nähe zum Korneliusmarkt stehen die Eifelsteig-Wanderschuhe in Beton gegossen und machen auf den 313 Kilometer langen Weitwanderweg aufmerksam. Der Termin für das Wanderwochenende im nächsten Jahr steht schon fest - die Eifel wird uns wieder beherbergen müssen, denn wir wollen den Eifelsteig bis zum Ende gehen. Unser Wochenende in Aachen war wieder einmal geprägt von einem harmonischen Miteinander. Das gemeinsame Erleben und Verarbeiten all der neuen Eindrücke bietet das ganze Jahr über immer wieder Gesprächsstoff und vergrößern die Freude auf noch viele gemeinsame Aktivitäten.

Vor dem Eingang des Naturparkzentrums Botrange.
Barfuß auf weichem Wiesengrund.
Die Gruppe „Im Hohen Venn“. privat

Die Gruppe „Im Hohen Venn“. Fotos: privat

Vor dem Eingang des Naturparkzentrums Botrange.

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