Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft Niederbachem
Erste Bezirksliga-Meisterschaft mit dem Luftgewehr „auf dem Sofa“ gewonnen
Niederbachem. Eigentlich hatte sich Niederbachem schon mit der vierten Vizemeisterschaft in Serie abgefunden, doch ein Ausrutscher des Tabellenführers aus Aegidienberg ermöglichte doch noch den Gewinn der Bezirksliga A1, der höchsten Klasse im RSB-Bezirk Bonn. Christian Theisen, Marcel Bachem, Karl-Heinz Theisen, Sebastian Schreiber sowie Katharina Kutscher qualifizierten sich damit auch für die Aufstiegsrunde zur Landesliga Mitte im Rheinischen Schützenbund.
Die Niederbachemer Sebastianus-Schützen sind mit dem Luftgewehr seit 2012 in der höchsten Bezirksliga vertreten, die bisherigen drei Runden endeten jeweils auf dem zweiten Platz, zuletzt zweimal hinter der zweiten Mannschaft von St. Hubertus Aegidienberg. Auch in diesem Jahr sollte es auf einen Zweikampf dieser beiden Teams hinauslaufen, die direkten Duelle waren daher besonders umkämpft. Der Hinkampf in Niederbachem ging an den Titelverteidiger, obwohl die Gastgeber in der Summe mehr Ringe erzielten.
Grund dafür ist der Ligamodus: Pro Mannschaft treten maximal fünf Schützen an. Die jeweils drei besten Schützen werden gegeneinander gewertet (Bester Team A gegen Bester Team B, Zweiter Team A gegen Zweiter Team B und Dritter Team A gegen Dritter Team B), der Sieger erhält zwei Einzelpunkte, der Verlierer keinen. Erzielen die beiden Schützen dasselbe Ergebnis, erhält jeder einen Einzelpunkt.
Spannende Duelle
Die Mannschaft, die mehr Einzelpunkte gewinnt, gewinnt auch den Wettkampf und erhält zwei Mannschaftspunkte, bei einem Unentschieden erhalten beide Mannschaften je einen Mannschaftspunkt. Am Ende der Ligarunde ist die Mannschaft Sieger, die mehr Mannschaftspunkte gesammelt hat, bei Punktgleichheit entscheidet die höhere Anzahl der Einzelpunkte. Da die beiden Duelle an den Positionen eins und zwei mit jeweils einem Ring mehr an die Gäste gingen und Niederbachem nur an Position drei gewann, endete dieses Duell mit 4:2 Einzelpunkten für Aegidienberg.
Im Rückkampf wurde es noch spannender. Bis auf Marcel Bachem hatten alle Schützen ihren Wettkampf bereits beendet. Christian Theisen hatte ein deutlich besseres Ergebnis geschossen als der beste Aegidienberger, Karl-Heinz Theisen als bis dato zweitbester Niederbachemer hatte allerdings weniger Ringe vorzuweisen als Angela Schneider auf Position drei der Gastgeber. Bachem musste also, um den Wettkampf für seine Mannschaft zu entscheiden, mehr Ringe erzielen als der zweitbeste Aegidienberger (Christian Ziegert mit 368 Ringen). 39 von 40 Schüssen hatte er bereits ins Ziel gebracht, Zwischenergebnis: 360 Ringe. Neun Ringe im letzten Versuch würden also den Sieg bringen. Im Aufenthaltsraum beobachteten die Anwesenden gespannt den Ergebnismonitor, bis der letzte Wettkampfschuss endlich angezeigt wurde: Es war nur eine Acht. Das bedeutete Gleichstand zwischen Ziegert und Bachem und damit in der Summe ein 3:3-Unentschieden. Große Enttäuschung bei den Niederbachemern. Die Chance, aus eigener Kraft gleichzuziehen, wurde verpasst.
Es folgten aber noch jeweils zwei Wettkämpfe. Nachdem die Niederbachemer Mannschaft diese beide jeweils mit 6:0 gewinnen konnte, musste Aegidienberg nach einem Sieg gegen Hangelar zum Abschluss mindestens ein Unentschieden holen, um den Gruppensieg klar zu machen.
Schützenhilfe aus Bonn-Süd
Der Gegner St. Sebastianus Bonn-Süd war zu diesem Zeitpunkt zwar Tabellenletzter, hatte mit Marvin Stephan und Rolf Raths allerdings zwei Schützen im Aufgebot, die zuletzt gute Form zeigten. Die wurde auch bestätigt, mit 4:2 behielt Bonn-Süd die Oberhand, schaffte damit den Klassenverbleib und stürzte Aegidienberg von der Tabellenspitze. Denn nun hatten Niederbachem und Aegidienberg jeweils neun Mannschaftspunkte aufzuweisen. Bei Punktgleichheit entscheidet die Anzahl der gewonnenen Einzelpunkte - und hier lag Niederbachem um einen Punkt vorn. „Auf dem Sofa“ gewann also St. Sebastianus Niederbachem erstmalig die Meisterschaft in der Bezirksliga.
Im Frühjahr darf die Mannschaft in der Aufstiegsrunde zur Landesliga antreten. Die Chancen, sie erfolgreich zu gestalten, stehen nicht schlecht. Sportleiter Dieter Bachem sieht die Mannschaft auch eine Klasse höher gut gerüstet: „Mit Christian Theisen und Marcel Bachem haben wir zwei Schützen, die Topresultate liefern können. Dahinter sind Sebastian Schreiber und Karl-Heinz Theisen in etwa auf einem Level. Den fünften Platz in der Mannschaft werden wir nach Katharina Kutschers Ausscheiden nutzen, um den Nachwuchs heranzuführen.“
Die wahrscheinlichste Kandidatin für diesen „Nachwuchs-Förderplatz“ ist Juniorin Caroline Kaulfuß, die in diesem Jahr bereits in der zweiten Mannschaft zum Einsatz gekommen ist. In Vorbereitung auf die Aufstiegsrunde und die Liga finden jetzt die Kreis- und Bezirksmeisterschaften statt, bei denen auch der ein oder andere Titel gesammelt werden soll.
