Allgemeine Berichte | 10.02.2016, 10:03 Uhr

Ein Original der Bonner Altstadt: Der Travestie-Künstler Curt Delander

„Curt Delander - Mein Leben“

Dialog mit Curt Delander am Samstag, 13. Februar

Der Travestie-Künstler Curt Delander.privat
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Bonn. Ein Dialog mit Curt Delander findet am Samstag, 13. Februar um 18 Uhr in der Gertrudiskapelle im Frauenmuseum, Im Krausfeld 10, 53111 Bonn statt.

Curt Delander wurde 1950 mit bürgerlichem Namen Curt Dedrich in eine Bonner Künstlerfamilie geboren. Curt Delander ist ein Original der Bonner Altstadt. Er hat sich verdient gemacht um den Aufbau und die Unterstützung der Schwulen- und Lesbenbewegung und damit auch um das Land. Dass mittlerweile frühere Randgruppen wie Schwule und Lesben, aber auch z. B. die Behinderten, in der Gesellschaft eingegliedert wurden und heute selbstverständlicher Teil dieser Gesellschaft sind, ist ein Verdienst von Männern (und Frauen) wie Curt Delander. Er sagt von sich: „Ich war immer ein bekennender Schwuler“. Mit einem Schwulen hat er eine Eingetragene Lebenspartnerschaft. Diese Hochzeit war für ihn „die Krönung meiner Bemühungen, mich in der Öffentlichkeit zu etablieren und Vorurteile abzubauen“.

Bereits in den siebziger Jahren hatte er mit zwei anderen Männern eine Travestiegruppe gegründet. Danach betrieb er dreizehn Jahre lang die Kleinkunstbühne „Zarah L.“ in Bonn und trat als Zarah Leander auf. Durch seine künstlerische Tätigkeit stand er über Jahrzehnte in Verbindung zu Künstlern wie Johannes Heesters, Marika Rökk und insbesondere Zarah Leander und sammelte Geschenke und Kostüme dieser Künstler. Gelegentlich trägt er auch heute noch eines der Zarah Leander Kostüme und begeistert ehrenamtlich seine Zuhörer in Hospizen und Altenheimen. Ebenso hat er den 1992 gegründeten Verein für ambulante und stationäre Hospizarbeit „Bann Lighthouse“ besonders in den Gründungsjahren aktiv unterstützt. ln seinem Kleinkunsttheater machte er die Arbeit des Vereins einem breiten Publikum bekannt. Das StadtMuseum Bonn erhielt 1994 von Curt Delander seine wertvolle Sammlung von Gegenständen und Kleidungsstücken der ihm persönlich bekannten Künstler, die, etwa durch Auftritte im ehemaligen Metropoltheater nach dem Zweiten Weltkrieg, eine Beziehung zu Bonn hatten. Diese Sammlung wurde von ihm auch durch spätere Schenkungen ergänzt. Teile davon wurden bereits als Sonderausstellung gezeigt und gelegentlich werden auch Exponate als Leihgaben an die Filmmuseen in Potsdam und Berlin vergeben. Darüber hinaus hat Curt Delander dem Museum eine Reihe persönlicher Leihgaben zur Verfügung gestellt. Auch für das Museum ist er mehrmals unentgeltlich aufgetreten. Vor Kurzem wurde eine Statue der heiligen Gertrudis unterhalb vom Alten Zoll eingeweiht. Den Schlüssel dafür hat Curt Delander.

Der Travestie-Künstler Curt Delander.Foto: privat

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