Allgemeine Berichte | 20.10.2015

Walkingmädels des TV Vallendar wanderten den Vulkanpfad um Ettringen entlang

Wer seinen Weg in die Eifel findet, kann viel erleben

Im Kottenheimer Winfeld. privat

Vallendar. Jetzt, wo der Herbst Einzug gehalten hat und schon eindeutig winterliche Züge aufweist, erinnern sich die Walkingmädels sehr gerne an die sonnige Herbstwanderung vor zwei Wochen.

Da für diesen Freitag keine längere Tour geplant war, konnte unbedenklich auf einen Traumpfad zurückgegriffen werden und die Entscheidung fiel auf den Vulkanpfad bei Ettringen. Bei strahlendem Sonnenschein starteten wir an der Hochsimmerhalle in Ettringen. Die Sonne verströmte noch genug Wärme, sodass die Jacken schnell überflüssig wurden, als wir nach einem steil ansteigenden Wiesenpfad dem Ettringer Bellberg unsere Aufwartung machten. Etwas atemlos wurden wir an dem markanten Aussichtspunkt gleich zweifach belohnt - eine Bank zum Rasten an einem schönen Platz in der Sonne sowie eine grandiose Aussicht zu den benachbarten Vulkanbergen, zum tief unter uns liegenden Steinbruch und zum steil aufragenden Kraterrand, den wir später erklimmen sollten. Zu dieser fantastischen Eifellandschaft gesellte sich der klare, blaue Himmel ganz ohne Wolken, wir hatten einen Bilderbuch-Herbsttag erwischt.

Auf engen Pfaden schlängelte sich der Traumpfad einen steilen Abstieg über Vulkangestein hinab in den ehemaligen Krater. Die Sonnenstrahlen stahlen sich immer wieder durch das Laubdach, wunderschöne Schattenspiele begeisterten uns auf dem Weg. Ein kurzes Stück führte der Pfad zwischen Wald und Feld entlang, hier konnten wir die Wärme, die dieser Herbsttag uns bot, noch einmal ausreichend genießen. Bald aber begann wieder ein neuer Aufstieg, wir erklommen die Flanke des ehemaligen Vulkans und standen schließlich vor dem senkrecht aufragenden Kraterwall. Am Fuß der beeindruckenden Schlackenwand befinden sich die „Siewe Stuwe“; die „Sieben Stuben“ sind kleine Höhlen, in denen während des Zweiten Weltkrieges besonders Frauen und Kinder Schutz gesucht haben. Noch immer ging es bergauf, wir mussten die letzte Steigung zum südöstlichen Kraterrand überwinden. Doch vor dem Anstieg die Frage: Sollten wir mal wieder eine Rast machen an diesem schönen Sonnenplatz mit der einladenden Tischgarnitur? Warum nicht. Wandern bedeutet auch, den Moment auszukosten, also ließen wir uns an dem großzügigen Tisch mit den vier umlaufenden Bänken nieder.

Etwas später, auf 400 Höhenmetern angekommen, lud schon wieder eine Bank zum Rasten ein und es eröffnete sich ein sagenhafter Ausblick in den Steinbruch des Bellberges und auf die umliegenden Vulkane Hochsimmer, Bellberg und Hochstein. Die nun folgende Passage führte auf dem engen, verträumten Pfad entlang der imposanten Felsgebilde steil bergab. Und die Sonne verzauberte auch diesen Wegabschnitt. Nachdem wir die Landstraße überquert hatten, stiegen wir sehr bald in das „Kottenheimer Winfeld“ ein, eine idyllische Grubenlandschaft mit vielen Zeugnissen aus der Zeit des Basaltabbaus und einem Labyrinth aus Basaltfelsen. Abenteuer im Lavafeld; staunend betrachteten wir die mächtigen Basaltsäulen, die zum Teil ganze Wände und dann wieder einzelne Felsgruppen bilden. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde hier schwer gearbeitet und hohe Wände aus basaltischem Gestein freigelegt, heute „arbeiten“ sich Kletterer am Basalt ab; das „Kottenheimer Winfeld“ wurde in den 80er-Jahren zu einem beliebten Kletterareal umfunktioniert.

Das orange Traumpfad-Logo führte uns die letzten drei Kilometer sicher zurück zum Startpunkt. Wir hatten es geschafft, aus einer eher kurzen Wanderstrecke eine ausgiebige Wandertour zu machen und haben uns dabei ausreichend Zeit genommen für die vielen interessanten Aussichtspunkte und die einladenden „Raststätten“. Den Kopf voller Eindrücke machten wir uns von Ettringen aus auf den Weg nach Mayen, wo wir uns in der wärmenden Herbstsonne noch zwei Stunden eine entspannte Pause gönnten.

In guter Stimmung und zufrieden mit dem ereignisreichen Tag, fuhren wir nach einer Wandertour mit vielen Höhepunkten und einem großen Spektrum von bleibenden Eindrücken nach Hause. Und wieder einmal hat sich nach dieser Eifelwanderung bestätigt: Wer seinen Weg in die Eifel findet, kann viel erleben. Doch wer bei seinem Besuch in der Eifel nicht die Wanderschuhe schnürt, dem entgeht einiges. Wir sind schon viele Wege in der Eifel gegangen, und jeder Weg hat auf seine Weise etwas ganz Besonderes.

Aufstieg zum Ettringer Bellberg.

Aufstieg zum Ettringer Bellberg.

Ausblick in den Steinbruch und auf die umliegenden Vulkane.

Ausblick in den Steinbruch und auf die umliegenden Vulkane.

Im Kottenheimer Winfeld. Fotos: privat

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