Kreispokal: SV Weitersburg II im Viertelfinale
Weitersburger „Castor-Transport“ rollt unaufhaltsam weiter
Achtelfinale gegen BSC Weißenthurm endete 3:1 (2:0)
Weitersburg. So in etwa hatte sich das Regisseur Tony Scott vorgestellt. Mit seinem Film „Unstoppable“ ließ er im Jahr 2010 die Kinokassen klingeln. Nun wird die Geschichte neu geschrieben. Dieses Mal in den Hauptrollen: Das Team Kuba II um Coach Thomas Castor. Mit acht Siegen aus acht Spielen und im Schnitt 4,88 geschossenen Toren pro Spiel ist der blau-gelbe Zug derzeit unaufhaltsam unterwegs. Am vergangenen Sonntag machte man im heimischen Weiherstadion anlässlich des Pokalachtelfinales Halt. Ohne die Routiniers René Kryut und Kay Mäder-Nick, die es sich im Familienabteil ein paar Wagons weiter hinten gemütlich machten, erwarteten elf siegeshungrige Kubaner die Gäste aus Weißenthurm. Weitersburg schaltet direkt vom ersten in den fünften Gang. Anpfiff des Unparteiischen. Spartak Safar, besser bekannt unter dem Synonym SP10, legt auf Kubilay Bora ab, der stoppt den Ball. Legende Tony Auster zündet buchstäblich eine Rakete und bringt mit dem wahrscheinlich schnellsten Tor der Fußballgeschichte das Team Kuba mit 1:0 in Führung und die Zuschauer zum Strahlen. Zu diesem Zeitpunkt sind drei Sekunden auf der Uhr. Es ist erst der dritte Ballkontakt der Partie. Die Gäste kommen aus dem Staunen nicht heraus. Nur verständlich, dass die Anfangsphase der Heimmannschaft gehört. Beflügelt durch den frühen Führungstreffer, macht man viel Druck auf Ball und Gegner. Das Spiel findet fast ausschließlich in der Hälfte der Gäste statt. Es dauert bis zur 22. Minute, ehe Kubilay Bora, heute auf ungewohnter Position im Sturmzentrum, mit dem 2:0 das eigene Team in ruhigeres Fahrwasser führt. Vorausgegangen war eine schöne Kombination über rechts. Nutznießer Patrick Mohr legt im gegnerischen Strafraum quer, Kubis erster Schussversuch wird zwar noch abgeblockt, den Nachschuss kann er jedoch ungehindert über die Linie drücken. Den zahlreich angereisten Zuschauern wird in der nun folgenden Phase jedoch schnell eine weitere Parallele zum Film deutlich. Streckenweise ist man mit angezogener Handbremse unterwegs und lässt, zur Verärgerung von Trainer Castor, zahlreiche Möglichkeiten aus, das Ergebnis noch vor der Pause in die Höhe zu schrauben. Deshalb zur Halbzeit „nur“ ein Zwei-Tore-Vorsprung. Es folgt eine eindringliche Halbzeitansprache und die Warnung, den Gegner nicht ins Spiel kommen zu lassen. Dennoch kommt man zu schläfrig aus der Pause. Die Konsequenz dafür gibt es bereits in der 48. Minute. Nach einem gut vorgetragenen Angriff über deren rechte Offensivseite verkürzen die Gäste auf 2:1. Erhad Durdzic, der für den verletzten Frank Dietz zwischen den Pfosten steht, hat das Nachsehen. Das gibt den Gästen Aufwind. Es dauert eine Weile, bis sich die Blau-Gelben vom kurzzeitigen Rückschlag erholen. Dann folgt aber die Erkenntnis: Angriff ist die beste Verteidigung. Man forciert die zwischenzeitlich etwas vernachlässigten Offensivbemühungen, scheitert dabei jedoch an der eigenen Chancenverwertung. Endlich kehrt wieder Ruhe ins eigene Spiel ein und der Gegner bleibt fern vom eigenen Gehäuse. Es vergehen drei, vier hundertprozentige Chancen, ehe Jan Strohe in der 86. Minute die nötige Ruhe behält, im Alleingang auf den gegnerischen Torwart zuläuft und sich den Anweisungen des Trainers widersetzt und mit dem Außenrist (!) zum hochverdienten 3:1-Endstand einschiebt. „Sack zu, Affe tot.“ Fazit: Keine gute Leistung. Dennoch steht unterm Strich der Einzug ins Viertelfinale des Kreispokals. Es bleibt abzuwarten, für wen sich die Losfee entscheidet. Bis dahin konzentriert man sich weiter auf die Verteidigung der Tabellenspitze. Nächster Halt: Sonntag, 22. November um 11 Uhr beim Sportverein Pfaffendorf.
